Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
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22.03.2021

Harley Benton Tube15 Celestion Test

Vollröhrencombo für E-Gitarre

Röhrensound mit Federhall

Auf den Harley Benton Tube15 Celestion stößt garantiert, wer auf der Suche nach einem preiswerten Vollröhren-Gitarrencombo ist. Der einkanalige Amp mit der attraktiven Optik bietet für weniger als 250 Euro unter anderem drei Vorstufen- und zwei Endstufenröhren, 15 Watt Ausgangsleistung und einen Power-Attenuator, der sie bei Bedarf auf ein Watt reduziert.
Dass außerdem ein echter Federhall an Bord ist, sei auch noch erwähnt. Aber maßgebend ist natürlich nicht nur die Ausstattung, sondern vor allem die Tatsache, wie der kleine Combo klingt und wie er sich im Reigen der im Moment sehr gefragten kompakten Röhrenverstärker schlägt.

Details

Einmal aus dem Karton geschält, macht der kleine Verstärker einen mehr als soliden Eindruck. Das 427 x 435 x 235 mm (BxHxT) messende Gehäuse besitzt einen beigen Tolex-Bezug, der vollkommen fehlerfrei aufgeklebt wurde. Der Tube15 steht sicher auf vier Gummifüßen und bringt 11,5 kg auf die Waage. Ein Kunstledertragegriff auf der Oberseite erleichtert den Transport, und sollte man dabei einer Wand oder einem anderen Hindernis zu nahe kommen, bewahren Metallschoner die Gehäuseecken vor Beschädigungen.

Vorderseite:

Schauen wir uns die Vorderseite einmal etwas genauer an. Hier befindet sich das verchromte Frontpaneel, das sieben weiße Chickenhead-Potis, einen Kipp- und einen Druckschalter beherbergt. Ganz links wird der Amp eingeschaltet, was eine rote Jewel-LED leuchten lässt. Es folgen Gain- und Volume-Regler, eine Dreibandklangregelung, bestehend aus Bass, Middle und Treble, sowie ein Tone-Poti, das laut Hersteller den Grundsound des Amps verändern soll. Was das genau bewirkt, werde ich im Praxisteil selbstverständlich näher beleuchten. Fehlt nur noch der Reverb-Regler, mit dem sich der Hallanteil der eingebauten kleinen Hallspirale bestimmen lässt. Ja, richtig gelesen! Hier kommt tatsächlich ein echter Federhall und kein digitaler Nachbau zum Einsatz!

Der Blick geht weiter nach rechts, dabei entdecke ich einen Schalter, der die Ausgangsleistung zwischen 15 Watt und einem Watt umschaltet, und mit der Eingangsbuchse endet unser Rundgang über die Bedienelemente. Darunter befindet sich der Lautsprecher, der von einer robusten Frontbespannung in Grau verdeckt wird.

Rückseite:

Die Rückseite zeigt sich ähnlich übersichtlich gestaltet wie die Vorderseite, auch hier befinden sich die Bedienelemente im oberen Drittel des in halboffener Bauweise gefertigten Combos.
Los geht es ganz links mit dem Speaker Out. Wird hier eine 8- oder 16-Ohm-Box angeschlossen, ist aus dem eingebauten Speaker nichts mehr zu hören. Es folgt ein Effekt-Einschleifweg, bestehend aus einer Send- und einer Return-Buchse sowie dem Anschluss für einen Fußschalter, der den Hall an- oder ausschaltet. Der gehört allerdings nicht zum Lieferumfang und muss extra gekauft werden.

Eine ebenfalls mit Tolex bespannte Blende samt Lochgitter schützt die auf dem Kopf stehenden Röhren, wobei es sich um 3x ECC83/12AX7 Vorstufen- und 2x EL84 Endstufenröhren handelt. Der Amp liefert 15 Watt und lässt sich, wie bereits erwähnt, auf ein Watt drosseln. Wem auch das noch zu laut ist, der kann auch zum kleineren 5 Watt Combo greifen, der deutlich leichter ausfällt als unser Test-Amp und auf die Dreibandklangregelung verzichtet. Ebenso fehlen Hall und einige Röhren, denn der kleine Bruder kommt lediglich mit einer 6V6GT in der Endstufe und einer ECC83 in der Vorstufe aus. Ach ja, und einen Effekt-Einschleifweg hat er auch nicht, weshalb er aber auch runde 100 Euro weniger kostet. Das alles macht sich natürlich auch beim Gewicht bemerkbar, die kleine Variante unseres Test-Amps bringt schlanke 6 kg auf die Waage und misst 305 x 310 x 210 mm.
Fehlt eigentlich nur noch der Speaker unseres Kandidaten. Bei ihm haben wir es, wie der Name schon verrät, mit einem Celestion zu tun, genauer gesagt, einem Seventy-80 mit 12" Durchmesser, der satte 80 Watt Leistung verträgt. Daher dürfte der Lautsprecher mit Keramik-Magnet mit den 15 Watt des Tube15 locker klarkommen.
Der Amp wird in China gefertigt und es gibt hinsichtlich seiner Qualität keinen Anlass zu meckern, daher geht es direkt mit dem Praxisteil weiter,

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