Hersteller_Focusrite
Test
2
28.09.2016

Praxis

Ready, Set, Control

Das Scarlett 6i6 ist schnell einsatzbereit: Unter OSX braucht es keine Treiber, dennoch kommt man um die Focusrite Control Software nicht herum, da gewisse Funktionen eben nicht am Gerät sondern nur von der Software aus steuerbar sind (INSTR, Pad, etc.). Unter Windows wird der benötigte Treiber bei der Installation von Focusrite Control übrigens mit installiert. Die Control Software könnt ihr hier herunterladen, eine Bedienungsanleitung findet sich wiederum hier.

Performance

Die globalen Latenzwerte bewegen sich mit ca. 10 ms bei 128 Samples bei 44,1 und Ableton Live auf gutem Niveau. Unter Windows – wo die neue Generation mit 12 ms Latenz spürbare 10 ms unter dem alten 6i6 liegt – ist der Performance-Zuwachs durchaus drastisch und damit endlich auch auf einem gutem Niveau. 

Jedoch kann man auch auf dem Mac noch etwas nachhelfen, da ein optionaler und sogenannter „Low-Latency“-Treiber den CoreAudio-Puffer nochmals schrumpft und so die Latenz ein klein wenig verbessert. Das allerdings fordert auch mehr Leistung vom Computer und funktioniert damit auch nicht auf allen Systemen. Weitere Infos dazu findet ihr hier. Mit 128 Samples konnten wir dem Low-Latency-Treiber aber auch nur noch einmal 1,3 ms rausholen, was zwar ein nettes Plus ist – sich subjektiv aber kaum bemerkbar macht. Was sich allerdings bemerkbar machte, war, dass das Interface nach dem „Low-Latency Upgrade“ deutlich langsamer auf Samplerate- und Buffer-Wechsel reagierte. Daher mein Tipp: Finger weg davon!

Saubere Preamps, saubere Wandler

Die Charakteristika der Testmikrofone können sich durch die sauber auflösenden Preamps gut präsentieren, was natürlich auch an den färbungsfrei auflösenden Wandlern liegt. Selbst der Instrumenteneingang klingt sauber und bietet dem Bass eine gute Bühne. Kurz gesagt: Allet jut! 

Problemkind Kopfhörerausgang

Der Kopfhörerausgang ist dank des externen Netzteils lauter als bei den günstigeren und bus-powered Scarletts, richtig laut klingt er aber dennoch immer noch nicht. Bei moderaten Pegeln schleichen sich schon leichte Komprimierungen ein, die bei höheren Pegeln in drastischere Verzerrungen übergehen. Auch ein leichtes Rauschen ist nicht unüberhörbar. Pragmatisch gesehen reichen die Kopfhörerausgänge dennoch völlig aus und sind im preislichen Rahmen als vollkommen zufriedenstellend anzusehen.

Tolles Software-Paket

Das mitgelieferte Software-Paket ist indes mehr als zu loben und vor allem für Anfänger sehr umfangreich gestaltet. Das Softube Reverb – trotz Light-Version – gehört zu einen meiner Lieblings-Reverbs. Der Saturation Knob ist zwar Freeware, trotzdem aber schön. Selbst der Focusrite Red EQ und Compressor sind sehr gut, die Novation Bassstation sowieso. Top! Ebenfalls erwähnenswert ist die Zusammenarbeit mit Avid, wodurch die Kompatibilität mit dem neuesten Pro Tools immer gewährleistet sein sollte.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare