Test
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30.12.2018

Praxis

Sauber, aber dunkel und eher leise klingen die Crashes und das Ride

Im Einsatz zeigt sich schnell der generelle Klangcharakter der Xist ION Becken, beziehungsweise zumindest ein Teil davon. Die beiden Crashes überraschen mich mit einem schnell ansprechenden, aber zurückhaltenden, relativ leisen Klang. Ihre Bohrungen sorgen zwar für den bekannten, „trashigen“ Grundklang, die bei derartigen Konstruktionen zumindest subjektiv wahrnehmbare Aggressivität und Lautstärke besitzen sie jedoch nicht. Ihr könnt das deutlich in den Soundfiles im Kontext mit dem ganzen Drumset hören. Mir gefällt ihr luftiger, ja fast flüchtiger Klang sehr gut, wer jedoch den komplexen „Wumms“ eines Sabian HHX O-Zone Beckens zum Sparpreis sucht, wird hier aber wohl nicht fündig. Interessant finde ich, dass sich auch aus dem 17er durchaus brauchbare, trockene Ridesounds herausholen lassen. Womit wir beim 21er wären, welches mich sofort an ein Sabian AA Raw Ride erinnert. Trocken, klar und dunkel erklingt es auf dem Profil angespielt, der leicht metallische Anschlagssound sorgt für eine gute Ortbarkeit. Laut ist allerdings auch dieses Becken nicht. Stattdessen hängt es kontrolliert am Stick, auch die Glocke klingt schön klar, ist aber dezent. Natürlich verleihen die Bohrungen dem Xist ION Dark Ride eine gewisse Dreckigkeit besonders im Sustain, diese dominiert aber nicht das Geschehen. Die Crash-Fähigkeiten sind relativ gut, wobei der Grundklang auch hier trocken und etwas belegt wirkt.  

Das Dark Trash klingt tiefer als das 19er Crash

Trotz seiner deutlich anderen Bauweise integriert sich das 19er Dark Trash gut in die Reihe der Crashes. Es klingt deutlich dunkler als das gleich große Crash und moduliert im Ausklang etwas unsauberer. Echte Aggressivität liegt ihm allerdings genauso fern, auch seine Lautstärke wirkt gezügelt. Trotz der Form und der Löcher besitzt es auch gewisse Ride-Qualitäten.  

Die Hi-Hats sind ein Fall für sich

Die zweite Überraschung des Tests ist die Hi-Hat. Sie besitzt einen ähnlichen Klangcharakter wie die anderen Xist ION Dark Modelle, allerdings wirkt sie, als hätte jemand den Lautstärkeregler weit aufgerissen. Bei geschlossener Spielweise mit dem Stock sorgt das schwere Bottom-Becken für eine starke Projektion der trashigen Klanganteile, gleichzeitig ist die Dynamik gegenüber einer konventionellen Hi-Hat deutlich eingeschränkt. Das oben bereits angesprochene Problem der nicht plan aufliegenden Becken äußert sich zudem in einem relativ undefinierten Sound bei geschlossenen Becken. Hier wäre sicherlich noch mehr drin. Ich finde das Spielgefühl außerdem unangenehm hart. Halboffen entwickelt die Hi-Hat ein äußerst dominantes Rauschen, in welchem sich die anderen Becken teilweise fast verlieren, auch das könnt ihr gut in den Soundfiles hören. Ich habe mich daher auch entschieden, das eigentlich für die Hi-Hat gedachte Mikrofon im Mix fast auf Null zu pegeln. Den Vogel schießt aber zweifellos der Chicksound ab, der so laut ist, dass er fast das Ride übertönt. Wer also eine Hi-Hat benötigt, die sich durchzusetzen weiß, ohne zu glockig zu klingen, könnte hier genau an der richtigen Adresse sein, ihre Abstimmung innerhalb der Serie finde ich aber nicht wirklich gelungen. 

Mit dem Clap Stack sind viele Sounds möglich

Besonders gespannt war ich auf das Clap Stack, denn erstens bin ich ein Fan kurzer Sounds, die man als Hi-Hat Ersatz verwenden kann, und zweitens laden gestackte Becken immer zum weiteren Experimentieren ein. Zunächst ist anzumerken, dass das Instrument ebenfalls eher leise ist, zumindest, wenn man es verwendet wie von Istanbul Agop angedacht. Einzeln angespielt, hören sich die drei Teile alle etwas undefiniert, trashig und kurz an, spannend wird es, wenn man sie ans Stativ hängt. Dann lädt die Konstruktion zu neuen Figuren ein, die in den vielen Spielarten des HipHop, R'n'B und Elektro gut funktionieren. Das Teil klingt tatsächlich wie eine Mixtur aus Hi-Hat und analogem Clapsound, durch das unterschiedlich feste Anziehen der Beckenschraube sind subtile, aber wirkungsvolle Veränderungen der Tonalität und des Sustains möglich. Nicht aufgenommen habe ich euch meine weiterführenden Experimente, zu denen das Auflegen der einzelnen Scheiben auf andere Becken und Trommeln gehörte. Hier sind jedenfalls viele weitere, inspirierende Klangfarben möglich.

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