Serie_Interview
Feature
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26.10.2008

B: Was bei der Durchsicht deine Homepage auffällt: Warum hast du einen Rechtsanwalt als Management?

Das hat sich so ergeben, auch weil er in Berlin wohnt. Der war sowieso ständig mein Ansprechpartner und in Amerika ist es schon gang und gäbe, dass die Anwälte auch die Manager sind.

B: Manche Musiker verklagen ja irgendwann ihr Management. Das heißt in so einem Fall müsstest du gegen deinen Rechtsanwalt klagen...

(lacht) Da wollen wir mal hoffen, dass das nicht eintritt. Ich glaube nicht, dass ich in diese Situation kommen, denn die Verträge, die ich heute abschließe, sind andere als früher. Die sind viel lockerer und leichter und gehen nicht auf Jahrzehnte hinaus.

B: In einem Interview hast du dich selbst als „Singer-/Songwriterin“ bezeichnet. Heißt das, dass du ständig am Schreiben bist?

Nun, ständig nicht, aber ich habe ja, wie gesagt, mein eigenes kleines Studio, und da schreib ich schon immer Lieder für meinen Verlag, die Sony, wenn irgendwelche Ausschreibungen für Songwriter bestehen. Und natürlich auch für mich selbst. Ich kann mittlerweile sehr gut mit Computern und Instrumenten umgehen. Für meine Platte war es mir auch wichtig, dass ich sehr viel selbst mache, denn das ist ein Lernprozess und das wollte ich deshalb unbedingt. Ich wollte tiefer in die Materie und auch in mich hineinhorchen, welche Musik ich in mir habe.

B: Gerade wenn du auch für den Verlag schreibst, wie muss man sich die Arbeitsweise vorstellen. Gehst du ins Studio und saugst dir was aus den Fingern, bzw. entstehen Songs in einem Arbeitsprozess oder ist es so, dass dich plötzlich die Muse küsst und dir die Ideen zufliegen?

Schön wärs (lacht)! Nein, ich gehöre leider zu der Kategorie Musiker, die sich ins Studio setzen muss, so gegen Mittag, und sich dann an die Songs herantastet. Manchmal geht’s einfach, dann sprudeln die Ideen, manchmal ist es wirklich richtig harte Arbeit. Da muss man sich dann schon richtig motivieren. Ich sitze nicht in einem Kaffee oder laufe mit Leuten rum und habe plötzlich Ideen. Wenn überhaupt, dann nachts, wenn ich gerade einschlafe, dann träume ich Musik. Das Problem ist, dass man das immer wieder vergisst, wenn man morgens aufwacht. Aber ich habe schon gnadenlos viele Hits geträumt (lacht).

B: Was denkst du über Communities wie myspace. Ist das inzwischen wichtig für einen Musiker, um sich zu präsentieren und Kontakt mit den Fans zu halten oder ist das mehr Spielerei?

Das ist eine gute Frage, die ich mir auch immer wieder stelle. Ich kann es nicht sagen. Einerseits ist es schon wichtig, um bei den Leuten präsent zu sein. Andererseits bin ich auch nicht immer im Netz, um darauf zu achten, dass alles aktuell ist.

B: Gab es einen Moment als Kind, wo du realisiert hast, dass du eine außergewöhnliche Stimme hast?

Nein, gerade als Kind kann man sich ja nicht von außen betrachten. Aber ich denke, dass ich die Musikalität von meinem Vater geerbt habe. Er hatte früher auch eine Rockband, allerdings nur Hobby mäßig, und spielt auch gut Gitarre. Ich war vor kurzem bei meiner Familie zu Besuch und wir haben im Wald ein Lamm gegrillt. Mein Vater hat dann die Gitarre ausgepackt und ich habe gestaunt, wie gut und wie fit er noch als Musiker ist. Für mich war der Einstieg in das Musikuniversum so in der siebten, achten Klasse mit Nirvana oder Soundgarden. Dann war es ein Drang, ich wusste, ich musste jetzt Musik machen.

B: Die Karriere von den Guano Apes ging ja ab einem gewissen Punkt sehr schnell. Kannst du dich noch daran erinnern, wie es war, plötzlich auf den großen Bühnen zu stehen, bei den großen Festivals zu spielen? Oder ist man da plötzlich in einem Sog, den man gar nicht richtig realisiert?

Ja, man ist in einem Sog, vor allem wenn man so jung ist, ich hatte ja gerade die Schule mehr oder weniger beendet. Das ist dann schon so, wie ein Schulausflug, der nicht mehr enden will. Man macht es dann einfach nur, weil man ja auch wahnsinnig Bock hat. Aber leider kann ich mich nicht an alles erinnern. Das ist schade, weil man ja soviel erlebt. Aber ich lebe immer mehr für den Moment und vergesse deshalb viel. Frage mich, was morgen sein wird, dann kann ich dir Auskunft geben.

B: Das heißt, wenn ich dir eine e-mail schreibe und mich für das Interview bedanke, wirst du dich fragen, welches Interview?

(lacht) Nein, ich werde ja auch älter und ich arbeite an meinem Gedächtnis!

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