Gitarre Hersteller_Hamstead_Soundworks
Test
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23.09.2021

Hamstead Soundworks Odyssey Intergalactic Driver Test

Boost/Overdrive/Distortion-Pedal für E-Gitarre

Flexible Multi-Zerre

Der Hamstead Soundworks Odyssey Intergalactic Driver des im englischen South Cambridgeshire ansässigen Effektpedalherstellers ist zumindest laut Produktbeschreibung ein äußerst interessantes und vor allem variables Zerrpedal.
Sein Einsatzbereich erstreckt sich demnach vom Cleanboost über Classic Rock, Heavy Metal bis hin zu satten Fuzz-Klängen und über eine breite Palette unterschiedlicher Zerrsounds. Was von diesen vollmundigen Versprechen zu halten ist und wie intergalaktisch seine Performance tatsächlich ist, das werden wir im Folgenden herausfinden.

Details

In einem Karton und einem Stoffsäckchen sicher verpackt erreicht der Odyssey Intergalactic Driver sein Ziel und kann schon auf den ersten Blick mit seiner hochwertigen Verarbeitung überzeugen. Zum Lieferumfang gehört außerdem eine ausführlich in Englisch geschriebene Bedienungsanleitung inklusive Einstelltipps.Der vollständig aus Metall gefertigte Zerrer misst 70 x 130 x 65 mm, bringt 550 Gramm auf die Waage und ist mit einer perfekt aufgetragenen schwarz-grauen Lackschicht versehen.

Ein- und Ausgangsbuchsen befinden sich an der Stirnseite sowie der Netzteilanschluss für ein 9-12 Volt Gleichstrom-Netzteil mit innen liegendem Minuspol. Die Stromaufnahme beträgt 65 mA. Ein Stromspender ist nicht Teil des Lieferumfangs, wird aber dringend benötigt, da kein Batteriebetrieb vorgesehen ist.

Auf der Oberseite stehen fünf Potis mit geriffelten Metallknöpfen zum Einstellen von Tone, Gain, Bass, Treble und Level bereit. Der Level-Regler bestimmt die Ausgangslautstärke des Pedals und ermöglicht einen Boost von bis zu satten +32 dB. Die Zweiband-Klangregelung besteht aus Bass und Treble und erlaubt ein Anheben bzw. Absenken der entsprechenden Frequenzen um bis zu 18 dB. Beide Potis besitzen eine Mittenrasterung und lassen sich wie alle anderen sehr geschmeidig drehen.

Zwischen Gain- und Level-Regler ist ein kleiner Kippschalter platziert, der mit PR, EQ und PO beschriftet ist.
PR platziert die EQ-Sektion vor der Zerrstufe und soll eine satte Ampstyle-Zerre liefern.
EQ schaltet das Odyssey in den Clean-Boost-Mode und deaktiviert Tone, Gain und den C1, C2 und C3 Schalter, auf den ich gleich noch näher eingehen werde.
PO schließlich platziert den EQ hinter der Zerrstufe, was für eine vollkommen andere Arbeitsweise des EQs sorgt, die der Hersteller als Studio-Style bezeichnet.

Der mit C1, C2, C3 beschriftete Kippschalter bietet drei unterschiedlichen Clipping-Modes. In der C1-Position des Schalters sorgt ein symmetrisches Clipping für eine klassische Pedalzerre.
C2 erzeugt ein asymmetrisches Clipping, das jedoch nur eine Hälfte des Signalweges betrifft. So wird ein transparenter Low-Gain-Drive erzeugt.
In der C3 Position des Kippschalters werden zwei Clipping-Schaltungen aktiviert, die einen natürlichen Amp-Drive- und -Distortion-Sound erzeugen sollen.

Wie das klingt, werde ich im Praxisteil natürlich näher untersuchen.

Der X2, X1, X5 Kippschalter schließlich bestimmt den Eingangspegel.
X1 belässt das Eingangssignal ganz ohne Boost.
X2 verdoppelt den Eingangspegel für einen leichten Level- und Gain-Boost.
X5 verfünffacht den Eingangspegel für massive Reserven im Cleanbereich oder die Sättigung der Zerrstufe.

Auch das werde ich im Praxisteil näher untersuchen.

Ein Schalter im Inneren des Pedals ermöglicht die Wahl zwischen Power Up ON und OFF, was sich beim Betrieb mit einem Switching-System als ausgesprochen praktisch erweist. Sobald das Pedal Strom bekommt, aktiviert es sich im Power Up ON Mode automatisch, wohingegen es im Standardbetrieb auf einem Pedalboard im Power UP OFF Mode ganz klassisch mit dem Fußschalter geschaltet wird. Letzterer stammt übrigens aus dem Hause Gigrig, nennt sich OptoKick und soll für einen geräuschlosen Schaltvorgang sorgen.
Ist das Odyssey aktiv, leuchtet eine rote LED, einen True-Bypass besitzt das Pedal jedoch nicht. 

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