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Test
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18.03.2013

Fostex MC10S Test

Kleinmembran-Kondensatormikrofone

Vernunftentscheidung?

Eines der preiswerten Stereosets im Testmarathon ist das Fostex MC10S. Fostex ist ein vielschichtiger und erfahrener japanischer Hersteller von Audioprodukten, von denen einige aus dem tontechnischen Betrieb nicht mehr wegzudenken sind. Unter den sogenannten "Personal Monitors" beispielsweise ist der 6301 der geläufigste Lautsprecher. In sehr vielen Studios findet man ihn, er ist einfach zu bedienen, verlässlich und klingt gut. Nun hat aber das MC10-Pärchen genau die entgegengesetzte Aufgabe, es soll Klang aufnehmen.

 Zwar ist Fostex bekannt, aber nicht in erster Linie für seine Mikrofone. Aber wer sich in dieses Metier wagt, der muss auch damit rechnen, in einem Test zu landen. Bekanntlich gibt es einige Anforderungen an Kleinmembran-Kondensatormikrofone, bei denen sich auch Fostex ein kritisches Beäugen gefallen lassen muss. Eine durchaus positive Eigenschaft ist aber schon ausgemacht, es ist der geringe Preis für das Set.

Details

Dass der erste Eindruck zählt, das kann man in schlauen Büchern nachlesen oder als elterliche Weisheit mit ins Leben nehmen. Diesbezüglich hat Fostex auf jeden Fall alles richtig gemacht, denn das Set kommt im stabilen Hartplastikkoffer, in dessen Formausschnitten nicht nur die beiden Stäbchen selbst liegen, sondern auch elastische Halterungen, eine Stereoschiene und Windschutz-Aufsätze. Unter der Riege schlauer Sprüche findet man auch "Don´t judge a book by it's cover". Und sicher: Ein Koffer macht noch lange kein gutes Mikrofon aus. Ähnlich verhält es sich mit technischen Daten, denen man nie uneingeschränktes Vertrauen schenken (sie aber dennoch natürlich deuten können) sollte.

Obwohl mit einem Metallkorpus ausgestattet, sind die beiden Mikrofone mit je 130 Gramm keine Schwergewichte. Und bei dieser Gelegenheit muss ich auch direkt loswerden, dass sie mir optisch durchaus gefallen. Sie sind zwar groß gelabelt, aber das in sachlichem Design, das Äußere wirkt insgesamt sehr schnörkellos. Unter dem frontseitigen Gitter werkelt eine Membran, die in Zusammenarbeit mit der permanent geladenen Gegenelektrode aus Schall ein elektrisches Signal zaubert. Durch den rückseitigen Schallumweg entsteht die Richtcharakteristik Niere. Der Frequenzgang ist im Datenblatt mit generösen 40 Hz - 20 kHz angegeben, doch fairerweise wird der Toleranzbereich mitgeliefert. Dieser liegt bei extremen +/-10 dB. Neben der Vermutung, dass es im Tiefen- und Höhenbereich ordentlich nach unten gehen kann, wäre noch viel Spielraum für eine Achterbahnfahrt der Übertragung durch die Frequenzbereiche. Ob das so ist, kann die Hörprobe zeigen, es liegt aber auch ein Frequenzdiagramm bei, das ein recht lineares Verhalten bis hinauf zu etwa 3 kHz verspricht – dann folgt ein typischer, kleiner Boost und ein Abfall bei 20 kHz, der bei etwa 12 kHz noch einmal mit einem kleinen Buckel aufgefangen wird.

Die Daten zu Dynamik und Empfindlichkeit lesen sich besser. 22 dB(A) Eigenrauschen und eine Empfindlichkeit von 10 mV/Pa sind in keiner Weise problematisch. Das halbe Prozent Verzerrungsprodukte wird bei einem Schalldruckpegel von 134 dB SPL erreicht (gemessen wie üblich bei 1 kHz). Zwar arbeitet die Kapsel in Elektret-Bauweise, doch wäre eine nicht vorpolarisierte Kondensatorkapsel nicht das einzige Bauteil, das eine Spannungsversorgung gut gebrauchen kann – daher benötigen auch die MC10-Mikrofone die 48V-Speisespannung vom Vorverstärker. Übrigens sind für die Fostex-Kleinmembraner auch Wechselkapseln in Hypernierencharakteristik verfügbar, welche per halbwegs ordentlich geschnittenem Gewinde und Stiftkontakt Verbindung zum Korpus finden!

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