Gitarre Hersteller_ESP
Test
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21.03.2014

ESP LTD H-308 Test

8-Saiter E-Gitarre

Die Kurze mit der Acht

Die ESP LTD H-308 im bonedo-Test  -  Der Trend zu immer tieferen Stimmungen gerade in der Metal-Szene fordert von den diversen Gitarrenhersteller, die dieses Genre bedienen, immer wieder Fantasie und das Beschreiten neuer Wege. Waren vor nicht allzu langer Zeit siebensaitige Gitarren, am besten auch noch heruntergestimmt, das Maß aller Dinge, bieten immer mehr Instrumentenbauer mittlerweile 8- oder sogar 9-Saiter an. Und natürlich kann auch die japanisch/amerikanische Rock- und Metal-Schmiede ESP mit solchen Instrumenten aufwarten.

Unter dem Namen LTD Standard Series bieten die Asiaten die Budget-Version der teureren ESP-Gitarren an, und aus diesem Fundus stammt auch unser heutiges Testinstrument, eineachtsaitige LTD H-308.

Details

Die H-308 kommt mit einem matt-schwarz lackierten Mahagoni-Korpus, dem ein graues Perlmutt-Binding rund um die Decke eine edle Note verleiht und das gesamte Erscheinungsbild sehr passend aufwertet. Der Body, dessen Form im weitesten Sinn an eine Strat angelehnt ist, verjüngt sich zur Zarge hin. In den Cutaways wurden weitere Ausfräsungen vorgenommen, die die Erreichbarkeit der obersten Lagen erleichtern sollen.

Zwei aktive EMG 808 Pickups sorgen für die Wandlung, aber nicht, ohne vorher durch ein Volumen- und ein Tone-Poti geschickt zu werden. Ein Dreiwegschalter aktiviert jeweils den PU am Steg, den am Hals oder beide zusammen, ganz klassisch also. Sämtliche Hardware ist ebenfalls in Schwarz, die Potis sind aus Metall und gegenversehentliches Abrutschen geriffelt. Eine Standardbrücke mit einzelnen Reitern führt die Saiten in Richtung Kopfplatte. Bevor es aber dort weitergeht, noch ein schneller Blick auf die Rückseite. Auch die wurde in mattem Schwarz lackiert und besitzt zwei Ausfräsungen. Eine verbirgt die Elektronik, die andere die Klinkenbuchse in der unteren Zarge. Alle Saiten werden über acht Metallhülsen durch den Korpusgeführt. Womit wir wieder in Richtung Hals wandern. Auf dem Weg dorthin fallen die schwarzen Gurtpins auf, die mit ebenfalls schwarzen Filzplättchen unterlegt sind, um das Korpusfinish nicht zu ruinieren.

Der Ahornhals ist mit dem Korpus übergangslos verleimt, sodass dem Spiel in den höchsten Lagen keine Schrauben oder ein klobiger Halsübergang im Wege stehen. Auch die Halsrückseite ist matt schwarz lackiert und bietet ein angenehmes Greifgefühl. Die Halsform ist - wie nicht anders zu erwarten - breit, aber auch recht flach. Musiker mit etwas kürzeren Fingern dürften hier allerdings an ihre Grenzen stoßen. Das Griffbrett besteht aus Palisander und ist mit 24 penibel eingesetzten und bearbeiteten Jumbo-Bünden bestückt. Der Übergang zwischen Griffbrett und Halsrückseite ist durch ein dunkles Perlmutt-Binding verschönert, was zwar toll aussieht, aber die ebenfalls aus Perlmutt bestehenden Griffbrettmarkierungen sehr schwer erkennen lässt - gerade bei einem Hals mit diesen Abmessungen ein echtes Manko. Die Mensur beträgt für Achtsaiterverhältnisse kurze 25,5”, also 64,8 cm, was sich definitiv positiv auf die Bespielbarkeit auswirkt. Trotzdem wundere ich mich immer wieder, warum sämtliche Hersteller ihre Gitarren mit relativ dünnen Saiten versehen, denn damit tun sie sich keinen Gefallen. Das in dieser Gitarrengattung eigentlich schlummernde Potenzial wird so leider nicht geweckt.

Abschließend noch ein paar Worte zur Kopfplatte. Diese ist ebenfalls schwarz lackiert und mit einem Binding versehen. Auf den Mechaniken prangt das LTD-Logo, sie verrichten ihre Arbeit tadellos und ohne Springen oder Stocken und lassen ein präzises Stimmen zu. Der Halsstab wird hinter dem Sattel eingestellt, es muss lediglich eine Plastikabdeckung nach Lösen einer Schraube abgenommen werden. Leider vermisse ich auch bei diesem Instrument einen Koffer oder zumindest eine Tasche. Dafür kommt sie zumindest sicher verpackt im Karton, in dem sich auch sämtliche Werkzeuge zur Einstellung finden. Die Verarbeitung ist insgesamt sehr gut, auch hier kann man den Gitarrenbauern in Indonesien einen tollen Job attestieren. Insgesamt wiegt unsere Kandidatin 3896 Gramm und ist daher trotz der kürzeren Mensur definitiv kein Leichtgewicht. Aber hier wirkt ein etwas breiterer Gurt durchaus Wunder.

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