Test
8
20.11.2020

IMG Stageline DSP-26 Test

Lautsprechermanagement-System mit DSP-Prozessoren und Digitalwandlern

Was PA-Controller betrifft, muss man eines klar feststellen: Es gibt eine Zweiklassen-Gesellschafft. Die teuren Vertreter jenseits der 1.000-Euro-Schallmauer sind wahre Ausstattungsmonster. DANTE-Integration, AES-Digitalausgänge, integrierte WiFi-Module und Remote App – all das gilt in der Upper-Class als mehr oder weniger selbstverständlich. Aber braucht man das eigentlich? Im Profi-Touring Geschäft durchaus, aber um eine Standard-PA in den Griff zu bekommen, mit Sicherheit nicht. Hier reichen Funktionen wie EQ, Crossover und Limiter aus, um der Aufgabe gerecht zu werden. Und genau das verspricht der IMG Stageline DSP-26 Testkandidat. Eine günstige Signalwegverwaltung für kleinere Beschallungsanlagen. Wir schauen uns an, wie sich der Kandidat dabei anstellt.

Details

Der Lieferumfang entspricht dem professionellen Standard, sprich: Gerät, Netzteil, USB-Kabel und eine gedruckte Bedienungsanleitung in Deutsch und Englisch. Einen Datenträger für die Remote-Software suche ich allerdings vergebens. Kein Beinbruch, wenn man ehrlich ist, verfügen die meisten aktuellen Laptops sowieso nicht mehr über ein physikalisches Laufwerk. Daher steuere ich als erste Amtshandlung die IMG Stageline Website an, um mir die Software für eine spätere Begutachtung zu saugen. Überraschung! Die ansonsten so penibel sortierte Website bietet keinen Download an. OK, widmen wir uns zunächst der …

Hardware

Der Controller verfügt über ein kompaktes Metallgehäuse mit geringer Einbautiefe. Das lüfterlose Design im schwarzen Abendkleid wirkt seriös und typgerecht. Die Vorderseite ist klassisch aufgeteilt. Auf der linken Seite residieren zwei achtstellige Meter-Anzeigen für den Input-Pegel, rechts davon befindet sich das hintergrundbeleuchtete Display, das von einem großen Push-Encoder zur Parametereingabe begleitet wird. Es folgen sechs Auswahltaster für die direkte Bedienung am Gerät. Rechts davon befinden sich ebenfalls achtstellige LED-Meter für die sechs Ausgänge des IMG-Controllers. Jeder Ausgang verfügt über eine Mute-Taste, die das schnelle Stummschalten des Ausgangs erlaubt.

IMG Stageline DSP-26 Rückseite

Die Rückseite gibt sich noch spartanischer als die Vorderseite. Von links nach rechts notiere ich sechs XLR-Buchsen für die Ausgänge, eine USB-Buchse für die Remote-Software in Kombination mit einem Windows Computer und zwei XLR-Female-Buchsen für die beiden Eingänge. Die Stromversorgung wird über ein externes 6 Volt Netzteil realisiert. Ich muss gestehen, ich bin kein Fan von externen Netzteilen bei Missions-kritischen Gerätschaften wie Mischpulten oder PA-Controllern. Auf der anderen Seite haben wir es hier mit einem Gerät unterhalb der 250,- Euro Schwelle zu tun. Da habe ich schon Verständnis, dass IMG Stageline irgendwo den Rotstift ansetzten muss.

Wenig Verständnis habe ich allerdings dafür, dass man dem Netzteilstecker nicht wenigstens eine Zugentlastung spendiert hat. Dass man konsequenterweise keinen Netzschalter verbaut hat, empfinde ich dagegen als positiv. Ein PA-Controller sollte ohne Umwege seine Arbeit aufnehmen, sobald er mit Strom gefüttert wird. Wird er (unabsichtlich) über einen Netzschalter abgeschaltet, dann bleibt die PA stumm, selbst wenn die Endstufen aktiv sind. Daher Daumen hoch für die Wegrationalisierung des Netzschalters.

Bedienung bitte! 

Ich gestehe, wenn immer möglich, dann bediene ich einen PA-Controller vorzugsweise über eine Remote-Software anstatt am Gerät selbst. Egal wie gut die Bedienung am Gerät selbst ist, die Übersicht via Software ist immer besser. Eigene Programmierfehler fallen schneller auf und das Erstellen von Presets geht deutlich schneller von der Hand. Dennoch sollte man immer die grundlegende Bedienung eines Controllers draufhaben. Es kommt der Tag, wo man seinen Remote Laptop oder dessen USB-Kabel vergessen hat oder die Verbindung sich aus irgendeinem Grund nicht herstellen lässt. Zumindest das Laden & Speichern von Presets und ein Anpassen der Gains/Lautstärken sollte man als Minimalanforderung beherrschen.

Der DSP-26 macht es den Anwender aus zwei Gründen einfach. Zum einen hält sich die Parameterflut aufgrund des Funktionsumfangs im Grenzen, zudem ist die Bedienung am Gerät tatsächlich recht einfach. Man drückt den Menü-Taster und ist sofort in der Preset-Load-Abteilung. Einfach mit dem Encoder das passende Preset aus der 50 Speicherplätze umfassenden Library auswählen und mit einem Druck auf den Encoder aktivieren. Easy! Drückt man die Menütaste zweimal, gelangt man in der Preset-Save-Menü.

Für die Editierung der Eingangs- und Ausgangskanäle wählt man diese mit den Up/Down-Tastern zunächst an (z. B. In 1 & 2) und kann dann mit den beiden mittleren Item-Tastern die zur Verfügung stehenden Funktion (z. B. EQ, Crossover, Limiter usw.) anwählen und mit dem Encoder nach Gusto verändern und zum Schluss abspeichern. Das dauert zwar deutlich länger als über die Remote-Software, ist aber generell machbar und nicht sehr kompliziert. Stichwort „Software“.

 

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare