Test
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11.01.2016

Praxis

Reichlich Anschlüsse

Für eine so kleine Box ist die SC203 mit wirklich vielen Anschlussoptionen gesegnet. Ich beginne zuerst mit den analogen Eingängen: Das Audiosignal geht über Cinch in die Eve Audio hinein, die Eingangsempfindlichkeit ist dabei auf +22 dBU hochgesetzt, um die kleinen Boxen auch mit meinem RME UFX befeuern zu können. 

Für meine Stative erscheinen mir die Boxen zu klein, so kommen sie ausnahmsweise mal direkt auf den Arbeitstisch. FlexiPad drunter und maximal angestellt! Mehr Hinweise findet ihr auch hier.

Guter Multimedia-Monitor

Als Multimedia-Lautsprecher funktionieren die SC203 einfach und gut. Die kleinen Boxen zeichnen ein recht detailliertes Bild, allerdings auch ein recht kleines und leicht Hi-Fi-mäßiges. Die Stereobühne will sich einfach nicht so weit aufspannen und vor allem Stimmen klingen meiner Einschätzung nach zu dünn – hier fehlen mit einfach wichtige Mitteninformationen. Hoch- und Tieftöner wollen einfach nicht richtig zusammenpassen, da konnte ich auch mit den Filtern nichts dran ausrichten. Das Tiefenfilter beispielsweise erscheint mir auch recht hoch angesetzt.

Die „Position-Filter“ brachten leider auch keine Besserungen, im Gegenteil: Filter 2 („Desktop“) klang extrem unnatürlich. Trotzdem: Schlecht klingen die Speaker im Grundzustand nicht. Im Vergleich zur einer nur rund ein Drittel teureren und drei Zentimeter größeren Genelec 8020 (EUR 750,- das Paar ) zeichnet mir die SC203 für den EUR 500,- Paarpreis dennoch aber einfach nicht detailliert genug. Musikhören ja, Mischen lieber eher nein.

USB/SPDIF und Wandlerklang

Auch die digitalen Eingänge habe ich ausprobiert: Zugegeben, der Anschluss via USB ans iPhone ist cool – da kann die Genelec 8020 nicht mithalten. Auch der S/PDIF funktionierte einwandfrei. Der verbaute Wandlerklang ist dabei auf durchschnittlichem Level, aber eben auch nicht besonders. Im Vergleich zu meinem RME klangen die Höhen etwas gedämpft und weniger detailliert, die Mitten etwas muffig. Wer allerdings einfach nur ein Macbook anschließen will, kommt mit dem Anschluss via USB klanglich deutlich weiter als mit traditioneller 3,5mm-Miniklinke von Apple. Fair enough.

Ein Encoder für Alles

Die Bedienung mit dem „ein Encoder für alle Einstellungen“ klappt gut. Hat man alle Settings getroffen, wird man hier in der Regel auch wenig herumstellen. Die Steuerung beider Speaker mit nur einem Regler – quasi ein integrierter Monitorcontroller – ist clever und bedienerfreundlich. Dass man die L/R-Seiten allerdings nicht via Dipschalter oder Encoder vertauschen kann, ist etwas ungünstig für einen Multi-Media-Monitor ausgefallen: Analog kann man Kabel noch durchaus vertauschen – bei Digitalverbindungen wird es da schon schwieriger. Auch der Auto-Standby greift bei den digitalen Eingängen nicht, doch das nur am Rande. 

Das Fehlen von XLR-Eingängen finde ich indes nicht störend, markiert es doch auch eine eindeutige Produktplatzierung. Für den multimedialen Arbeitsplatz ist die kleine Box mit ihren vielen kleinen Features nämlich durchaus gut ausgestattet! Die Latenzwerte des USB-Interfaces wiederum sind leider nur Mittelmaß. 

Subwoofer-Out für einfachste Erweiterung

Richtig gut ist der geregelte Subwoofer-Out, durch den sich auf einfachste Weise dickere Setups bauen lassen. Der angeschlossen Subwoofer muss dabei eigentlich nichts weiter können als verstärken.

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