Gitarre Hersteller_Keeley
Test
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05.07.2019

Praxis

Keeleys Synth-1 hängt in der Testphase vor einem Marshall Silver Jubilee Topteil, das vorerst im Clean-Kanal läuft. Ich aktiviere das Pedal, stelle das Blend-Poti auf Rechtsanschlag und lasse das Originalsignal damit zunächst außen vor. Über das Level-Poti kann das Ausgangssignal des Synths übrigens bei Bedarf auch etwas heißer ausgeben werden, womit sich die Vorstufe des Amps also auch "kitzeln" lässt. Wie sich beim ersten Anspielen zeigt, fühlen sich die Synth-Sounds auch mit voll aufgedrehtem Attack-Poti durch das wenig ausgeprägte Attackverhalten etwas träge an, was sich auf das allgemeine Spielgefühl auswirkt. Im Falle des Sägezahn-Modus werden die gespielten Noten zudem auch bei aufgedrehtem Attack-Poti weiterhin deutlich hörbar eingefadet.

Der Synth-1 kann nur monophones Tonmaterial wiedergeben. Um möglichst akkurate Ergebnisse zu erzielen, sollte man dabei die Dynamik der Anschlaghand einschränken und auch eventuell leicht mitschwingende Saiten vermeiden. Slides und Bendings werden aber erfreulicherweise recht gut umgesetzt.

Wir starten zunächst mit einer Bestandsaufnahme der drei abrufbaren Wellenformen. Ich beginne dabei mit der Rechteck-Wellenform. Um den Sound des Synth-1 etwas plastischer zu gestalten, habe ich dem Signal noch ein dezentes Delay im Hintergrund spendiert.

Auch wenn ich mir bei den gebotenen Sounds eine knackigere Ansprache wünschen würde, besitzen sie dennoch einen durchsetzungsfähigen Charakter. Wie wir gleich hören werden, geht es im Chaos-Modus aber auch noch eine ganze Spur brachialer, womit für mein Empfinden auch das "Fuzz" im Produktnamen bedient wird. Um Missverständnissen vorzubeugen hat das Pedal aber im Bezug auf das pure Gitarrensignal, das über das Blend-Poti hinzugemischt werden kann, keinen Fuzz-artigen Effekt im Angebot.

Der Sine-Modus wirkt im direkten Vergleich mit den beiden anderen Modi ein wenig verstimmt, was ich aber persönlich ganz charmant finde. Hören wir zu diesem Modus gleich noch ein Praxisbeispiel mit veränderter Filter-Einstellung.

Insgesamt wirken die Synth-Signale dennoch etwas fragil im Tracking. Bei manchen Intervallsprüngen lässt sich das Pedal auch gelegentlich komplett aus dem Konzept bringen, wie das folgende Beispiel zeigt.

Wie schon erwähnt, zeigt der Synth-1 seine brachialere, mit einem dezenten Wah-Effekt versehene Seite, sobald man den Chaos-Modus aktiviert. Aber hört selbst.

Mischt man das Signal des Synths mit dem Originalsignal der Gitarre, macht es Sinn, schon mit einem etwas zerrenden Ampsignal zu arbeiten. Die leichte Latenz zwischen Originalsignal und Synth-Signal bleibt dabei recht unauffällig. Steht das Originalsignal im Vordergrund, fallen die etwaigen Unsauberkeiten des Pedals auch weniger auf. In jedem Falle sind hier ebenfalls ausdrucksstarke Sounds möglich. Im folgenden Audioclip bekommt ihr einen Eindruck von den Möglichkeiten des Blend-Potis.

Für längere und atmosphärisch gespielte Töne bietet es sich natürlich an, das Attack Poti und die damit verbundene Swell-Option genauer in den Blick zu nehmen. Diese Funktion sagt mir vor allen Dingen im Falle der Synth-Sounds zu. Geht es um das Originalsignal, greife ich dann aber doch lieber auf ein Volume-Pedal oder das Volume-Poti an meiner Gitarre zurück.

Steuert man die Filterkontrolle mit einem externen Expression-Pedal, lässt sich der Synth-1 noch kreativer einbinden. Tiefe Töne bekommen so beispielsweise eine spannende Farbe. Wie man im abschließenden Beispiel aber auch noch einmal gut hören kann, fällt es dem Pedal schwer, das tiefe D in der Drop-D-Stimmung noch richtig zu erkennen.

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