Gitarre Hersteller_Keeley
Test
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15.09.2017

Keeley Engineering D&M Drive Test

Booster-Overdrive/Distortion-Pedal

Gain-Duo

Das Keeley D&M Drive Booster/Overdrive-Pedal reiht sich ein in die momentan sehr beliebten Kombinationen, die beide Aufgabengebiete gleichermaßen abdecken. Während diverse Hersteller auf der Suche nach immer neuen Pedalkreationen mitunter kuriose Gerätschaften auf den Markt bringen, die meist genau so schnell wieder vergessen sind, handelt es sich bei den Mischformen von Booster und Overdrive eher um kleine Verzerrer-Geheimwaffen.

Pedale dieser Art eröffnen dem Gitarristen ungeahnte Zugriffsmöglichkeiten auf die Gestaltung der Zerrstruktur und das Kompressionsverhalten. In Zusammenarbeit mit den beiden Gitarristen Daniel Steinhardt & Mick Taylor hat Robert Keeley genau so ein Pedal entwickelt. Aber wie es sich für die Gerätschaften aus den Keeley-Werkstätten gehört, bietet auch dieses Pedal einige Besonderheiten, die wir euch nicht vorenthalten möchten.

Details

Konzept und Aufbau

Der D&M Drive beinhaltet zwei individuelle Pedale in einem Gehäuse. Aus diesem Grunde sind seine Abmessungen auch nicht ganz so klein, wie man es von einem Tubescreamer ö.ä. kennt. Doch selbst wenn die Schaltung in einer Streichholzschachtel Platz hätte, müsste man schon wegen der stattlichen Anzahl an Reglern und den beiden Fußtastern mindestens die gewählte Größe anvisieren, um das Pedal überhaupt bedienen zu können. Die beiden Kürzel D & M stehen für Daniel Steinhardt & Mick Taylor, die den Youtube-Kanal "The Pedal Show" leiten.

Um die beiden Effekte, die das Pedal beheimatet, korrekt zuordnen zu können, hat man die Köpfe der beiden Namensgeber auf dem Pedal stilisiert dargestellt und jeder Sektion andersfarbige Potiknöpfe zugeordnet. Auf der rechten Seite befindet sich die etwas gemäßigtere Boost-Sektion mit weißen Potiknöpfen. Sie ist in Zusammenarbeit mit Mick Taylor entstanden, der übrigens nichts mit dem Ex-Rolling-Stones-Gitarristen zu tun hat. Ihr Sound bietet einen hohen Dynamikumfang und eine dezente Betonung der oberen Mitten. Auf der linken Seite hat die Overdrive-Abteilung ihren Platz, die mit schwarzen Potiknöpfen bestückt und auf den Geschmack von Daniel Steinhardt abgestimmt ist. Sie bietet weitaus höhere Gainreserven mit einem offenen und breitbandigen Frequenzspektrum und ohne nasale Mittenbetonung. Beide Seiten haben eine eigene Status-LED und einen separaten Fußschalter. Die Bedienung der beiden Sektionen ist kinderleicht und dürften niemanden, der schon einmal einen Tubescreamer bedient hat, vor ein unlösbares Rätsel stellen. Jeder Effekt hat die guten alten Weggefährten Gain, Tone und Level im Angebot. Mit Gain lässt sich der Verzerrungsgrad einstellen, während man mit Tone die Frequenzen der Verzerrung auf den persönlichen Geschmack abstimmen kann. Der Level-Regler bestimmt jeweils den Ausgangspegel. Mit ihm kann man, wenn beide Sektionen aktiviert sind, nochmals Einfluss auf den Verzerrungsgrad und die Kompression nehmen. Mit einem mittig angebrachten Miniswitch lässt sich die Reihenfolge der beiden Schaltkreise tauschen und so mit dem Level-Regler der ersten den Eingang der zweiten Sektion anblasen, wodurch sich zusätzlich viele Soundvarianten ergeben.

An der Stirnseite befinden sich sämtliche Buchsen des Pedals, also Ein- und Ausgang sowie der Anschluss für ein Standard-9-Volt-Netzteil. Aber auch hier hat Robert Keeley wieder ein Schmankerl eingebaut, denn die beiden Ein- und Ausgangsbuchsen haben eine Doppelfunktion, die besonders für Pedalboard-Liebhaber interessant ist. Mit speziellen Stereo-Y-Kabeln lassen sich beide Sektionen separat abgreifen und mittels Looper in die Signalkette schalten. Das ist dann so, als hätte man tatsächlich zwei einzelne Pedale am Start. Eine klasse Idee, wie ich finde. Vorher muss das Pedal jedoch zuerst in den endsprechenden Modus geschaltet werden. Dazu schraubt man den Boden ab und bringt die vier Dip-Schalter, die hier sofort ins Auge fallen, in die "Up"-Position. Und wo man den Deckel schon einmal entfernt hat, kann man sich gleichzeitig davon überzeugen, dass man das Pedal zwingend mit einem Netzteil betreiben muss, denn Platz für einen 9-Volt-Block sucht man vergebens. Die gesamte Verarbeitung des Pedals ist, typisch Keeley, über jeden Zweifel erhaben. Also auf ins Studio und ran an die Buletten.

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