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19.04.2021

HEDD Type 07 mk2 Test

Aktivlautsprecher

Gestopft besonders gut!

HEDD Type 07 mk2: Wenn man von einer neuen Version eines Lautsprechers liest, kommen einem typische Nebensächlichkeiten und Detailveränderungen in den Sinn. Anders gestaltete Waveguides, kräftigere Amps, veränderte Ports, andere Membranmaterialien, neue Farben. Das mit den neuen Farben stimmt insofern, dass es den HEDD Type 07 nun neben Schwarz auch in Weiß gibt, aber es hat sich im Vergleich zur Ursprungsversion doch mehr getan, als es zunächst den Anschein hat.

Nicht nur Type 07 ist in der neuen Generation erhältlich, auch Type 05, Type 20 und auch Type 30, die wir im Gegensatz zu den anderen genannten bislang nicht im Test hatten. Ein Novum ist auch, dass es nun HEDD-Subwoofer in der Serie gibt. Die beiden Tieftöner hören auf die Namen Bass 08 und Bass 12. HEDD Type 07 mk2 konnten wir uns für ein Review genauer ansehen.

Details

Sieben Zoll und AMT

Wie üblich, steht die Zahl in der Produktbezeichnung des HEDD Type 07 mk2, in diesem Falle die Sieben, für den Durchmesser des größeren Lautsprechers. Der mit einer sieben Zoll großen Wabenstruktur-Membran ausgestattete Treiber wird über eine 1,5“ große Schwingspule bewegt. Die Weiche trennt ihn mit achtpoligen Filtern schon bei 2,3 kHz vom AMT (Air-Motion-Transformer) HEDDs neuester Generation, der ab dort die Wiedergabe übernimmt. Auf der Vorderseite des Speakers ist zweifelsfrei anhand der beiden Portöffnungen zu erkennen, dass es sich um ein Gehäuse nach dem Bassreflexprinzip handelt, zwischen den beiden geben LEDs Auskunft über anliegende Spannung, Standby und eventuellen Overload an einem Input.

Übliches und Unübliches auf der Rückseite

Wo frontseitig und aufgeräumte Klarheit herrscht, ist auf der Rückseite HEDD Type 07 mk2 deutlich mehr zu entdecken. Hier gibt es übliche Einstellungsmöglichkeiten neben Besonderheiten. So lässt sich auswählen, ob das wiedergegebene Signal vom analogen XLR-Eingang kommen soll oder aus dem Audio-Datenstrom gespeist wird, der über eine AES3-XLR-Buchse den HEDD-Speaker entert und be bedarf über eine weitere auch wieder verlässt. Der Wahlschalter legt im Fall der genutzten Digitalverbindung auch fest, ob es dann der linke, der rechte Kanal oder eine Kombination beider sein soll. Sowohl die Eingangsempfindlichkeit des Speakers kann grob eingestellt werden („Input Sensitivity“), zudem gibt es einen Volume-Regler. Warum? Nun, der HEDD besitzt eine digitale (96kHz/32Bit-)Stufe, deren Eingang man natürlich nicht überfahren sollte. Zur elektroakustischen Anpassung an die Hörsituation bietet der HEDD Type 07 mk2 Shelf-Filter mit je 4 dB maximaler Verstärkung oder Dämpfung, zudem dreistufige Tisch-/Konsolenfilter und eine Tiefensperre, um Einfluss auf das Verhältnis von Tiefgang zu Maximalpegel nehmen zu können und im Falle von Subwooferverwendung eine Begrenzung vorzunehmen. So weit, so üblich. Allerdings gibt es noch zwei weitere Regler, den „Lineariser“ und „CoP“.

Der Linieariser, vielleicht einigen HEDD-Interessierten bislang als Software bekannt, hat nun einen Weg in den Speaker gefunden und ist dort mit ihm verheiratet – das ist absolut segensreich. Was bei Aktivierung geschieht? Der DSP glättet über das gesamte Spektrum die Phasenlage und sorgt vereinfacht gesprochen, dass alle analysierten Frequenzbereiche die Boxenfront zum gleichen Zeitpunkt verlassen. Weil dies einige Zeit in Anspruch nimmt, 10 ms, um präzise zu sein, kann man diese Funktion auch deaktivieren, wenn beispielsweise ein Bassist in der Regie einspielt.

Hinter dem Kürzel „CoP“ versteckt sich „Closed or Ported“: Jeder Box liegen zwei zylindrische Bauteile bei, die ohne weitere Erwähnung vielleicht für Standfüße gehalten werden würden. Mit ihnen lassen sich die beiden Reflexöffnungen verschließen. Damit wird aus einem ventilierten ein geschlossenes Gehäuse. Die Wiedergabe des Type 07 mk2 kann per CoP-Schalter daraufhin optimiert werden, um die möglichen Vorteile des dann geschlossenen Gehäuses voll auszuspielen. Zum Beispiel ändern sich Laufzeiten, was auch den Lineariser beeinflusst.

Daten und Herstellung

Knapp zehn Kilogramm wiegt ein einzelner HEDD Type 07 mk2, ist mit 37 Zentimetern Höhe, 30 Zentimetern Tiefe und 22 Zentimetern breite aber noch reichlich kompakt. Jeder Treiber erhält 100 Watt Verstärkungsleistung, der maximale Schalldruckpegel ist mit 116 dB SPL, die untere Grenzfrequenz ist mit 38 Hz angegeben. Entwickelt wird der Lautsprecher in Berlin, aber die Fertigung erfolgt nicht etwa in China, sondern ebenfalls hier in Deutschland. Mit unter 800 Euro pro Stück ist ein in hiesigen Sozial-, Umwelt und Sicherheitsstandards gebauter Aktivlautsprecher dieser Herstellungsqualität daher bestimmt nicht zu teuer.

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