Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
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23.06.2017

Harley Benton HB JA-60 OW Test

E-Gitarre

P90-Sound zum Sparpreis

Mit der Harley Benton HB JA-60 lässt sich die Thomann Hausmarke von einem weiteren Klassiker inspirieren, diesmal unverkennbar aus Fenders Portfolio. Die E-Gitarre aus der Vintage-Serie kommt stilecht in einem gedeckten Weiß mit zwei Pickups im P90-Stil - zumindest äußerlich eine durchaus gelungene und stilechte Vintage-Gitarre.

Aber was stutzig macht, ist der Blick aufs Preisschild. Dort stehen ganze 129 Euro, ein Betrag, der entweder Neugier weckt oder Vorurteile schürt. Ich entscheide mich für die Neugier und stürze mich in den Test, um vielleicht auch das eine oder andere Vorurteil ausräumen zu können.

Details

Optik/Verarbeitung:

Die Inspiration zu der in China gefertigten HB JA-60 liegt unverkennbar in einer Fender Jazzmaster, was allein schon die typische Form des Korpus zeigt. Dieser besteht bei unserer Testgitarre aus Linde und ist deckend im Farbton Olympic White lackiert, eine Arbeit, die keinen Anlass zur Kritik gibt.

Ein dreilagiges Schlagbrett im Tortoise-Stil beherbergt die gesamte Elektronik, bestehend aus den beiden Roswell JM-ADWH AlNico-5 Vintage Style P90-Pickups und dem dazugehörigen Dreiwegschalter, der sich unterhalb des Hals-Pickups befindet. Auch die Klinkenbuchse und ein Tone- sowie ein Volume-Regler sind auf dem Pickguard beheimatet. Passend zur Korpusfarbe sind auch die Pickup-Kappen und die mit genügend Widerstand agierenden Potis im typischen Creme-Weiß gehalten, was für ein stimmiges Bild sorgt.

Die Saiten werden in den Stop-Bar eingefädelt und über einen Steg im Tune-o-matic-Stil mit sechs individuell einstellbaren Saitenreitern geführt.

Ein Blick auf die Rückseite zeigt lediglich die Befestigung des Halses, der mit vier Schrauben am Korpus fixiert ist und bombenfest in der exakt gefrästen Halstasche sitzt. Natürlich dürfen auch die beiden Gurtpins nicht fehlen, die an altbekannten Stellen zu finden sind und mit Gummi unterlegt wurden, um den Korpus an diesen Stellen vor Beschädigungen zu bewahren.

Auf den mit einem weißen Binding eingefassten Hals aus kanadischem Ahorn wurde ein Palisandergriffbrett geleimt, in das 21 Medium-Jumbo-Bünde eingelassen sind. Allerdings zeigen sich die Bundkanten hier und da etwas scharfkantig, und auch was das Nachpolieren anbetrifft, gibt es Optimierungsbedarf. Aber angesichts des wirklich extrem niedrigen Preises gehören nicht nur solche kleinen Mängel für mich zu den Tatsachen, die man erwarten kann und mit denen man rechnen muss.Weiße Block-Inlays im Griffbrett und kleine schwarze Punkte im Binding sorgen für die nötige Orientierung.

Weiter geht es in Richtung Kopfplatte, aber bevor die Saiten auf die Kluson-Style-Mechaniken treffen, überqueren sie einen 42 mm breiten weißen Kunststoffsattel. Der Zugang zum Double-Action-Halsstab befindet sich direkt hinter diesem und ist ohne Abdeckung frei zugänglich. Das passende Werkzeug findet sich im Karton, in dem das Instrument geliefert wird. Ein Klinkenkabel sowie drei Plektren sind ebenfalls beigelegt.

Die Kopfplatte ist, wie erwähnt, passend zur Korpusfarbe weiß lackiert und zwei Stringtrees bringen D-, G-, H- und hohe E-Saite auf das Niveau der Mechaniken. Letztere arbeiten für meinen Geschmack etwas schwergängig, halten aber die Stimmung. Die JA-60 besitzt eine Fender-typische Mensur von 648 mm und bringt 3154 Gramm auf die Waage.

Bis auf den Zustand der Bünde gibt es verarbeitungsseitig nichts zu beanstanden, was ich bei einem Preis von nicht einmal 130 Euro wirklich sehr beachtlich finde.

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