Gitarre Hersteller_Fender
Test
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22.02.2017

Praxis

Handling

Massive hochwertige Hölzer mit einer sehr hohen Dichte (hier Palisander) machen es unserer Kandidatin nicht gerade leicht. Die zierliche PM-2 wirft für ihre Größe beachtliche 1945 Gramm in die Waagschale, die sie satt in der Hand liegen oder am Gurt hängen lassen und sie deshalb auch komfortabel im Stehen gespielt werden kann. An der Zarge am Halsfuß ist schon ein zweiter Gurtpin angebracht. Mit flachen Zargen schmiegt der Resonanzkörper sich wie eine E-Gitarre am Körper an und der vergleichsweise leichte und dünne Hals aus Mahagoni liegt mit seinem C-Shaping ebenfalls gut in der Hand. Die kurze Mensur schont eine kleine Greifhand, denn die Bundweiten schrumpfen auf der ganzen Länge. Bis zum 12. Bund werden 31,3 cm statt 32,3 cm bei Normalmensur gemessen. Die kurze Mensur trägt darüber hinaus zu einer verminderten Saitenspannung bei und große Barrégriffe können auch im ersten Bund, wo die Spannung am größten ist, mit Leichtigkeit gespielt werden. Die Halskrümmung ist werkseitig korrekt eingestellt, sodass es unverschuldet keine Schnarrgeräusche gibt.

Klang

Die PM-2 produziert einen warmen Naturton mit seidig schimmernden Obertonanteilen, wobei sich der Spieler an eine vergleichsweise hohe Grundfrequenz, die ein Resonanzkörper mit weniger Luftvolumen (zwangsläufig) generiert, gewöhnen kann. Deshalb klingt unsere Probandin aber nicht zwangsläufig dünn. Bisweilen wünscht sich der Musiker etwas mehr Pfund. Mit einem zarten, aber soliden Natursound kann die PM-2 selbstbewusst vor ein Studiomikrofon treten.

Die folgenden Aufnahmen wurden mit zwei kleinen Neumann-Mikros gemacht. Der Abstand zum Schallloch betrug ca. 1,50 m (Picking) bis 1,75 m (Rhythmus) in einer Höhe von ca. 1,50 m. Die Aufnahmen wurden im Bass (low cut filter) entrumpelt, nur leicht komprimiert und mit unterschiedlichen Studioräumen verschönert.

Die PM-2 wird mit einem Solospielstück nicht überfordert - im Gegenteil. Auch die Einzeltöne am Schluss kommen mit einem ausgedehnten Sustain.

Einen besonders obertonreichen Klang erzielt man mit dem Plektrum.

Die beiden Stereospuren wurden bei diesem Mix mit einem Time Adjuster entkoppelt.

Rhythmen, mit dem Plektrum gespielt, zeigen sich auf unterschiedlichen Dynamikstufen authentisch.

Der Preamp produziert einen kristallklaren Ton, vorausgesetzt, man schickt die Gitarre über einen guten Akustikverstärker. Der 2-Band-EQ bietet auf der Bühne und im Studio entgegen meinen Befürchtungen genug Spielraum für ein differenziertes Klangbild. Im Bassbereich bleiben sogar noch Reserven. Im oberen Frequenzbereich sind auch im Studio kaum Schnarzgeräusche zu hören. Der Preamp kann deshalb auch professionellen Ansprüchen genügen.

Das folgende Beispiel wurde mit einem Plektrum eingespielt.

Zum Schluss habe ich die beiden Signale (zwei Mikrofone und Tonabnehmer) miteinander kombiniert.

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