Gitarre Bass Hersteller_Fishman
Test
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06.12.2018

Praxis

Für einen ersten Check verbinde ich meine Akustikgitarre, die mit einem Piezo-Pickup bestückt ist, mit dem Preamp und schicke das Signal über den Line-Out weiter an meinen AER-Amp. Eingepegelt wird das Signal vorab über das in die Gehäuseseite eingelassene Trimmpoti. Bevor es aber losgeht, muss die Gitarre gestimmt werden. Mit dem bordeigenen Tuner, der auch gleichzeitig das Signal stummschaltet, geht dies völlig problemlos.

Wie schon beim zuvor von mir getesteten Stage DI-Preamp aus demselben Haus kann auch dieses Exemplar mit einem EQ dienen, der bei Bedarf ordentlich ins Geschehen eingreift. Dabei hat das Gerät neben einer semiparametrischen Steuerung der Mitten gleich zwei Potis für die oberen Frequenzen parat. Steht der Wahlschalter des EQs auf Gitarre, setzt das Treble-Poti hier bei 6 kHz an. Der "Sparkle"-Anteil der Höhen lässt sich zusätzlich mit dem Brilliance-Poti regeln, das bei 10 kHz seine Arbeit verrichtet.

So bekommt man in dieser Hinsicht also noch etwas mehr Gestaltungsraum. Allerdings fällt das Gerät beim Anheben der Höhen auch mit einem gewissen Rauschen auf, das für mein Empfinden stärker ausfällt als beim Stage DI-Preamp. Gleichzeitig sorgen die ausgeprägten Möglichkeiten im jeweiligen Frequenzspektrum auch unter Umständen dafür, dass es etwas zu viel des Guten werden kann. Im Höhenspektrum wirkt das Signal meiner Steelstring beispielsweise in der Tendenz schnell etwas harsch. Je nach Pickupsystem ist hier also ein etwas behutsamerer Einsatz empfehlenswert.

Für aufkommendes Feedback hat das Gerät neben einer Phasenumkehr auch einen Notchfilter parat, mit dem sich die "Stressfrequenz" schnell finden und recht unauffällig eliminieren lässt. Für einen genauen Eindruck verbinde ich nun den DI-Out mit meinem Audio-Interface.

Das Pre-Signal ohne Einfluss der Klangreglung ist dabei etwas zurückhaltender im Output und zeigt sich neutral und stabil. Der Unterschied zum DI-Signal mit neutral eingestellter Klangreglung fällt ansonsten absolut marginal aus. In den ersten beiden Soundbeispielen bekommt ihr einen Eindruck von beiden Varianten.

Ich habe die Signale im Nachhinein im Pegel angeglichen.

Der EQ kann, wie schon erwähnt, ordentlich zupacken, arbeitet dabei aber weniger gutmütig, sondern analytisch und funktional. Abgesehen von dem EQ-Wahlschalter für Gitarre oder Bass sucht man hier verschiedene Modi zum Vorkonfigurieren des Grundsounds, wie sie bei Acoustic-Preamps anderer Hersteller des Öfteren zu finden sind, allerdings vergebens. Schade, denn im Hinblick auf die oft etwas steifen und kühlen Signale von Piezo-Pickups ist so eine Option eigentlich immer recht sinnvoll.

Im ersten der folgenden Beispiele habe ich dem Piezo-Signal etwas von seinem "knarzenden" Charakter genommen und versucht, den Sound insgesamt etwas gedeckter, runder und wärmer darzustellen.

Der Kompressor schränkt unauffällig die Dynamik ein und glättet einfach ein wenig das Signal, was bei akustischen Instrumenten, für die der Preamp ja auch in erster Linie konzipiert wurde, absolut Sinn ergibt. Färbende, knackige oder gar pumpende Kompressor-Sounds wird man diesem Exemplar dagegen nicht entlocken können.

Der Boost liegt idealerweise am Ende der Signalkette, hat damit keinen Einfluss auf das Verhalten des Kompressors und macht ansonsten genau das, was er soll. Boosten lässt sich das Ausgangssignal dabei bis zu 12 dB. Im dritten Beispiel booste ich das Signal nach dem ersten Durchlauf um 6 dB. Das Treble-Poti steht dabei neutral auf 12 Uhr. Das Brilliance-Poti ist etwas angehoben, woraus ein frischer Sound resultiert.

Fishman hat diesem Preamp einen Einschleifweg mitgegeben, was sehr praktisch ist, wenn man beispielsweise Effekte für den FOH nicht mit ausgeben will. Im folgenden Beispiel habe ich ein Delay-Pedal eingeschleift und nehme meine Square-Neck-Dobro zur Hand, die ebenfalls mit einem Piezo-Pickup ausgestattet ist.

Auch wenn das Pedal in erster Linie für akustische Instrumente beworben wird, schließe ich für das letzte Beispiel meinen Jazz Bass an. Der EQ-Modus steht jetzt auf Bass. Auch hier lässt sich der Sound einfach und effektiv abstimmen. Nur das Rauschen des EQs bei Hinzunahme der Höhen fällt wieder etwas auf.

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