Gitarre Hersteller_Fender
Test
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28.09.2021

Fender Player Plus Telecaster Test

E-Gitarre

Störungsfrei twangen

Die Fender Player Plus Telecaster ist ein Mitglied der beliebte Player-Serie, die damit um eine neue Reihe an Instrumenten erweitert wird. Die Serie beinhaltet normalerweise die traditionellen Modelle aus dem Hause Fender, die zu einem erschwinglichen Kurs in Mexiko gefertigt werden. Da der neue Zweig der Familie ein Plus im Namen trägt, liegt die Vermutung nahe, dass hier die Ausstattung über der Standardvariante liegt. Und tatsächlich sind es neben Locking Mechaniken, neuen Finishes und einer Tele-Brücke mit sechs Saitenreitern vor allem die Tonabnehmer, bei denen sich das Plus bemerkbar macht: Bei den Instrumenten der Player Plus-Serie sind ab Werk Fender Noiseless-Pickups im Einsatz.
Für den Working Musician, der viel und an unterschiedlichen Orten spielt, und auch dort, wo der Dimmer für die Bühnenbeleuchtung noch aus den 50ern stammt oder eine Bahnlinie direkt nebenan verläuft, der hat mitunter keine Freude mit Singlecoil-Gitarren und deren Sensibilität für Einstreuungen und Nebengeräusche. Tonabnehmer, die solchen Problemen einen Riegel vorschieben, machen das Leben deutlich leichter, vorausgesetzt, sie liefern auch den typischen knackigen Singlecoil-Sound. Die Instrumente aus der Player Plus Serie sind daher etwas höher im Preis angesiedelt als die Gitarren der Player Serie, knacken aber noch nicht die Tausendermarke. Die Telecaster, die uns zum Test zur Verfügung gestellt wurde, gibt es aktuell für runde 950 Euro, eine Tele mit Standardausstattung aus der Player Serie liegt bei 670 Euro. Ob sich der höhere Preis lohnt, erfahrt ihr gleich.

Details

Zubehör

Die Player Plus Telecaster wird mit einem Standard-Gigbag ausgeliefert, was ebenfalls ein Unterschied zur normalen Player Serie ist, bei der Gigbags oder Koffer fehlen. Dazu gibt es natürlich die üblichen Werkzeuge in Form von Inbus-Schlüsseln zum Einstellen von Halsneigung und Saitenlage.

Korpus

Der Korpus der Player Plus Tele ist traditionsgemäß aus Erle gefertigt und hat die typische Singlecut-Form der Telecaster, allerdings mit einem auf der Rückseite eingearbeiteten sogenannten Rippenspoiler für eine bessere ergonomische Anpassung. Die Gitarre bringt 3,7 kg auf die Waage und unser Testmodell kommt in einem satten Grün. Außer in diesem Cosmic Jade gibt es sie auch in einem 3 Color Sunburst, in Aged Candy Apple Red und in Silver Smoke. Das Schlagbrett in hellem Mintgrün passt übrigens sehr gut zum knalligen Grün des sonstigen Finishs. Der Rest ist Standard-Telecaster-Optik mit zwei Reglern mit Metall-Potiknöpfen auf einer Metallplatte, daneben der Kippschalter zur Pickup-Anwahl mit schwarzer Kappe. Eine solche hat auch der Steg-Pickup, während der Halstonabnehmer mit einer aus Metall bestückt ist. 

Das einzige optische, nicht traditionelle Element ist der bereits erwähnte Steg, der mit sechs einstellbaren Saitenreitern ausgestattet ist, wodurch die Oktavreinheit besser einstellbar wird. Das ist ein Manko der traditionellen Tele Bridge mit drei Saitenreitern, aber in dieser Sache streiten sich bekanntlich die Gelehrten. Für die einen verdient den Namen Telecaster nur ein Instrument mit einer Drei-Reiter-Bridge, die ein Intonationsfan als erste Modifikation austauschen würde. Aus praktischer und musikalischer Sicht ist die neue Brücke auf unserer Gitarre ein klares Update. Was die Optik anbetrifft, so ist sie aber ganz traditionell auf der großen Metallplatte platziert, die auch den Steg-Pickup beheimatet.

Pickups

Zwei Noiseless-Singlecoils, speziell auf Tele-Sounds zugeschnitten, sind bei unserem Testinstrument im Einsatz. Laut Hersteller werden brillante Höhen, ausgewogene Mitten und sanfte warme Bässe geliefert, das Ganze mit dem typischen Tele-Twang, aber komplett ohne Nebengeräusche durch Einstreuungen, womit man auch problemlos in höheren Zerrgefilden spielen könnte. Ob das der Fall ist, werdet ihr gleich im Praxisteil hören. Die Pickups werden mit einem Master-Volume und Master-Tone-Poti geregelt, wobei das Tone-Poti noch eine Überraschung parat hält: Mit der Push/Pull-Funktion werden bei herausgezogenem Potiknopf beide Pickups seriell aktiviert, und zwar unabhängig von der Position des Pickup-Schalters. Mit dem können die üblichen Kombinationen angewählt werden, entweder jeder Pickup einzeln oder beide Pickups parallel, wenn der Schalter in der mittleren Position steht.

Hals

Der Hals unserer Telecaster besitzt ein Modern C-Profil bei einem 12" Radius und besteht aus Ahorn. Er ist mit vier Schrauben am Korpus befestigt und trägt wie alle Instrumente der Serie ein Griffbrett aus Ahorn. Eine Ausnahme bildet die Gitarre im Silver Smoke Finish, bei der stattdessen Pau Ferro eingesetzt wird. 22 Medium Jumbo Bünde sind auf dem Griffbrett (12" Radius) eingearbeitet und zur Orientierung gibt es dort und an der Halskante schwarze Punktmarkierungen. Die Saiten laufen über einen Sattel aus synthetischem Knochen geradlinig zu den Stimmmechaniken an der Kopfplatte. Hier gibt es auch das praktische Upgrade, denn es sind geschlossene Locking-Mechaniken im Einsatz, die für einen schnellen Saitenwechsel und eine gute Stimmstabilität sorgen. Sie verrichten ihre Arbeit ohne Übertragungsfehler oder tote Punkte. Die Kopfplatte kommt im typischen Tele-Design mit Fender Spaghetti-Logo. Am Übergang zum Hals befindet sich der Zugang zum Halsstellstab.

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