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18.08.2020

Genelec 8020D RAW Test

Zweiwege-Aktivlautsprecher

Finnisches Finish (for Future)

Wer sich mit der Anschaffung von Aktivmonitoren auseinandersetzt, hört zwangsläufig auch den Namen Genelec, jener finnischen Firma, die auch die Genelec 8020D RAW dieses Tests herstellen. Nachdem Genelecs „Shoebox“-Modelle mit klassichen, rechteckigen Holzgehäusen erfolgreich waren, haben nun die ikonischen Alu-Druckgussgehäuse ihren Siegeszug durch die Tonstudios, Bedroom-Producer-Studios, und Broadcast-Einrichtungen weltweit angetreten. Die Skalierung ist enorm, die 8020D sind nach den 8010 die „zweitkleinsten“ Speaker dieser Art. Ständig werden sie weiterentwickelt, die neueste Generation dieser Lautsprecher ist im „RAW“-Finish erhältlich. Dieses ist eigentlich keine Besonderheit, denn die beiden Gehäuseteile der Speaker sind schlicht und einfach so belassen, wie sie aus der Fertigung kommen – ohne Lackierung und Beschichtung.

Details

Zwei Wege, aktiv

Das Konzept der Genelec 8020D RAW ist bekannt und gar nicht sonderlich kompliziert: Zwei Wege teilen sich auf auf den Dreiviertelzoll-Metallhochtöner auf, der auch in anderen Speakern zum Einsatz kommt, sowie einen Vierzöller. Die Tiefen- und Mittenwiedergabe übernimmt ein 10,5cm-Konuslautsprecher mit dicker Gummisicke, welcher wie der Hochtöner mit einem Metallgitter vor Beschädigungen geschützt ist.

Als untere Grenzfrequenz (-6 dB) gibt Genelec für seine 8020D RAW 56 Hz an (also obere: 25 kHz). Mittels DIP-Switches ist die mehrstufige Anpassung im Bassbereich möglich, ferner gibt es eine Höhenrücknahme und ein Desktop-Filter mit 200Hz-Mittenfrequenz. Auch die Autostart-Funktion ISS kan hier aktiviert oder deaktiviert werden, ansonsten setzt man die Box per Drucktaster in Betrieb. Die Audioanschlüsse sind ausschließlich analog über XLR, ein analoges Pegel-Poti komplettiert die Ausstattung.

Verstärkt werden beide Treiber mit jeweils 50 Watt aus Class-D-Endstufen, das bedeutet also, dass die bei 3 kHz trennende Frequenzweiche vor dem Poweramp liegt und somit aktiv ist. Genelec gibt eine Total Harmonic Distortion von weniger als 0,05% des Amps bei Nominalinput an, die komplette Box zerrt mit unter 0,5% oberhalb von 200 Hz und 3% bei 50-200 Hz, wenn der Schallpegel in einem Meter bei 85 dB liegt. Wer jetzt glaubt, dass das viel ist, vergisst sicher, dass wir es hier mit einem wirklich kleinen Lautsprecher zu tun haben und diese Daten für „richtig, richtig laut“ angegeben werden. Mit Schutzlimitern wird übrigens in beiden Wegen verhindert, dass die Chassis Schaden nehmen. Das eingebaute Netzteil ist ein Allesfresser: Spannungen zwischen 100 und 240 Volt (plus einer 10%-Toleranz) und Wechselfrequenzen von 50-60 Hertz erlauben den weltweiten Betrieb. Im Standby nuckelt eine 8020D weniger als 0,5 Watt von ihrem Nahrungsmittel Strom, bei Vollast verspeist sie maximal 60 Watt.

RAW hat sinnvollen Hintergrund

Dass das Gehäuse so rund gelutscht aussieht, hat keine rein ästhetischen Gründe. Das wäre (für finnische Verhältnisse) schon etwas viel Desgin. Vielmehr ist es die Verringerung von Beugungseffekten durch Gehäusekanten und von stehenden Wellen durch parallele Innenwände, die zu dieser Form geführt haben. Auf der Front formt die vordere Schale zudem das Waveguide für den HF-Treiber, die rückseitige beinhaltet die Öffnung für den im Inneren weit geschwungenen Bassreflexkanal.

Mehrere Aufstellmöglichkeiten

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Genelec 8020D RAW zu positionieren: Schält man sie aus ihrem Karton, ist bereits das IsoPod-Gestell bereits installiert. Damit steht die 8020D schwingungsgedämpft auf Schreibtischen oder Boxenständern. Wie bei den kleineren 8010 auch, besitzt jede 8020 auf der Unterseite ein Innengewinde. Damit lassen sich die Boxen auch auf Mikrofonstativen verwenden, und sei es als Personal Monitor für Musiker auf der Bühne oder im Studio. Eine dritte Möglichkeit ist es, die Innengewinde auf der Rückseite zu verwenden, um mit Zubehör die Speaker an Wände (z.B. mit Genelec Z8000-412B) oder sogar unter die Decke zu verfrachten. In Mehrkanal-Setups, beengten Ton-Arbeitsplätzen oder in der Gastronomie ist das eine hervorragende Möglichkeit.

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