Test
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31.05.2020

Praxis

Das Chassis des PM-6 sieht robust aus und es fühlt sich auch solide an. Selbst wenn man mit dem Powermixer mal leicht aneckt, nimmt er einem dies nicht sofort krumm. Die Front präsentiert sich aufgeräumt, dazu mit genügend Spielraum zwischen den Reglern, damit die Finger nicht an die benachbarten Regler anecken. Die Potikappen fühlen sich mit ihrer geriffelten Oberfläche sehr griffig an, dazu rasten sie auf der 12-Uhr-Position spürbar ein. Allerdings fallen hier kleine Mängel auf: Die silbernen Tasten des Media-Players stehen leicht unterschiedlich ab. Zudem wackeln die Drehregler sehr, fühlen sich damit instabil an. Zieht man die Stecker aus der Buchse, gibt die Frontplatte leicht nach. 

Für meinen Praxistest verwende ich als Speaker die Turbosound iP 82, dazu nehme ich ein Shure SM-58 Mikrofon und Native Instruments Maschine als Alternative zu einem herkömmlichen Instrument. Dem Mediaplayer spiele ich Musik vom USB-Stick und von meinem Smartphone via Bluetooth zu.

In Sachen Ein- und Ausgänge ist der Testproband nicht nur mit teureren Mittbewerbern wie dem Behringer PM550M auf Augenhöhe, sondern er toppt ihn sogar um zusätzliche Cinch-Stereo-Anschlüsse, auf die man beim Behringer-Modell gänzlich verzichten muss. Zudem besitzt der PM-6 noch drei weitere Klinkenanschlüsse, wobei statt des weiteren Mono-Line-Outs ein zusätzlicher Stereo-Kopfhöreranschluss meines Erachtens nach praktischer gewesen wäre.

Klangqualität des Fun Generation PM-6

Beim Einschalten des PM-6 fährt zunächst der rückseitig verbaute Lüfter sehr leise hoch. Bei Zimmerlautstärke höre ich ein leichtes Brummen und Grundrauschen. Aber es geht selbst in den Sprechpausen bei Moderationen unter. Bei voll aufgedrehtem Master- und Channel-Regler rauscht es deutlicher, was vor allem bei akustischen Instrumenten und in leiseren Parts einer Live-Performance stören könnte. Insofern sollte man den PM-6 vor allem bei Akustik-Sets und reinen Moderationen nicht maximal ausfahren, damit das Rauschen nicht überhandnimmt. Zumal es sich mit jedem weiteren offenen Kanal zusätzlich verstärkt.

Spielt man hingegen Musik nur über eine per Cinch-Buchse angeschlossene Quelle ab, kann man das Grundrauschen selbst bei deftigerer Lautstärke akzeptieren.

Fun Generation PM6 Rauschen

Der Powermixer liefert im Duett mit dem angeschlossenen Turbosound-Speaker einen recht kraftvollen Sound. Seine 200 Watt klingen erstaunlich laut, sodass sich der PM-6 in kleineren Locations Gehör verschafft. Sein homogener Sound spielt ihm vor allem bei Moderationen bezüglich der Sprachverständlichkeit sehr gut in die Karten. Instrumente beziehungsweise über den Stereo-Eingang zugespielte Musik im Mix mit einem Mikrofon zeichnen sich gut voneinander ab. Ein Finetuning, um Frequenzen hervorzuheben, übernehmen die Zweiband-EQs pro Kanal und der am Master anliegende Graphic-EQ mit den Frequenzen 100 Hz, 500 Hz, 1 KHz, 2,5 KHz und 10 KHz.

Das per Effect-Level-Regler einschleifbare Delay verpasst einem trocken klingenden Mikrofonsound mit niedrig eingestelltem Repeat und verkürzter Zeit etwas mehr Volumen. Mit zunehmenden Delay-Wiederholungen nimmt die Sprachverständlichkeit allerdings ab. Von daher wäre meines Erachtens ein Reverb-Effekt die bessere Wahl gewesen.

Selbst bei weit aufgedrehtem Level gibt das Gespann Transienten, wie sie durch Kicks oder Hi-Hats entstehen, präzise und sauber wieder. Mit 200 Watt Leistung klingt der PM-6 im Zusammenspiel mit der angeschlossenen Turbosound IP82 kraftvoll, dynamisch und lauter als ich vermutete. Allerdings kommt der Verstärker recht schnell an seine Leistungsgrenzen

Möchte man vor kleinem Publikum performen und moderieren, ist der Powermixer ein zu empfehlendes Einstiegsgerät. Bei größeren Veranstaltungen ab 30 Gästen oder in Umgebungen mit deutlich störenden Geräuschen setzen sich seine 200 Watt in Summe nicht genügend durch.

Der Media-Player des Fun Generation PM-6

Aber auch für Hintergrundbeschallungen oder Karaoke eignet sich der PM-6 dank dem integrierten Media-Player, der Musik vom angsteckten USB-Stick – ausschließlich mit FAT32-Formatierung – oder SD-Card abspielt. Auf dem Display werden sämtliche wichtigen Informationen wie Artist, Titel und Spiellänge, aber auch die momentanen Einstellungen zur Lautstärke, zum Abspielmodus und digitalen EQ-Mode angezeigt. Wie groß der Unterschied zum „normalen“ und damit sehr nüchternen Klang ist, fällt beim Ausprobieren der verschiedenen Sound-Modi deutlich auf.

Mich überzeugen vor allem das Soundsetup „Pop“, bei dem der Sound sowohl im tieferen und oberen Frequenzbereich deutlich angehoben wird, aber auch „Country“ mit etwas weniger Bass. Dagegen fällt der Klang bei „Jazz“ sehr mittenbetont aus. Der 5-Band-Graphic-Equalizer frischt die MP3s zusätzlich klanglich auf, sofern es die Qualität des Signals erfordert.

Die Tasten des Media-Players stehen recht eng beieinander, fallen zudem auch klein aus, was aber die Bedienung nicht sonderlich beeinträchtigt. Wesentlich komfortabler geht es mit der Fernbedienung von der Hand, die nicht nur alle Einstellungen ermöglicht, sondern auch das direkte Anwählen der Tracks auf dem Stick oder der Card. 

Wer den USB- beziehungsweise SD-Card-Slot gänzlich umgehen möchte, der spielt direkt per Bluetooth zu. Auf dem Tablet oder Smartphone unter Bluetooth das Gerät „Bluetooth“ suchen, verbinden und schon läuft es mit der drahtlosen Musik. Zusätzliches Soundtuning übernimmt ausschließlich der Graphic-EQ. Die genannten EQ-Modi und auch weitere praktische Steuerungsfeatures des Media-Players können dabei allerdings nicht angewendet werden.  

Der jeweilige EQ-Mode verändert den Sound

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