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23.09.2014

Joey Sturgis Tones JST Clip Test

Clipper-PlugIn

Red is good!

Joey Sturgis ist ein US-amerikanischer Musikproduzent und Mixing Engineer. Bekannt geworden ist er nicht nur durch seine erfolgreiche Arbeit als Produzent, Programmierer und Ton-Ingenieur – auch seine Custom Drums Sample-Libraries haben in der Szene große Beachtung gefunden. Grund für sein Engagement in diesem Bereich war wiedermal die Tatsache, dass ihm die auf dem Markt befindlichen Libraries qualitativ einfach nicht gut genug waren. Also beschloss er kurzerhand selbst welche zu produzieren. Seit einiger Zeit hat er aber auch seine eigene PlugIn-Serie am Start. Eines davon möchte ich euch heute vorstellen, das Joey Sturgis Tones JST Clip!

Bevor wir uns ins aber Detail stürzen, zunächst ein paar Infos zur Kernkompetenz des Tones JST Clip Plug Ins. Wenn es um das Thema Mastering geht, liest und hört man ja immer wieder vom sogenannten Converter Clipping. US Mastering Engineers, wie z.B. Brian „Big Bass“ Gardener (Dr. Dre / 50 Cent und viele andere) clippen die Songs beim Mastern mit sehr teuren Audio-Interfaces, wie z.B. dem Lavry Gold. Grund dafür ist, das ein geclipptes Master einfach anders klingt, als ein ausschließlich mit einem Limiter bearbeitetes. Ich würde das Ergebnis als offener, natürlicher und irgendwie crisper beschreiben. Und genau hier setzt Joey Sturgis mit Tones JST Clip an. Sein Ziel war es, den Converter Clip-Sound in ein PlugIn-Format zu portieren.

Details und Praxis

Der Joey Sturgis Tones JST Clip ist ein PlugIn für die Schnittstellen AU/VST/VST3/RTAS/AXX und sowohl für den Mac als auch den PC in 32Bit- und 64Bit-Versionen erhältlich. Weitere Informationen findet ihr hier.

Das Joey Sturgis Tones JST Clip GUI im Einzelnen:

Input (der große Regler in der Mitte)

Mit diesem Controller lässt sich der Eingangspegel einstellen. Leider bietet die Oberfläche des Plug-Ins weder Input-Meter, noch LED, die einem den Pegel verraten bzw. visualisieren, ab wann das Signal anfängt zu clippen. Man muss hier also seine Ohren benutzen!

Der Regler geht in 1dB-Schritten nach oben - bis +12dB. Wem das nicht langt, der kann den 2x Schalter umlegen und so die 1dB-Schritte verdoppeln, wodurch unterm Strich dann +24dB zur Verfügung stehen.

Trim

Mit diesem Regler wird der Ausgangspegel justiert, und zwar von 0 dB (default) bis -12dB, da das Signal durch das Clippen logischerweise lauter wird.

Mix

Beim Mix Knob handelt es sich um einen Dry/Wet-Regler, wobei hier zwischen 100% bis 0% gewählt werden kann, um z.B. bei Einzelsounds (falls gewünscht) ein bisschen „Smack“ dazu drehen zu können.

Praxis Anwendung:

Das PlugIn funktioniert sehr gut auf Bussen, Drums und natürlich auf Gruppen oder beim Mastern. Die Nutzung ist relativ simpel: JST Clip auf eine Spur laden, Input-Regler aufdrehen, Sweet Spot finden bzw. gegebenenfalls den 2x Schalter umlegen, falls das Ausgangssignal zu leise ist, und anschließend dann mit dem Trim-Regler das Signal soweit herunterregeln, dass man wieder einen vernünftigen Ausgangspegel hat.

Zeit, uns einige Audios anzuhören – und zwar mit und ohne JST Clip.

Den Anfang macht ein sechzehntaktiges Synth-Riff – die ersten acht Takte mit, die zweiten acht Takte ohne JST Clip. Der Peak ist gleich!

Und das Gleiche nochmal mit der Kick-Drum.

Im folgenden Audio hört ihr eine Kick-Drum und einen Clap. Auf dem Clap kommt  der JST Clip zum Einsatz. Auch hier ist der Peak gleich. Erneut habe ich die ersten acht Takte mit, die zweiten acht Takte ohne JST Clip aufgenommen.

Im nächsten Beispiel hört ihr den JST Clip auf dem 2Bus mit einem RMS von -7,5 dB.

Und zum Abschluss das Gleiche nochmal. Allerdings befindet sich anstelle des JST Clip, nun das Izotope Ozone 5 PlugIn auf dem 2Bus. Auch hier mit einem RMS von -7,5 dB zum Vergleich.

FAZIT

Es gibt nicht viele Clipper auf dem PlugIn-Markt. Die Firma IK Multimedia beispielsweise bietet zwar einen Clipper in ihren Classic T-Racks Bundle mit an, dieser neigt aber dazu, sehr schnell das Signal zu verzerren. Und dann gibt es noch von Vladg/Sound den Limiter6, welchen ich euch demnächst noch genauer vorstellen möchte. Das war es dann aber auch schon, glaube ich, zumindest für die Mac-Schnittstelle. Einige Limiter haben zwar einen Clip-Modus, aber deren Sound hat mich nie wirklich überzeugt. Vor einigen Jahren durfte ich Brian Bass Gardener persönlich kennenlernen, und durch ihn bin ich erst auf den Geschmack gekommen, was das Clipping angeht - wobei ich zu dieser Zeit den Prism Sound Orpheus als Audio-Interface genutzt habe. Natürlich klingt der Joey Sturgis Tones JST Clip nicht wie ein Lavry Gold oder ein Prism Sound Orpheus, aber man kann schon sagen: Es ist der gleiche Sport, wenn auch nicht dieselbe Liga.

  • PRO:
  • einfache, schnelle Bedienung
  • Converter Clip Sound
  • leicht auf der CPU
  • CONTRA:
  • Keine Pegel oder LED Anzeige
  • FEATURES:
  • Converter Clipping für kleine Geld
  • Clipping, Dry/Wet

  • PREIS:

  • USD 30,-

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