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Test
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05.08.2014

Focusrite iTrack Dock Test

Audiointerface für Apple iPad

Außer Rand und Band

Das Apple iPad ist aus vielen Musikproduktionen und Darbietungen nicht mehr wegzudenken, nur an dedizierten Audiointerfaces mangelte es bisher. Sicherlich, es gibt bereits professionelle Audiointerfaces, die auch am iPad funktionieren, so wie beispielsweise das Apogeee Duet 2 for iPad, das RME UCX und das RME UFX, wobei im Falle des Duets sogar ein extra USB-Port für MIDI-Equipment wie bei unserem heutigen Testkandidaten vorhanden ist. Trotzdem, so günstig wie das Focusrite iTrack Solo sind diese drei aber alle nicht, und so positioniert sich das iTrack Dock preislich genau zwischen diesen Lösungen.

Es sollte an dieser Stelle aber nicht verschwiegen werden, dass es auch eine paar einfachere Mikrofon-Lösungen gibt, die ebenfalls über eingebaute A/D-Wandler verfügen und somit digital mit den iOS Geräten kommunizieren können. Hierzu zählen ganz klar das Rode iXY, das Zoom iq5 und das Apogeee MiC – doch um die geht es heute nicht. Vorhang auf für das Focusrite iTrack Dock!

Details

Das Focusrite iTrack Dock ist ein 24 Bit/96 kHz, 2 In/2 Out Audiointerface speziell für alle Apple iPads mit Lightning-Anschluss. Zum Erscheinen dieses Testberichtes sind das ganz konkret das Apple iPad Mini, iPad Mini mit Retina-Display, iPad Air und iPad (4. Generation). Obwohl nicht offiziell unterstützt, funktionierte das iTrack Dock sogar mit meinem iPhone 5S.

Das 280 x 64 x 168 mm (B x H x T) große und 0,7 kg schwere Audiointerface ist dabei gleichzeitig Dock bzw. abgeschrägte Halterung für das iPad und bietet somit zusätzlichen Komfort in der Bedienung des iPads.

Dank eines in der y-Achse verschiebbaren Lightning-Steckers sowie einer zusätzlichen Gummimatte zum Unterlegen wird das entsprechende iPad in das Gerät eingesetzt und von diesem auch gehalten. Das iPad Mini schließt dabei mit dem iTrack Dock bündig ab, alle anderen iPads stehen etwas „stylish“ über. Zugegebenermaßen löst die alleinige Verbindung mit dem Lightning-Stecker ein wenig Skepsis bei mir aus, da leider keine weiteren Haltemechanismen vorgesehen sind, wenn man von der unteren Kante in Verbindung mit der Schwerkraft einmal absieht. Das iPad liegt demnach also eher im Dock, als dass es „richtig“ gehalten wird. Sollte man das Gerät allerdings ruhig und sicher vor sich hinstellen wollen, sehe ich keine weiteren Probleme.

Das iTrack Dock verfügt weiterhin über zwei symmetrische Eingänge mit Preamp, an die entweder Mikrofone mittels XLR-Stecker oder aber Line-Quellen via TRS angeschlossen werden können. Input 1 verfügt außerdem noch über einen Instrumenten-Eingang mit „großer Klinke“. Eine 48-Volt Phantomspeisung kann für beide Eingänge gleichzeitig mittels eines rückseitigen Druckschalters aktiviert werden. Auf der Rückseite finden sich auch alle anderen Anschlüsse, vom Kopfhöreranschluss an der rechten Seite einmal abgesehen. Für DJs ist der iTrack Dock übrigens weniger geeignet, da sich der Kopfhörerausgang nicht individuell adressieren lässt. Ausgangsseitig geht es außerdem symmetrisch mit den zwei TRS-Buchsen (große Stereo-Klinke) zur Sache, wobei hier vorzugsweise aktive Nahfeldmonitore angeschlossen werden, die von dem großen Volume-Poti in ihrer Lautstärke geregelt werden können. Das iTrack Dock ist somit also auch eine Art einfacher Monitorcontroller.

Schräg oberhalb dieses Volume-Reglers befindet sich ein weiteres, ebenfalls silber-lackiertes Kunstoffpoti, das allerdings deutlich kleiner im Durchmesser ist. Es regelt die Ausgangslautstärke des bereits angesprochenen, an der Seite befindlichen 6,35 mm Kopfhöreranschlusses. Neben dem Regler für den Kopfhöreranschluss gibt es zusätzlich noch einen Taster für das Direct-Monitoring, der im Falle seiner Aktivierung rot leuchtet. Das hat zur Folge, dass beide Eingänge an die zwei gleichgespeisten Ausgänge Main und HP direkt durchgeschleift und dabei mono-summiert werden, um die Eingänge so latenzfrei monitoren zu können. Die softwareseitige Monitorfunktion der dazugehörigen Tape-App kann das neben der Stereo-Ausgabe übrigens auch, allerdings nicht ganz so latenzfrei, weil das Signal ja erst durch das iPad muss.

Oberhalb links befinden sich außerdem die beiden Gain-Regler für die zwei verbauten Preamps, die eine Verstärkungsleistung von ca. 40 dB und einen beleuchteten LED-Ring bieten. Dieser visualisiert die Signalaktivität (-24 dBFS) zuverlässig in grün, leuchtet später warnend orange und dann rot, sobald der Preamp überfahren wird. Im Anschluss finden sich zwei weitere LEDs, wobei sich die rechte rote Anzeige der Phantomspannung (48 V) widmet, die linke grüne hingegen dem Einschaltzustand.

Last but not least finden wir an der Rückseite auch noch eine weitere USB-Buchse für den Anschluss von zusätzlichen und optionalen Class-Compliant tauglichen MIDI-Controllern bzw. Keyboards sowie eine Kensignton-Buchse. Diese dient zum Anschluss eines Kensignton-Schlosses und das wiederum zur Sicherung des Gerätes gegen Langfinger. Weiterhin findet sich rückseitig der Stromanschluss für das mitgelieferte 12 Volt Netzteil und dessen Hauptschalter ein. Die dazugehörige App zur Aufnahme mit der Bezeichnung „Tape by Focusrite“ ist kostenlos und im App-Store als Download erhältlich.

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