Software Hersteller_iZotope
Test
10
02.12.2015

Praxis

Allgemeines

Die Ozone Plug-Ins sind aus meinem Setup schon seit etlichen Jahren nicht mehr wegzudenken. Einfache und intuitive Gestaltung der Oberflächen und ein wirklich überzeugendes Ergebnis, was braucht man sonst noch? Vielseitigkeit - und das bekommt ihr mit dem Advanced Paket. Seit Ozone Version 5 funktionieren die einzelnen Module einwandfrei als Single-Plug-Ins in euren Wahl DAWs (siehe Testberichte Ozone 5, Ozone 6).

Maximizer Limiter

Der schon lange hochgelobte Limiter „Maximizer“ kommt jetzt unter das Messer. Und ich muss sagen, dass iZotope hier noch einmal eine Schippe drauf gelegt hat! Natürlich geht das zu Lasten der CPU-Auslastung, aber wir wollen das beste Ergebnis mit einem professionellen Mastering Prozessor erzielen. Im Transient-Modus, inklusive True Peak Limiting und Transient Emphasis aktiviert, erreicht die CPU-Auslastungsanzeige in Ableton Live 9.5 meines MacPro Dual Quad Intel Xeon (mit jeweils 3 GHzund 16 GB RAM) die 50%-Marke. Das ist vernachlässigbar, da ich dieses Modul in den seltensten Fällen live oder in einem Bus einsetze. Ohne Knacksen und Hänger das Material durchzuhören funktioniert tadellos. Die Qualität ist ebenfalls sehr gut. Sogar bei extremen Einstellungen, also hohem Limitieren/Komprimieren des Soundmaterials, sind Transienten sehr gut erkennbar, Drums behalten den Punch und die Höhen wirken überhaupt nicht angezerrt. In den niedrigeren, CPU-schonenderen Einstellungen Classic und Modern, schlägt die CPU Belastung mit 14 beziehungsweise 16 Prozent zu Buche.

Zum Anhören und Vergleichen verschiedener Presets und Einstellungen folgen die Soundbeispiele:

Vintage Flavour

Die Vintage-Module sind größtenteils auf meiner Studiomaschine nicht sehr CPU-hungrig und sehr gut als Plug-In in den Mixbussen meiner Songs einsetzbar. Der Vintage EQ nutzt zirka vier Prozent CPU, der Vintage Compressor zirka sieben Prozent, das Vintage Tape zirka zehn Prozent und der Vintage Limiter wiederum nur sechs Prozent. Leider sind Vintage Tape und der Limiter nicht Latenzoptimiert und erzeugen Verzögerungszeiten von bis zu 50 ms, die durch die DAW kompensiert werden müssen. EQ und Compressor kann ich dagegen getrost in meinem Live-Setup einsetzen.

Für mich und für meine Arbeitsweise ist überraschenderweise das Tape und der Limiter ganz weit vor den anderen beiden Vintage Plug-Ins, die ich sehr gut durch ähnliche Drittanbieter oder sogar den vielseitigeren Ozone 7 Standard Plug-Ins ersetzen kann.

Das Tape-Plug-In matscht im Vergleich zu anderen oft genutzten Tape-Plug-Ins von Universal Audio und Slate Digital mein Summensignal nicht so schnell zu. In der richtigen Einstellung (es gibt wirklich sehr interessante Presets als Ausgangspunkt für das Arbeiten), erzeugt das Modul eine sehr warme und immer noch druckvolle Erweiterung des Bassspektrums. Transienten bleiben gut erhalten.

Der Vintage Limiter ist natürlich nicht so exakt und klar wie der große Bruder Maximizer, aber benötigt nicht annähernd so viel Rechenleistung. Deswegen ist das Plug-In vielseitiger in einem Mix oder zum „nur mal schnell einen Limiter auf den Master legen“ eine gute Wahl. Den Glue-Effekt beherrscht der Limiter ebenso gut.

Den EQ finde ich zu aufwändig einzustellen. Die Wahl der festgelegten Frequenzen muss geklickt werden. Oft suche ich während eines Mastering Prozesses bestimmte Frequenzen oder Frequenzbänder, die ich hier nicht oder nur über Umwege verändern kann. Dann muss ich wohl oder übel auf einen anderen oder eher den mitgelieferten Standard EQ zurückgreifen. Wer aber auf den Sound des Pultec-EQs steht und die damit verbundene begrenzte Justierbarkeit verzeiht, ist trotzdem sehr gut mit dem MS-fähigen Equalizer ausgestattet.

Der Vintage Compressor dagegen hat sein Plus im Filter des Sidechain-Weges. Natürlich kann ich den Effekt ebenso durch den mitgelieferten Standard- und sogar Multiband-Compressor ersetzen, der durch seine umfangreichen Optionen glänzt. Ich erzielte wiederum, gerade durch die minimal gehaltenen Funktionen, unerwartete, aber gute Ergebnisse.

Die Preset-Liste der Vintage-Plug-Ins sind durchweg interessant. Ein Durchklicken hilft mir oft, wenn ich nicht den richtigen Ansatz für eine Problemlösung finde. Darüber hinaus werde ich die Plug-Ins sicherlich im Bereich Sounddesign einsetzen. Das Vintage-Tape-Modul eignet sich zum Beispiel sehr gut, um saturierte Drumloops, aber auch Synthesizer-Sounds zu kreieren.

Mehr gibt es über die Vintage Module nicht zu sagen, aber dafür einiges an Soundbeispielen zu hören.

Der Einsatz aller neuen Module in einer Masteringkette klingt durchweg sehr gut und ich werde auf jeden Fall des Öfteren auf die Vintage Plug-Ins zurückgreifen. Dazu habe ich Mastering-Presets auf meine Beispiel-Loops angewendet und die folgenden Beispiele gerendert:

MP3/AAC-Export

Positiv und absolut zeitgemäß finde ich den MP3/AAC-Export. Und das funktioniert wie erwartet und ohne Probleme. Tags stehen an der richtigen Stelle und die Soundqualität ist, wie erwartet, professionell. Toll finde ich den Artefakt-Preview. Somit kann man sich während des Mischens und Masterns das perfekte MP3 formen. Fehlt es dem Ergebnis durch das Komprimieren an Mitten oder verschwinden die Vocals im Nichts, drehe ich mit dem EQ für das Mid und Side Signal die dementsprechenden Frequenzen dazu. Hier gibt es leider keine Presets, um beispielsweise einen Dance-Titel für ein MP3-Mastering aufzubereiten. Das würde auch zu weit führen, denn wie wir wissen, ist Mastering ein sehr stark auf das Ausgangsmaterial abgestimmter Prozess. Presets sollen und können nur anregen, aber nicht allgemein und jeden Premix per Knopfdruck finalisieren.

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