Hersteller_Fender Gitarre
Test
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20.04.2014

Praxis

Sound. Mal sehen und vor allem hören, was die Texas Specials zusätzlich zaubern. Wir verschaffen uns zuerst einmal einen Überblick über den Grundsound der Gitarre, indem alle drei Pickup-Kombinationen bei unverzerrtem Klang angespielt werden. Die Anwahl der Tonabnehmer wird in den Beispielen mit folgenden Zahlen benannt:

1 - Steg-Pickup

2 - Hals- & Steg-Pickup

3 - Hals-Pickup

Die Gitarre liefert frequenzmäßig mit den beiden Pickups eine hörenswerte Bandbreite. Der Hals-Tonabnehmer zeigt sich recht warm und mit angenehm klingenden tiefen Mitten, während der Steg-Pickup bereits ordentlich die Zähne bleckt. Hier sind klingelnde Höhen angesagt, der beliebte Twang-Faktor ist geboten und mit dem entsprechenden Amp und etwas Zerre wird es mit Sicherheit sehr unterhaltsam. Aber zuerst werden wir noch einmal den Hals-Pickup unter die Lupe nehmen, der kann nämlich auch etwas schärfer klingen, wenn er entsprechend behandelt wird. Hier funktioniert die Übertragung der Anschlagsdynamik sehr gut, bei leichtem Anschlag kommt der Ton recht weich aus der Gitarre, sobald härter angeschlagen wird, erhalten wir einen wesentlich knackigeren und höhenreicheren Ton. Diese Übertragung der feinen Spielnuancen machen viel aus und geben dem Spieler mehr Gestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten. Davon könnt ihr euch beim nächsten Beispiel überzeugen, bei dem ich zuerst sehr sanft die Akkorde „gestrichen“, dann mit hartem Anschlag weitergespielt habe.  

Ihr hört diese schöne Klangübertragung des Anschlags auch im nächsten Beispiel, allerdings geht es nun etwas kerniger zur Sache, der AC30 steht für eine Runde mit der Tele bereit. Dieser höhenbetonte, leicht übersteuerte Sound des Amps unterstützt den Charakter unseres Testinstruments deutlich und bringt die Gitarre in ihr Spezialgebiet: Rotzige Sounds bis zum mittleren Zerrgrad, der gerne über den Anschlag gesteuert werden kann. Ähnlich wie die Jubiläums-Strat steckt auch die Tele härtere Anschläge gut weg, die Stimmung bleibt stabil und der Ton springt quasi direkt aus dem Lautsprecher. Dabeiübertragen die Pickups jede Feinheit und lassen keine Ecken und Kanten aus. Mir gefällt’s!

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber das müsst ihr euch noch anhören… Diese Bandbreite an Sounds, die man mit dem Instrument nur durch den Anschlag erzeugen kann, macht einfach Laune. Hier ist noch einmal ein Beispiel, bei dem ich den Steg-Pickup angewählt und zuerst nur am Hals (über dem 22. Bund)  angeschlagen habe. Zum Schluss kommt der krasse Wechsel zwischen den Anschlagspositionen Hals und Steg. 

Als Nächstes werden wir uns den klanglichen Auswirkungen des Tone-Reglers widmen. Dieser geht recht weit zurück und macht bei Bedarf aus unserem feuerspuckenden Drachen ein sanftes Lamm. Dabei werden, wie vom Hersteller prophezeit, die Bässe nicht angehoben, wenn man das Tone-Poti zurückdreht. So kann man sehr feinfühlig die Schärfe einstellen. Ihr hört nun drei Positionen des Tone-Reglers, komplett zurückgedreht, dann halb auf- und zum Schluss wieder voll aufgedreht. 

Die Tele ist mit ihren Singlecoil-Pickups kein Kraftpaket, das einen Amp schon früh in’s Schwitzen bringt und ihm mehr Gain entlockt. Auch verglichen mit anderen Telecaster-Typen hat sie weniger Muskeln und zeigt sich entsprechend drahtiger. Hier ist ein Beispiel mit beiden Pickups und einem Marshall Plexi.

Wer auf höhere Zerrgrade Wert legt, der muss mit Overdrive oder Amp noch eine Schippe drauflegen. Aber ehrlich gesagt, sehe ich in diesen höheren Zerr-Disziplinen nicht unbedingt den Einsatzbereich unseres Testinstrumentes. Das können andere besser, und das ist meines Erachtens auch kein Nachteil. Mit den Singlecoils erhöht sich das Einstreuungsverhalten bei höheren Zerrgraden relativ stark, da wird es bei Bühnenlautstärke schon etwas kritisch. Natürlich ist auch ein Highgain-Sound mit der Tele möglich, und mit einem Bogner Ecstacy Red Pedal klingt der so:

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