Test
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11.11.2011

FAZIT
(4.5 / 5)

Gegen den sackteuren englischen Urvater anstinken kann der Golden Age Project Pre-73 MKII zwar nicht, aber wenn man bedenkt, dass der kleine rote Schwede wirklich außerordentlich preiswert ist, kann man mit seiner Leistung mehr als zufrieden sein. Ich finde trotz Beteuerungen des Herstellers die Neve-Essenz vor allem im Höhenbereich ein wenig dünn, doch immerhin generell vorhanden. Vielleicht wichtiger als die Nähe zum Original ist, dass man bei GA eine Menge richtig gemacht hat. Konsequent diskrete Bauteile statt ICs, optimierte Eingangs- und Ausgangstransformatoren, neben Mikrofon- und Linesignalen auch Verarbeitung von Instrumentensignalen und sogar eine schaltbare Impedanz – das klingt für mich eigentlich nach einem tendenziell vierstelligen Preis. Dass bei 300 Euro das Netzteil draußen bleiben muss und ein etwas ungelenk designtes Äußeres den ersten Eindruck des Geräts prägt, kann man angesichts dieses Preises fast guten Gewissens unter den Teppich kehren. Um einen abgelutschten Supermarktfaltblatt-Terminus mal wieder zu streuen: Das hier ist wirklich ein “Preisknüller”!

  • Pro
  • Preis-Leistungsverhältnis
  • Impedanzschaltung
  • Insert-Punkt
  • Enorme Gainreserven
  • Diskreter Aufbau
  • Ähnlichkeit des Grundcharakters zum Original
  • Contra
  • externes Netzteil
  • kein Highpassfilter
  • Authentizität besonders der Höhen
  • Technische Spezifikationen
  • Mono-Mikrofonvorverstärker im Neve-1073-Design ohne ICs
  • Phantomspeisung: +48 Volt
  • Phaseninvertierung
  • zwei serielle Gainstufen
  • Mikrofon-, Line- und Instrumenteneingang
  • Mikrofoneingang zwischen 300 und 1200 Ohm Impedanz schaltbar
  • maximales Gain: 80 dB
  • vierteilige Pegelanzeige
  • XLR- und TRS-Ausgang
  • Insertpunkt
  • externes 24V-Netzteil
  • Preis: EUR 299,- (UVP)
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