Software
Test
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11.05.2017

Ignite VST 808 Studio 1.3 Test

Software-Synthesizer

Der 808-Synth für den Subbass!

Drückende Subbässe à la 808 sind aus Trap, Dubstep, Drum and Bass und Co. nicht mehr wegzudenken. Ursprünglich wurden sie mit der legendären Roland TR-808 erzeugt, die schon etliche Hits mit ihrem Sound bereichert hat. Mit dem analogen Original ist es allerdings nicht möglich, die Tonhöhe auf dem Keyboard zu spielen. Dazu muss man entweder auf 808-Samples zurückgreifen, die mit viel Sustain ausgestattet und auf einen Grundton getunt sind oder aber man schraubt mit einem Synthesizer inklusive Sinusgenerator die Klangeigenschaften nach. Die Synths sind für diese einfache Aufgabe jedoch meist überqualifiziert und die Ergebnisse nicht wirklich zufriedenstellend.

Die Düsseldorfer Softwareschmiede Ignite VST hat sich voll und ganz auf Klangerzeuger spezialisiert, die den Ansprüchen aktueller Trap Music gerecht werden wollen. Der Software-Synthesizer 808 Studio konzentriert sich auf die Klangerzeugung 808-typischer Subbässe und hält dabei alle nötigen Effekte zur Klangveredelung bereit. Wir haben uns 808 Studio einmal genauer angeschaut und die Subbässe ins Rollen gebracht.

Details

Kompatibilität und Verfügbarkeit

808 Studio gibt es im VST- und AU-Format als 32- sowie 64-Bit-Plug-in, sowohl für Mac OS X (ab 10.6) als auch für Windows (ab Version 7). Der Hersteller bietet eine Demoversion zum Download an, mit der ihr auch den Synth vorab testen könnt.

Klangerzeugung

Anders als die meisten als „808“ gekennzeichneten Reproduktionen konzentriert sich 808 Studio allein auf die Klangerzeugung der typischen 808-Bassdrums. Bei der Nachbildung steht vor allem der sustainlastige Subbass der 808-Bassdrum im Fokus. Die restlichen Drums und Percussions, die mit einer echten TR-808 erzeugt werden, bleiben außen vor.

Zur Klangerzeugung dienen insgesamt vier Oszillatoren. Ein Kick-Modul erzeugt mit zehn Parametern den attackreichen Part des Klangs, wohingegen der Sub-Oszillator mit einer Sinuswellenform das Low End bildet. Letzterer verfügt über einen Fat-Button sowie Drive-Regler, durch den der Subbass mit einer Distortion-Einheit gesättigt wird. Dadurch wird der Klang mit Obertönen angereichert und ist somit auch auf Soundsystemen hörbar, in denen ein Subbass nicht mehr abgebildet wird, etwa Küchenradios oder Smartphones.

Im Oscillator-Modul lassen sich zwei zusätzliche Layer hinzumischen, die jeweils 70 auswählbare Wellenformen bereithalten. Die Oszillatoren können ihre Klänge in vier Oktaven erzeugen und verfügen über eine gesonderte AHDSR-Hüllkurve, wodurch der Sound unabhängig von Kick- und Sub-Oszillator verlaufen kann. Das Schöne: Wird das Kick-Modul deaktiviert, erhält man somit auch einen prima Bass-Synthesizer, der sich auch hervorragend gut für weitere Musikstile einsetzen lässt, etwa Drum and Bass oder Dubstep.

Envelopes

Bis auf das Kick-Modul verfügen alle Oszillatoren über grafisch visualisierte ADSR-Hüllkurven-Generatoren mit Attack, Hold, Decay, Sustain und Release. Das Kick-Modul ist stattdessen mit Drehregler-Parametern ausgestattet, die den Attackanteil des Klangs im Tonhöhenverlauf biegen und mit Click und Noise anreichern können. Im Trap wird der Bassdrum-Sound zumeist durch eine Mischung aus 909- und 808-Sounds gelayert. Zum Schrauben einer richtig fetten 909-Kick reicht das Kick-Modul leider nicht aus, weshalb man auch beim Einsatz von 808 Studio eine zusätzliche 909-Kick einsetzen sollte, um ein traptypisches Fundament zu erzeugen. 

808 Studio verfügt über ein Filter-Modul, das den gesamten Sound aller Oszillatoren regelt. Es ist ebenfalls mit einer grafischen Hüllkurve ausgestattet, die den Verlauf von Cutoff und Resonanz regelt. Für richtig dreckige Filterverläufe sorgt ein Drive-Regler.

Effekte

Zur Klangveredelung stehen Kompressor, 3-Band-Equalizer, Chorus und Amp zur Verfügung. Letzter fügt dem Sound mittels Drive und Distortion eine ordentliche Portion Sättigung hinzu, mit der Trap-Subbässe ihren warmen Klangcharakter erhalten. Der Kompressor ist mit einem Sidechain ausgestattet, der es erlaubt, das Kick-Modul als Key-Signal zu verwenden und dadurch pumpende Klänge zu generieren, deren Einschwingphase (Attack) Platz lässt für eine zusätzliche Bassdrum.

Gut ist auch, dass die einzelnen Effekt-Module im Signalfluss getauscht werden können. So hat man beispielsweise die Möglichkeit, mit dem Equalizer Frequenzen zu entziehen, bevor es in den Amp zur Sättigung geht.

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