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09.06.2021

Istanbul Agop Traditional Jazz Series Test

Becken Serie

Zeitlose Sounds aus der Mutterstadt der Cymbals

Istanbul gilt für viele Kenner und Sammler als das Mekka der Cymbals. Hier entstanden in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts Becken, die den Drumsound der Musikgeschichte prägten, heute unter Liebhabern äußerst gefragt sind und teilweise zu horrenden Preisen gehandelt werden. Die Stadt, in der sich die Beckenschmiedekunst maßgeblich entwickelte, fand sich auch im Namen der Firmen der ehemaligen Partner Mehmet Tamdeger und Agop Tomurcuk wieder, die nach dem Umzug der Zildjian-Dynastie nach Nordamerika im Jahr 1978 Istanbul Cymbals gründeten. Istanbul Agop, die Firma des 1996 verstorbenen Namensgebers, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer absoluten Instanz auf dem Beckenmarkt und begeistert Trommler auf der ganzen Welt durch ein breites Sortiment mit unterschiedlichsten Modellen und Klängen für verschiedenste Musikstile.

Agop Tomurcuks Söhne Arman und Sarkis beschlossen nach dem Unfalltod ihres Vaters schließlich, eine eigene Firma zu gründen, weshalb seitdem die Namen der Gründer und meisterlichen Beckenschmiede Agop und Mehmet die Beckenserien der Metropole vom Bosporus schmücken. Mit den Jahren wuchs die Liste der prominenten Drummer, die sich mit den unterschiedlichsten Modellen facettenreiche Setups zusammenstellten. Kürzlich wurde mit der Traditional Jazz Serie eine Hommage an frühere Tage mit den Nuancen der Neuzeit zu einem dreiteiligen Beckenset in B20-Bronze gehämmert. Dabei sollen die Becken den Dynamikbereich traditioneller, akustischer Musik meistern und sich ebenso in moderner Musik behaupten können. Wir haben die drei Becken für euch angespielt.

Details

Die drei Neuzugänge der bereits seit langer Zeit bestehenden Traditional Serie bilden ein Jazz-Setup in klassischen Größen. Die 14“ Hi-Hat und die beiden Rides in 20“ und 22“ sind allesamt aus B20-Bronze gefertigt und liefern schon optisch das, was jedem Liebhaber das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Eine abgedrehte und nur leicht polierte Oberfläche ohne Schutzschicht lässt die stundenlange Arbeit des Schmieds mit dem Hammer deutlich sichtbar erscheinen und unterstreicht die optisch tadellose Verarbeitung. Hier wird sich über jahrelanges Spiel sicher eine wunderschöne Patina verewigen, die jedes Becken zu einem Unikat werden lässt.

Sämtliche Kanten der Becken sind eben verarbeitet und auch die Mittellöcher wurden sauber eingefügt. Das angesprochene Vorhaben, Tradition und Fortschritt zu vereinen, findet sich auch im schlichten, quadratischen Logo wieder, was dem klassischen Look der Becken einen modernen Anstrich verleiht. Unter der dreizeiligen Serienbezeichnung befindet sich ein schmaler Druck für Größe und Modell. Auf der gegenüberliegenden Seite sowie auf der Unterseite der Becken befindet sich der Druck des Firmenlogos. 

Wie für Istanbul Agop Becken typisch, haben sich die Chefs Arman und Sarkis nach der Endabnahme der Instrumente mit ihrer Signatur auf der Unterseite der Bell eines jeden Beckens verewigt. Wo in früheren Tagen mithilfe eines kleinen Stempels die Becken auf der Oberseite markiert wurden, prangt heute eine ansehnliche Lasergravur mit dem Namen der Schmiede, der Gründer und der angesichts des hochwertigen Gesamteindrucks schon fast unnötigen Bemerkung, dass dies ein handgefertigtes Instrument aus der Türkei ist.

Alle drei Becken sind der Kategorie medium-light zuzuordnen. Die Rides mit 1773 und 2360 Gramm haben ein recht flaches Profil, während die Hi-Hat mit 901 Gramm (Top) und 1078 Gramm (Bottom) in einem leicht schirmartigen Profil gefertigt wurde. Alle Becken haben eine klassisch gewölbte und eher unscheinbare Bell. Die Form und Größe der Bell im Verhältnis zum Durchmesser des Beckens spielen eine wichtige Rolle für den Klang. Im Gegensatz zu großen, deutlich abgesetzten Bells wie beispielsweise bei sogenannten Power Rides, sind die Bells bei der Traditional Jazz Serie sanfter eingearbeitet, was für einen in den Grundklang des Beckens integrierteren Bellsound spricht.

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