Gitarre Hersteller_Framus
Test
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08.10.2019

Praxis

Die FP 14 M wird gut gesichert im Pappkarton versendet und macht es dem Zusteller leicht, denn sie bringt nur 1770 Gramm mit. Mit den beiden verschraubten Gurtpins kann man das Gewicht auch spielend im Stehen stemmen. Durch die flachen Zargen schmiegt sich der Resonanzkörper fast wie eine E-Gitarre an und der Blick auf das Griffbrett wird deshalb auch weniger eingeschränkt. Der Hals mit C-Profil liegt bequem in der Hand.
Leider kam unser Testmodell mit verbrauchten Saiten ins Haus, sodass der Satz Cleartone einem Satz Elixir weichen musste, der gerade zur Hand war. Über die Kombination Cleartone (.012“-.053") - Parlor kann ich deshalb auch nichts sagen, allerdings passt die Saitenstärke perfekt zu unserem Instrument. Die FP 14 M ist keine ausgesprochene Gitarre für den Linienspieler, der dünnere Saiten bevorzugt, weshalb man ihr auch nicht mit kleineren Stärken das Volumen rauben sollte. Das Testmodell kam ansonsten – mit Abstrichen – gut eingestellt aus der chinesischen Werkstatt.

Unsere Parlor möchte offensichtlich mit ihrem Natursound überzeugen, denn ein Tonabnehmersystem wurde ihr nicht mit auf den Weg gegeben. Mit neuen Saiten versehen überrascht sie mit einem schönen glockigen Ton mit hoher Grundfrequenz, der Größe des Korpus entsprechend. Vor allem gestrummte Rhythmen (Beispiel 3) mit dem Plektrum stehen der Gitarre gut. Im unplugged Ensemble kann man unter diesen Umständen auch auf das Tonabnehmersystem verzichten. Im Sattelbereich generiert die Parlor mit und ohne Plektrum gespielt einen ziemlich klaren Ton, der auch mit Abstrichen zu dem einen oder anderen Solospielstück (Beispiel 1 und 2) einlädt. Die FP 14 M klingt ausgewogen, rund und zumindest mit frischen Saiten schön glockig.
Einen ultralauten Ton darf man allerdings nicht erwarten. Die Mahagonidecke könnte zwar etwas mehr Hub gebrauchen, kommt aber auf unterschiedlichen Dynamikstufen authentisch rüber. Harte Plektrumanschläge steckt die FP 14 M locker weg, ohne dass sich das Klangbild auf subtile Weise verändert. Der Vergleich mit einer basslastigen Dreadnought wäre jedenfalls völlig abwegig.

Klanglich grenzt sich die FP 14 M auf jeden Fall von allen elektroakustischen „Schmalzargen“ ab, die sich lediglich mit einem leistungsfähigen Tonabnehmersystem und einem guten Amp auf einer Bühne profilieren können und oft nicht mit einem soliden Natursound überzeugen können. Allerdings kann man die FP 14 M auch mit einem Tonabnehmersystem nachrüsten, wenn es mit der Band auf die Bühne geht. Auch vor einem Studiomikrofon braucht sich die FP 14 M nicht zu fürchten. Dabei sollte man sich aber davor hüten, ihren mittenbetonten Sound mit zusätzlichen Bässen künstlich zu unterfüttern, da man damit lediglich die Rumpelgeräusche im unteren Frequenzbereich verstärken würde.

Die FP 14 M kann auf ganzer Länge, also bis zum 10. Bund, gut bespielt werden, auch wenn man im zweiten Drittel schon ordentlich zupacken muss, um einen schnarrfreien Sound zu produzieren. Die Saitenlage ist bei diesem Modell passabel, aber noch nicht optimal. Jedenfalls stimmt die Intonation auf ganzer Länge. Und der Ton kann inspirieren.

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