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Test
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19.11.2014

Genelec 8010A Test

Aktive Nahfeldmonitore

Klein, aber fein!

Die finnische Schmiede Genelec kennen in Fachkreisen nahezu alle, die sich mal ernsthaft mit Monitoring im Studiobereich befasst haben, und erst recht so ziemlich alle, die sich regelmäßig beruflich im Broadcast-Sektor bewegen. Schon lange stehen oder hängen die finnischen Monitore in den Tonregien der hiesigen Sendeanstalten und zählen dort zum Standard-Rüstzeug der aktiven Toningenieure. Die Company produziert schon seit 1978 Aktivmonitore, die seitdem auch in anspruchsvollen Studios auf der ganzen Welt stehen. Um auch bei Semi-Profis und Musikern aus dem Bereich des Home-Recordings, denen doch in der Regel deutlich weniger Budget zur Verfügung stehen, ernsthaftes Interesse zu wecken, offeriert uns Genelec die 8010A, die nun neben der 8020A, ein Produkt genau für diese Klientel darstellt.  

Zu den „Tugenden“ einer Monitorbox zählen Robustheit, was Gehäuse und Treiber angeht, und ein lineares Klangbild und das bei genügend hoher Abhörlautstärke. Nicht jede Box hat die zuletzt genannte Eigenschaft, zumal der Schein oft trügt. Eine von den Maßen groß ausfallende Box garantiert noch lange keinen druckvollen Sound, dagegen aber ein Platz- und Aufstellungsproblem aufgrund der Sperrigkeit. Für die im März erschienenen 8010A von Genelec gilt das wohl kaum, denn sie kombinieren die Handlichkeit einer Computermonitorbox mit dem professionellen Know-How aus dem Studiobereich. Meine an die kleinen Finnen geknüpften Erwartungen sind schon recht hoch, denn ich höre seit Jahren auch privat auf Genelecs...  

Details

Typisch skandinavisch?

Geschützt wird der Packungsinhalt von zwei einfarbigen und sachlich bedruckten Pappkartons, die mehr auf eine Tischlampe von IKEA als auf hochwertige Monitore schließen lassen. Aber zum Glück bestätigt ein säuberlich aufgeklebter Zettel die Boxen als Packungsinhalt und nicht ein Möbelstück inklusiver stundenlanger Montage. Entsprechend fällt der Lieferumfang übersichtlich aus: neben der Box ein Netzkabel und ein englisches Manual.

Die kompakten Abmessungen von gerade einmal 195 mm in der Höhe, 121 mm Breite und 116 mm Tiefe inklusive Fuß versprechen unzählige Aufstellungsmöglichkeiten. Schließlich können die kleinen Boxen selbst aus der kleinsten Ecke den Raum beschallen. Doch werden sie auch entsprechend mit den Umgebungsbedingungen zurechtkommen? Dazu später mehr, denn vor meinem Test riskiere ich einen ersten Blick auf die Zweikanal-Box.

Schon der entkopplungshemmende Iso Pod-Standfuß, auf dem die Box stabil, sicher und vibrationsdämpfend zugleich steht, kündigt an, dass sie es anscheinend laut mag und jenseits der Computermonitoring-Liga spielt, zumindest technisch, klanglich und auch preislich. Das anthrazit-farbige Gehäuse wirkt nicht nur hochwertig, sondern dank seines Metallmantels aus recyceltem Aluminium-Druckguss auch äußerst massiv. Kein Wunder, dass die Box damit auf 1,5 Kilogramm kommt.

Da es sich bei der 8010A um eine Zweiwegebox handelt, sorgt für den Tiefton ein Drei-Zoll-Treiber,  und die höheren Frequenzen deckt eine 3/4-Zoll-Kalotte ab. Die beiden Endstufen werden jeweils mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 25 Watt angegeben. Die interne Frequenzweiche trennt den zu übertragenden Frequenzbereich bei 3 kHz. Engmaschige Gitter schützen die beiden Speaker vor Fremdeinwirkungen. Eine kleine LED rechts unterhalb des Basstreibers zeigt den momentanen Status der Box an. Schwenkt der Blick auf die Rückseite, fällt einem das Bassreflexrohr auf, das laut Genelec geschwungen und damit aerodynamisch optimiert ist, um die Tieffrequenzerweiterung des Tieftöners zu ermöglichen. Unterhalb dessen halten sich fünf kleine Schalter versteckt, mit denen sich die Autostart-Funktion aktivieren und die Sensitivität um 10 dB senken lassen. Aber auch der Klang ist entsprechend den Umgebungen und dem Aufstellungsort anpassbar.

Den Abschluss des Backpanels bilden ein Netzschalter, die Netz- und XLR-Buchsen, beide an der Oberkante in das Chassis eingelassen, sodass die Kabel nach unten weggeführt werden. Genelec löste die Kabelführung entsprechend der Montage auf Stativen. Diese lassen sich über Schraubgewinde an der Rückseite und an der Unterseite fixieren. Allerdings stört die Kabelführung bei der Aufstellung mit dem mitgelieferten Standfuß, denn Netz- und XLR-Kabel werden dabei geknickt, was ich zunächst einmal als nicht so besonders gelungen einordnen muss.  

Weitere Features weist die 8010A nicht auf, sodass der vermutlich unkomplizierten Inbetriebnahme nichts im Wege stehen sollte.

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