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Kali Audio IN-8 Test

Praxis

Drei Wege und zwei Achsen

Gespannt baue ich die Kali Audio IN-8 auf Stativen im Stereodreieck in einem Abstand von von zwei Metern zu meiner Abhörposition auf. Die mitgelieferten, selbstklebenden Gumminoppen verwende ich nicht, sondern platziere die Boxen auf großen Schaumstoff-Akustikpads.
Schaltet man die Boxen ein, so wird dies per blau leuchtender Front-LED quittiert. Etwa zwei Sekunden später ist ein leises Grundrauschen zu hören; es kann also losgehen.Nach den ersten Takten meines All-Time-Lieblings-Testsongs bin ich etwas erstaunt, denn der zunächst unauffällige Klang macht mich ein wenig sprachlos. Normalerweise fällt einem immer direkt etwas auf, das sonderbar klingt, oder das störend oder unnatürlich wirkt. Bei der IN-8 benötige ich etwas, um mehr herauszufinden. Ich skippe durch einige meiner gewohnten Testsongs und empfinde das, was ich höre, als außergewöhnlich klar und sauber. Die Abbildung ist sehr präzise und fast schon als chirurgisch schneident zu bezeichnen. Schönfärberei kann ich auch nach einigen Songs nicht ausmachen.

Die Bühne des Stereofelds klingt sehr aufgeräumt und sauber.
Die Bühne des Stereofelds klingt sehr aufgeräumt und sauber.

Der Einsatz der drei Wege zahlt sich offenbar aus. Sie erlauben im Vergleich zu zwei Wegen eine bessere Abstimmung der Frequenzgänge, dies bricht auch bei sehr hohen Abhörlautstärken nicht ein. Dem sehr guten Bassfundament wird im Fall der IN-8 noch per Koaxial-Lautsprecher die Krone aufgesetzt. Der Eindruck einer Punktschallquelle ab einem Frequenzbereich von etwa 300 Hertz aufwärts verhilft den Sprösslingen der kalifornischen Audio-Schmiede zu einer ungemein sauberen Klangbühne.
Je mehr unterschiedliches Material ich mit den Kali Audio IN-8 durchhöre, desto mehr bemerke ich, dass ich die Boxen auch deswegen als angenehm empfinde, weil sie oberhalb von 8 Kilohertz im Pegel ein wenig zurückhaltend sind. Dennoch bilden sie S-Laute sehr deutlich ab, was sehr hilfreich für die Einschätzung sein kann, ob De-Esser zum Einsatz kommen müssen.
Auffällig schön empfinde ich den Mittenbereich. Wenig Pegel im hohen Frequenzbereich zu hören, könnte man selbstverständlich auch bereits als „weich“ bezeichnen. Dies würde der IN-8 aber nicht gerecht werden. Im Zusammenspiel mit der guten Mitten- und Bass-Wiedergabe muss man der IN-8 einen schönen, warmen und weichen, aber dennoch detaillierten und klaren Sound bescheinigen.

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Profilbild von HT104

HT104 sagt:

#1 - 10.02.2023 um 00:26 Uhr

0

Die „Boundary EQ Settings“ sind leider mißverständlich beschrieben worden... Die von euch mit 5m beschriebenen Abstände sollten tatsächlich 0,5m heißen.

    Profilbild von Nick Mavridis

    Nick Mavridis sagt:

    #1.1 - 10.02.2023 um 08:29 Uhr

    0

    Hallo, oh ja, das stimmt. Fünf Meter wären ein wenig viel und somit wohl eher Standard in so gut wie allen Räumen. Ich habe es geändert, danke für Dein waches Auge. Beste Grüße Nick

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