Gitarre Hersteller_Hotone
Test
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16.08.2019

Praxis

Für die Soundfiles spiele ich den Ampero zunächst direkt in mein RME Fireface UFX und für die ersten Eindrücke steppe ich durch einige Werkspresets. Häufig klingen die jedoch sehr effektüberladen, weshalb ich gezielt nach Modellen gesucht habe, die den Ampsound gut rüberbringen:

Nun editiere ich ein paar Eigenkreationen, was dank der guten Bedienbarkeit und eines vorbildlichen Editors ziemlich leicht und intuitiv von der Hand geht. Zu Beginn beschränke ich mich auf diverse Amp-Gattungen ohne Effekte. Die Sounds klingen für meine Ohren wesentlich plastischer als die Werkspresets und haben eine relativ gute Direktheit und Transparenz. Gerade die Crunchsounds, die immer ein schwieriges Thema bei digitalen Abbildungen sind, werden gut getroffen. Im Vergleich würde ich die Soundqualität des Ampero etwa bei den Mooer-Modellern ansiedeln, stellenweise sind sie auch stärker und liegen meiner Ansicht nach teilweise sogar nur einen Hauch unter Helix und Konsorten. Dabei darf man natürlich auch den drastischen Preisunterschied zu den genannten Modellern nicht vernachlässigen.

Nun möchte ich auf ein paar Verzerrermodelle im Verbund mit einem Fender Bassman eingehen. Viele Pedale sind ziemlich gut getroffen, wie z.B. die charakteristischen Mitten des Tubescreamers. Auch in puncto Dynamik liefert der Ampero überzeugende Ergebnisse, wie man hier bei der Zendrive Emulation hören kann.

Als nächstes betrachte ich die Effekte, dir durchweg eine gute Qualität aufweisen.

Die hier eingesetzte Arion Chorus-Emulation klingt warm, der Kompressor kann sehr harmonisch und musikalisch arbeiten und das Tracking des Oktavers, wie hier beim polyphonen Modell, arbeitet sehr sauber und flott.

Der Delay-Block liefert Delayzeiten bis zu satten 4000 ms. Das Eintappen des Tempos und das damit verbundene Synchronisieren der Tremolo- und Delay-Geschwindigkeit funktioniert tadellos. Im folgenden Beispiel hört ihr ein Ping-Pong-Delay in Kombination mit Tremolo.

Das Laden von eigenen IRs geht ohne Probleme über die Bühne, und auch wenn die On-Board-Faltungen überwiegend gut klingen, lassen sich bei einigen Modellen noch Steigerungen verzeichnen. Ihr hört das obige Marshall 800-Modell mit einer Drittanbieterfaltung, in diesem Fall eine 68er Marshall-Box.

Als nächstes möchte ich den Einsatz mit der Akustikgitarre testen und greife zu einer Breedlove Oregon samt Piezo-Tonabnehmer. Der Eingang wird auf Acoustic umgeschaltet, als Amp wird die AER-Simulation gewählt und eine Dreadnought-Faltung auf das Signal gelegt. Das typische Piezozirpen kann gut eliminiert werden und die Westerngitarre klingt einen Hauch "echter". Selbstverständlich hat man auch hier die Möglichkeit, mit dem EQ das Signal noch weiter zu bearbeiten.

Der Drumcomputer bietet im Prinzip einen Grundsound mit diversen Grooves. Hier hört ihr ein paar Beats:

Neben dem Spielen direkt in ein Pult oder die DAW lässt sich der Ampero auch in den Return eines Amps bzw. direkt in eine Endstufe einklinken. In diesem Fall kann man entweder global oder per Preset die Speakersimulation deaktivieren.

Hier hört ihr ein Beispiel direkt in den Return eines Mesa Boogie Mk V. Der Sound wirkt noch eine Spur griffiger und direkter als über das Audiointerface:

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