Software
Test
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03.10.2017

IK Multimedia Syntronik Test

Sample-Library und Synthesizer-Emulation

Die Hall of Fame der Synths in einem Klangerzeuger!

Details

Kompatibilität, Verfügbarkeit und Preis

Syntronik gibt es für Windows 7 oder neuer als VST2-, VST3- und AAX-Plug-in sowie für macOS ab Version 10.9 zusätzlich als AU-Variante. Der Synth läuft sowohl in 64-Bit-DAWs als auch standalone. Mit der Freeware-Variante könnt ihr vorab in den vollen Funktionsumfang inklusive 50 Presets reinschnuppern und euch bei Bedarf einzelne Synth-Pakete hinzukaufen. Die Vollversion liegt bei 299 Euro für den Download. Für rund 30 Euro mehr bekommt man eine Boxed-Version auf USB-Stick.

Die Hall of Fame der Synthesizer

Viele Software-Hersteller haben Emulationen beliebter Synthklassiker entwickelt. Dabei werden die Schaltkreise virtuell nachgebildet und in Code gegossen, doch nur selten schaffen es die Software-Rekonstruktionen, an den Sound der Originale heranzukommen. In Zeiten von hohen Speicherkapazitäten und Rechenleistungen ist es daher nicht ungewöhnlich, dass immer mehr Entwickler den echten Klang der Synths einfangen und in Sample-Librarys packen. Syntronik ist ein Hybrid aus Sample-Library und Emulation. Gesampelt wurden die Sounds von 38 Klangerzeugern, die von IK Multimedia sinnvoll nach Hersteller bzw. Modellreihe in 17 virtuellen Instrumenten zusammengefasst wurden. Die Benennung ist recht eindeutig:

  • Minimod – Moog Modular, Minimoog Model D, Voyager
  • Noir – Moog Prodigy, Multimoog, Micromoog 
  • Polymorph – Moog Polymoog, Opus 3, Rogue, Concertmate MG-1
  • Bully – Moog Taurus I, II, III
  • Harpy 260 – ARP 2600
  • J-8 – Roland Jupiter 4, 6 und 8 
  • J-60 – Roland Juno 60
  • T-03 – Roland TB-303 Bassline
  • DCO-X – Roland JX-3P, JX-8P und JX-10
  • OXa – Oberheim OBX und OBXa
  • Pro-V – Sequential Circuits: Prophet 5 und 10
  • V-80 – Yamaha: CS-80, GX-1 und CS-01
  • Blau – PPG Wave 2.3
  • SAM – Oberheim SEM
  • Galaxy – Alexis Andromeda
  • String Box – ARP-, Elka-, Hohner- und Roland-String-Machines
  • 99 – Yamaha SY99

Keine Frage, dem Klangerzeuger fehlen viele gute Synths, die ebenfalls als Platzhirsche gelten, daher bleibt abzuwarten, ob in Zukunft noch mehr Synthpakete dazukommen. Dennoch ist das Paket sehr umfangreich geschnürt.

Multi-Sampling meets Analog Modeling

Syntronik kombiniert Sampling mit Emulation: Mit über 50 GB Klangmaterial wird Syntronik zum Schwergewicht in der Liga der Sample-Librarys. Die rund 2.000 Presets bestehen aus über 70.000 Samples – der Grundsound stammt also aus den echten Geräten. Die Klänge wurden multigesampelt, um sie auf der Tastatur in unterschiedlichen Anschlagstärken spielen zu können. Zusätzlich kommen Round-Robins zum Einsatz, was für eine noch authentischere Klangerzeugung sorgt. Dadurch greift die Syntronik selbst beim Spielen von Noten mit exakt gleicher Anschlagstärke auf unterschiedliche Samples zurück. Abgesehen von den Samples sorgt eine sogenannte DRIFT-Technologie für eine noch lebendigere Klangerzeugung, indem sie das Innenleben der Synthesizer emuliert. Dabei werden Tonhöhe, Phase und Klangfarbe der Oszillatoren subtil variiert.

Umfangreiche Filter-Emulationen und Effekte

Virtuelle Nachbildungen finden sich auch in der Filter-Sektion des Klangerzeugers. Emuliert wurden Moog Transistor Ladder (Minimoog und Modular Moog), Rolands IR3109 Chip (Jupiter-8 und Juno-60), Curtis CEM3320 Chip (Prophet-5 und Oberheim OB-Xa) und Oberheims SEM State Variable Filter. Hinzu kommen digitale Filter, wie Formant- and Phasen-Filter. Das Schöne: Oszillatoren und Filter lassen sich frei kombinieren. So kann eine 303-Bassline auch einfach mal mit einem Moog Transistor Ladder gefiltert werden.

Die umfangreiche Klangerzeugung bekommt in der Effekt-Sektion ebenbürtige Verstärkung: Syntronik hält insgesamt 38 Effekte bereit; darunter AmpliTube- und T-Racks-Module wie auch Emulationen von Hardwaregeräten à la Teletronix LA2A, Urei 1176, Fairchild 670, Roland Tape Echo und viele weitere Klassiker.

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