Test
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23.02.2018

Knosti Disco Antistat Generation II Test

Waschmaschine für Schallplatten

Welcher Plattensammler kennt das nicht: Man kommt gerade mit frischer Beute vom Trödelmarkt und freut sich wie ein Schneekönig über den Schatz, den man für wenig Geld aus einer Schmuddelkiste am Boden ergattert hat. Dann legt man das vermeintliche Kleinod auf den Plattenteller und recht schnell stellt sich Ernüchterung ein. Die Platte knistert und rauscht wie die Hölle, dabei sah sie im Licht der Morgendämmerung doch eigentlich ganz ok aus.

Der Profi verliert jetzt nicht die Nerven, denn er ist sich sicher, dass das gute Vinyl nach einer ordentlichen Wäsche mit dem Disco Antistat unter Umständen fast wie neu klingen kann. Aber nicht nur Dreck oder Staub werden mit dem Waschgerät entfernt, zusätzlich wird die Platte auch antistatisch gemacht, um nicht sofort wieder neuen Staub wie ein Magnet anzuziehen.

Details

Das Waschgerät von Knosti kann man durchaus als Klassiker bezeichnen. Vermutlich ist jeder, der sich mit dem Sammeln von Vinyl beschäftigt, früher oder später einmal dieser Gerätschaft begegnet. Auch der Schreiber dieses Tests hat seit Jahren eine dieser „Waschmaschinen“ der ersten Generation im Regal stehen und nutzt sie regelmäßig.

Am Design hat sich über die Jahre bis auf die Farbgebung nicht viel getan, bei der hier getesteten „Disco Antistat Generation II“ sind aber ein paar Kleinigkeiten neu dazugekommen.

Lieferumfang

Der Karton, in dem das Schallplatten-Waschgerät mit seinem Zubehör geliefert wird, ist nach dem Verwenden des Sets auch sehr gut zur Aufbewahrung zu gebrauchen. Schließlich benutzt man so ein Ding ja nicht unbedingt jeden Tag. Er passt gut in jedes Plattenregal hinein und sollte deshalb keinesfalls in den Papiercontainer wandern.

Das „Record-Cleaning-Kit“ selbst ist sehr platzsparend entworfen, das cremeweiße Waschgehäuse beherbergt in der Unterseite nämlich auch gleich den Abtropfbehälter, der in dunkler Farbe gehalten und ebenfalls aus Kunststoff gefertigt ist. Vor dem Gebrauch muss dieser aus dem Gehäuse gezogen werden, sonst kann es ärgerlich werden, wenn man übereifrig bereits das Reinigungsfluid in das Waschgehäuse gekippt hat.

In dem Waschgehäuse selbst sind zwei austauschbare Bürsten befestigt, die aus Ziegenhaar gefertigt sind und beim Reinigungsprozess dafür sorgen, dass nicht nur oberflächlich geputzt wird, sondern auch in den Rillen der Schmutz beseitigt wird.

Der Abtropfständer hat an beiden Seiten jeweils versetzte Plastikstäbe, die an der Oberseite mit einer weichen Kunststoffkappe versehen sind, um anliegendes Vinyl vor Kratzern zu schützen. Sieben Platten können zum Abtropfen hineingestellt werden. Eine Ablaufrinne in der Mitte sammelt die Flüssigkeit bei diesem Vorgang auf. Durch die Konstruktion bedingt stehen die Schallplatten nicht senkrecht, sondern leicht schräg in dem Plastikgestell.

Fehlen darf die eigentliche Reinigungs-Mixtur natürlich nicht, diese ist in einer sicher verschließbaren Plastikflasche untergebracht. Circa ein Liter befindet sich in der Flasche, welche Zutaten und wie genau die Zusammensetzung ist, bleibt Firmengeheimnis von Knosti. Mit ziemlicher Sicherheit hat es was mit destilliertem Wasser zu tun (damit keine Kalkreste entstehen), ein Quäntchen Reinigungsmittel und einen kleinen Anteil Isopropanol (für die Antistatik) können wir auch vermuten.

Das Fluid ist für den mehrmaligen Gebrauch gedacht, wenn man nicht verschwenderisch damit umgeht, kann man durchaus einige Waschvorgänge vornehmen. Damit der „edle Tropfen“ nach der Verwendung wieder sauber in die Flasche kommt, ist ein Trichter samt Sieb und Filter im Lieferumfang enthalten.

Während der Wäsche befindet sich das Vinyl zwischen zwei sogenannten „Etikettendichtschalen“, die im Wesentlichen dafür sorgen, dass die Labels nicht feucht werden und dass die Platte in das Waschgehäuse eingehängt wird. Zusammengehalten werden diese durch das Loch in der Mitte der Schallplatte. Damit es auch bei Singles mit größerem Mittenloch passt, ist in einer der Schalen ein weißer Aufsatz gesteckt, der umgedreht wieder eingesetzt werden kann und schon halten die Schalen auch bei den kleinen Vinyl-Scheiben. Damit keine Flüssigkeit in das Innere und damit auf das Label gelangt, werden die Schalen mit einem Gummiring abgedichtet. Raffiniert!

Das ist neu

Bis jetzt ist hier quasi alles beim Alten, so kennt man den Plattenwäscher von Knosti seit Jahren. Aber wir haben es ja mit der „Generation II“ zu tun. Also die Frage: Was ist denn jetzt neu an dem Ding?

Und tatsächlich gibt es da eine Innovation zu vermelden! Mit einem klitzekleinen neuen Detail versehen, kann die Waschaktion nun mit „Bedienhilfe“ vorgenommen werden. Bei dem alten Modell musste die mit Hilfe der Dichtschalen im Waschgehäuse aufgehängten Vinyl-Platte mit den Händen gedreht werden. Und das kann jetzt ab sofort mit Unterstützung einer kleinen Plastikkurbel erledigt werden. Damit die Platte bei dem Drehvorgang nicht unbeabsichtigt herausspringt, muss diese mit zwei auf der Oberseite des Gehäuses angeschraubten Absicherungen fixiert werden. Daniel Düsentrieb hätte Bauklötze gestaunt.

So viel Erfindergeist fordert seinen Tribut. Während die klassische Variante des Disco Antistat für knapp 50 Euro über die Ladentheke geht, kostet die upgedatete Version um die 75 Euro. Ob dieses Upgrade seinen Mehrwert verdient, können wir vielleicht im Praxisteil herausfinden.

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