Test
2
14.08.2019

Focusrite Scarlett 2i2 Studio 3rd Gen Test

Interface, Studiomikro, Kopfhörer

Einsteiger-Bundle fürs Homerecording

Das Bundle Focusrite Scarlett 2i2 Studio besteht im Wesentlichen aus Audiointerface, Kondensator-Mikrofon und Kopfhörer und geht mittlerweile in der dritten Generation an den Start. Im Test schauen wir deshalb, wie sich das aktuelle Set in der Praxis schlägt und worin es sich von seinem Vorgänger unterscheidet. Der britische Hersteller Focusrite blickt nun schon auf mehrere Jahre als Anbieter verschiedener Recording-Bundles zurück. Auf dem mittlerweile gut gefüllten Markt der Sets aus Audiointerfaces samt naheliegenden Aufnahme-Tools ist die Konkurrenz längst enorm. Daher wird es ein spannender Praxis-Check, in dem sich das Scarlett-Bundle beweisen muss…

Details

Was dabei ist

Zum Lieferumfang dieses Focusrite-Pakets gehört zunächst einmal die Schaltzentrale, das Audiointerface Scarlett 2i2. Außerdem befinden sich das Mikrofon CM25 MkIII und der Kopfhörer HP60 MkIII im Karton. Ebenso an Bord sind ein XLR-Kabel, ein USB-Kabel und eine Stativhalterung für das Mikrofon. Als Extra gibt es dazu ein sattes Software-Bundle, mit dem sich auf Anhieb der eigene kleine Recordingtraum im Heimstudio verwirklichen lässt. Denn zum Softwarepaket gehören nicht nur die DAWs Ableton Live Lite und Pro Tools First, sondern auch die Plugin-Suites Red 2 und Red 3 von Focusrite sowie das Time 6 Tone Bundle von Softube. Als wäre das nicht genug, kann sich der Käufer des Scarlett-Sets auch noch ein virtuelles Instrument aus der Addictive-Keys-Reihe von XLN Audio aussuchen und bekommt einen 3-monatigen Zugang zur Online-Soundplattform Splice dazu. Alles in allem hat das Bundle eine beachtliche Ausstattung, die eine klare Ansage an die Konkurrenz darstellt.

Die Schnittstelle

Optisch ist die Front des Scarlett sehr nah bei seinem Vorgänger. Einer der wichtigsten Unterschiede ist der, das die ehemals unbeleuchteten Wahlschalter zum Umschalten zwischen Line- und Instrumentenpegel sowie den Direct-Monitoring-Modi-Tastern mit identischer Funktion gewichen sind, die über eine beleuchtete Schrift verfügen. Neu sind auch zwei Taster mit der ominösen Bezeichnung „Air“. Die dahinter stehende Funktion sorgt dafür, dass hohe Anteile von Gesangssignalen geboostet werden. Das soll Gesangsaufnahmen einen modernen Klangcharakter verleihen, wie er in heutigen Produktionen üblich ist. Auf der Rückseite finden sich nach wie vor zwei symmetrische Lineausgänge in Form von 6,3mm-Klinkenbuchsen und ein Kensington Lock. Die ehemals vorhandene USB-Buchse vom Typ B ist einer USB-C-Buchse gewichen. Dennoch arbeitet das Scarlett 2i2 weiterhin mit dem Standard USB 2.0.

Auch das Scarlett-2i2-Interface der dritten Generation setzt auf ein Chassis in der klassischen Focusrite-Farbe Rot-Metallic und auf hochglänzende Plastikzierblenden an Vorder- und Rückseite. Die Optik des kleinen Arbeitsgeräts wirkt gut und edel, das nahtlose Metallchassis widerstandsfähig und die an der Unterseite angebrachten Füßchen sorgen für ausreichend Rutschfestigkeit auf glatten Oberflächen.

Mit Blick auf die vom Hersteller angegeben technischen Werte lässt sich feststellen, dass das Audiointerface mit 24 Bit/192 kHz auf dem Papier noch immer die Samplingqualität bietet, mit der auch die Version MkII schon aufwarten konnte. Als Extra ist das Routing des Geräts von der Focusrite-Control-Software aus steuerbar. Der Dynamikumfang der Mikrofon-, Line- und Instrumenteneingänge wurde um 5 dB(A) verbessert und Verzerrungsanteile im Signal wurden stark reduziert. Außerdem hat Focusrite die maximale Signalvorverstärkung aller Preamps von +50 auf +56 dB vergrößert. Die Lineausgänge haben über 5 dBu an Lautstärke hinzugewonnen und einen leicht verbesserten Dynamikumfang gegenüber dem MkII-Modell. Leichte Rückschritte gibt es dagegen bei der Leistungsfähigkeit des Kopfhörerverstärkers zu vermelden. Seine Dynamik ist nun um ein Prozent eingeschränkter und sein maximaler Ausgangspegel um 3 dB(A) geringer.

Kondensatortechnik

Das Kondensatormikro CM25 wurde in der MkIII-Version in seiner äußeren Form überarbeitet. Die fächerförmige ist einer zylindrischen Korbform gewichen, geblieben ist dagegen der für Stabilität sorgende „Überrollbügel“ und die Kombination aus schwarzer Grundfarbe nebst weißer Beschriftung und rotem Zierring. Ein Blick auf die Technik des Mikrofons verrät, dass es sich nach wie vor um ein Kondensatormikro handelt und die Größe der Membran mit 20 mm identisch geblieben ist, ebenso wie die Richtcharakteristik Niere und die Empfindlichkeit. Bemerkenswert ist der beim MkIII erweiterte Frequenzgang, der um 10 Hz tiefer reicht und nunmehr den gesamten hörbaren Bereich von 20 Hz bis 20 kHz umfasst. Außerdem wurde die Impedanz erhöht und das Signal-Rausch-Verhältnis um 2 dB verbessert.

"Hörgerät"

Die beiliegenden Headphones Scarlett HP60 MkIII sind geschlossene Over-Ear-Kopfhörer, die aufgrund einer deutlich verringerten Impedanz jetzt eine deutlich bessere Performance an schwachen Preamps bieten sollten. Somit wird der Einsatzbereich der Kopfhörer entsprechend größer, eignen sie sich doch mehr als die MkII-Version auch für Smartphones und Tablets. Allerdings hat die Produktentwicklung im Bereich des beiliegenden Kopfhörers auch einen kleinen Wermutstropfen. Denn sowohl der Subbassbereich wurde um 10 Hz auf 20 Hz verkürzt wie auch die Hochtonperformance von 30 auf 20 kHz verringert wurde. Das ist wohl einem Austausch der Treiber geschuldet, die nun nicht mehr 53 mm, sondern nur noch 50 mm Durchmesser haben. Ansonsten bietet die Abhörhilfe nach wie vor ein 3 m langes Kabel und einen vergoldeten Schraubadapter von Miniklinke auf große Klinke (6,35 mm).

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare