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Test
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24.09.2015

Genelec 7060 BPM Test

Aktiver Subwoofer

Donnerkiste

Genelec 7060 B im bonedo-Test – Ganz klar: Wer sich den eindrucksvollen Sound aus dem Kino oder Club nach Hause holen will, der braucht Bass. Aber auch wer schon ein (Surround-)Sound-System besitzt und dieses weiter benutzen möchte, greift am besten zu einem Subwoofer. Der aktive 7060B mit integriertem Bass-Management ist der mittlere von fünf für diese Zwecke prädestinierte Subwoofern von Genelec. 

Mit dem 7040A haben vor kurzem übrigens auch einen für Genelec-Verhältnisse äußerst kompakten Subwoofer getestet, der als ideale Ergänzung für die kleineren Monitorsysteme 8010, 8020 und M030 dienen soll. Unser heutiger Testkandidat hingegen bietet sich für Speakergrößen ab der Genelec 8030 an.

Details

Allgemeines

Der Genelec 7060 B ist ein aktiver Subwoofer mit integrierten Bassmanagement für Surround-Setups und klassische Stereosysteme. Dabei wird von Genelec insbesondere der Einsatz in Kombination mit den 8030A Monitoren empfohlen, deren Klangeigenschaften ideal durch den 7060 ergänzt werden sollen. 

Integriertes Bass-Management

Das umfangreiche Bass-Manegement auf der rechten Seite des Subs ermöglicht problemlose Einbindung in bestehende Systeme, sodass man nicht unbedingt einen Kanal am Interface oder Monitorcontroller dem Subwoofer opfern muss. Das Ganze wird von der Tatsache unterstrichen, dass auch ein Remote-Anschluss (6,3 mm TR) für den Bypass des Subs verbaut wurde.

Die Anschlusssektion bietet ferner sechs XLR I/Os, um die Bassinformationen von diesen Anschlüssen zu summieren und das restliche Signal an die Satelliten weiterzuleiten, sowie einen zusätzlichen LFE/SUM-Input und -Output für vorgefilterte Singale (oder zur seriellen Verschaltung mehrerer Subwoofer), ebenfalls auf XLR. 

Ein Blick auf die gegenüberliegende linke Seite würde den Ausgang der Bassreflexröhre offenbaren, die Rückseite hingegen ist – dem minimalistischen Design entsprechend – blank.

Äußerlichkeiten

Der 7060B mit Maßen von 527 x 462 x 363 mm (HxBxT) und einem Gewicht von 28 kg ist eine deutlich größere Version des ebenfalls von uns getesteten Genelec 7040B. Hier wie dort kommen stabilisierende Tragegriffe an der Oberseite zum Einsatz. Das Gehäuse wird ferner aus einer Vorder- und Hinterwand sowie einem dazwischen befindlichem runden Herzstück gebildet.

Schneckenhaus

Bei allen Genelec-Subwoofern wurde die herkömmliche Bassreflexbauweise etwas modifiziert zum Einsatz gebracht: Das sogenannte Laminar Spiral Enclosure (kurz LSE) bringt dabei das Bassreflexrohr in Spiralform in der Rundung des Gehäuses unter. Das soll Verwirbelungen in der strömenden Luft vermeiden und damit Portturbulenzen verringern. Die Vorderseite des 7060 beheimatet dabei einen 10“-Basstreiber, der hinter einem groben Gitter Schutz findet. Das sieht nicht nur gut aus, sondern bietet dem Treiber auch genügend Luft zum Atmen. Festen Stand findet der Subwoofer hingegen auf den Unterseiten der Vorder- und Hinterwand – auf besondere Füße oder andere isolierende Standmöglichkeiten wurde hingegen verzichtet.

Schalldruck, Übertragungsbereich und Filterung

Im Inneren des Subwoofers befindet sich laut Handbuch eine 120Watt-Endstufe, die ausreichen soll, um 108 dB Schalldruckpegel im Freifeld zwischen 19 Hz und 120 Hz bei (+/- 3dB) erzeugen zu können. Die 85Hz-Marke überschreitet der 7060A aber nur bei Signalen am LFE-Eingang, da nur hier keine Filterung stattfindet. Das integrierte Bass-Management für die anderen Anschlüsse hingegen filtert bei 85 Hz und lässt somit die darüber hinausgehenden Frequenzen an die Monitore durch. Besonders nachgeschaltete Monitore ohne Low-Cut-Filter werden dies zu schätzen wissen.

Viele Anschlüsse und Einstellmöglichkeiten

Der Blick auf die reich ausgestattete Anschlusssektion der rechten Seite des Subwoofers offenbarte uns bereits den LFE/SUM In, welcher für den Anbindung von LFE Quellen oder – bei Nutzung mehrerer Subwoofer – von einem im Soundsystem übergeordneten Subwoofer als Quelle verantwortlich ist. Passend dazu findet man nebenan den SUM Out, welcher im Umkehrschluss andere Subwoofer mit ungefiltertem Signal versorgt. 

Rechts befinden sich der große Klinkenanschluss für ein optionales Fußpedal oder ähnliches, um den Bypass des Bass-Managements für die Main-Outs zu aktivieren. Schade, dass ein solcher Controller nicht Teil des Lieferumfangs ist, da es ansonsten keine weiteren Bypass-Möglichkeiten gibt. Schaltet man den Sub übrigens aus, wird entsprechend kein Signal mehr an die Ausgänge durchgeschleift. 

Ein zweiter Remote-Anschluss (RJ11) sitzt samt Kontrollleuchte rechts daneben. Hier kann wahlweise eine Fernbedienung für die Indikator-LED oder für Bypass und +10 dB LFE-Pegel angeschlossen werden. Darunter befinden sich die zwei Reihen mit den sechs XLR-I/Os für die Front- und Rearspeaker (Left In/Out, Center In/Out, Right In/Out).

Die Mäuseklaviatur

An Kontrollfunktionen mangelt es dem 7060 gewiss nicht. Neben dem Remote-Anschluss befindet sich rechts zunächst das von +12 dBu bis -6 dBu einstellbare Sensitivity-Poti, was der Lautstärkeanpassung an die Monitore dient. Außerdem finden wir zwei Switch-Panels vor. Das linke der beiden hält dabei fünf Schalter bereit, von denen der erste die Obergrenze der LFE-Bandbreite auf entweder 85 Hz oder 120 Hz festlegt. Der zweite Dip-Switch hält hingegen eine „Redirect“ Funktion bereit, die ab 85 Hz LFE-Bandbreite alle darüberliegenden Frequenzen des LFE-Signals an den Front-Center-Monitor weiterleitet. 

Der nächste Kippschalter in der Reihe aktiviert den „SUM IN MODE“, welcher festlegt ob der Subwoofer als „Master“- oder „Slave“-Subwoofer verwendet werden kann. Der fünfte Schalter des linken Panels erhöht den Pegel des LFE-Signal um 10 Dezibel. Sind ferner der dritte und vierte Schalter gleichzeitig aktiviert, erzeugt der Subwoofer ein 85Hz-Teston-Signal auf dem Center-Channel, der einem bei der Phasenkorrektur eine externe Testsignalquelle erspart. Temporär muss man hier beim Einmessen also durchaus umstecken.

Das zweite Switch-Panel dient dem Bass-Roll-Off und der Anpassung der Phasenlage. Dabei gibt es zwei Schalter für das Bass-Roll-Off (-2dB und -4dB), welche den Tiefbass kumulativ auch um 6dB absenken können, sowie zwei Schalter für die Phase (90°, 180°, zusammen: 270°). Eine Stromsparfunktion wie beim 7040B gibt es allerdings nicht. Zu guter Letzt bleiben noch der IEC-Netzanschluss und ein Hauptschalter zu vermelden.

Verschiedenes / Lieferumfang

Bei der korrekten Ausrichtung des Subwoofers hilft das mitgelieferte Handbuch mit seinen reichlichen Bebilderungen gut weiter, gedruckt ist es allerdings nur in englischer Sprache verfügbar. Die deutsche PDF-Variante hingegen findet ihr hier. Weiterhin ist natürlich auch noch ein Kaltgeräte-Stromkabel im Lieferumfang dabei. Eine Remote oder gar Audiokabel gibt es allerdings nicht.

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