Eurorack-Module Hersteller_Erica_Synths
Test
3
20.07.2017

Erica Synths Pico Logic, A Logic und SEQS Test

Logicmodule für Eurorack

Unverzichtbare Logik-Tools in 3TE

Erica Synths haben im Rahmen ihrer Pico Serie drei Logikmodule in jeweils 3TE im Programm: Pico Logic, Pico A Logic und das Pico SEQS. Logikmodulen wie diesen wird oft nicht viel Beachtung geschenkt, da sich der praktische Nutzen dieser meistens eher unscheinbaren Module mit mathematischen Funktionen nicht immer gleich erschließt. Dabei sind sie fast unverzichtbar, wenn man interessante Patches bauen und experimentieren möchte.

Logikmodule eignen sich nicht nur besonders gut um Clock- bzw. Triggersignale zu verarbeiten und interessante Rhythmen zu erstellen, sondern sind auch bei fast allen anderen Patches sehr von Vorteil, wenn es darum geht Steuerspannungen zu verarbeiten. Wie gut die drei schlanken Picos ihre Aufgaben erledigen, haben wir getestet.

Details

Erica Synths Pico Logic

Beim ‚Logic‘ handelt es sich um boolesche Logik und einen Clock Divider. In erster Linie ist dieses Modul dafür gedacht, Trigger- bzw. Gatesignale auf fortgeschrittene Weise zu verarbeiten. Es eignet sich aber auch hervorragend für Audio, was es einem ermöglicht Subbässe und Untertöne mit dem Clock-Divider zu erzeugen. Diese werden als Rechteckwellen ausgegeben und klingen sehr gut.

Auf dem 3TE breiten Modul findet man zwei identische Einheiten, welche jeweils zwei Eingänge für Trigger und / oder Gates und einen Ausgang haben. Die Ein- und Ausgänge sind binär: Es liegt entweder eine definierte Spannung an oder nicht. Es müssen also nicht zwingend Trigger- oder Gatesignale verwendet werden, aber wenn man z.B. eine Wellenform in einen Eingang schickt, dann geht der Eingang an, sobald die Wellenform einen Schwellenwert übersteigt, und wieder aus, wenn die Wellenform wieder unter diesen Schwellenwert fällt. Mit einem Pushbutton pro Sektion kann man zwischen sieben verschiedenen Logik-Modellen und acht Teilungen für Clocksignale wählen. Feedback über den gerade gewählten Modus bekommt man durch schicke RGB-LEDS. 

Jede nützliche Logik wurde berücksichtigt und auch die Teilungen für Clocksignale machen Sinn. Bei der Größe verzichtet man auch gerne auf solche Features, wie z.B. die Logik per Steuerspannung umschalten zu können. Nur zwei anstatt drei Eingänge für die Logik-Inputs ist jedoch ein bisschen schmerzhaft, da bei Logik im modularen Kontext die Möglichkeit sehr von Vorteil ist, ein Clocksignal zu den beiden Gate- / Triggersignalen zu mischen um die Logik sozusagen zu synchronisieren. Dafür sind die Eingänge der ersten Sektion auf die Eingänge der zweiten Sektion normalisiert, was bedeutet, dass man mit nur zwei verschiedenen Signalen gleich mehrere verschiedene Logikmodelle ausgeben kann. Dieses ermöglicht es, zwei einfache Trigger oder Gates zu nehmen, wie z.B. zwei Ausgänge eines Clock-Dividers oder von LFOs bzw. OSCs, und durch Auswahl verschiedener Logiken der beiden Sektionen sehr interessante rhythmische Kombinationen zu erhalten. Diese Vorgehensweise lädt sehr zum Experimentieren und Forschen ein und bingt Ergebnisse hervor, die man mit einem klassischen Sequencer oder gar einer DAW nur unwahrscheinlich erhalten würde.

Erica Synths Pico A Logic

Beim ‚A Logic‘ handelt es sich um ein Logikmodul etwas anderer Art. Hier hat man zwei Eingänge, welche eher für Kontrollsignale als für Trigger- und Gatesignale gedacht sind. Dieses Logikmodul arbeitet also nicht binär und kann Wellenformen verarbeiten, anstatt nur zwischen ein und aus zu schalten. Dafür bekommt man auch vier Ausgänge, welche die Summe, Differenz sowie die maximalen und minimalen Werte beider Signale ausgeben. Jeder der Ausgänge besitzt eine LED, die die gerade erzeuge Spannung anzeigt, was bei dieser Art von Logik sehr von Vorteil ist.

Die Funktionen hören sich sehr mathematisch an, sind aber einfach verschiedene Arten, zwei Wellenformen miteinander zu vereinen. Die Ergebnisse sind dabei ziemlich unterschiedlich, stehen aber immer in einem Zusammenhang, was sehr musikalische Ergebnisse liefern kann. Das ‚A Logic‘ eignet sich besonders gut, um einfache Steuersignale zu beleben und interessanter zu gestalten. Man nehme zum Beispiel zwei einfache Sinusschwingungen und bekommt vier ganz verschiedene Wellenformen an den Ausgängen, welche aber immer in Relation zueinander und zu den Sinusschwingungen stehen. Auch eher einfache Patches können dadurch sehr lebendig und interessant werden. Oder man nimmt eine Hüllkurve, die einen VCA öffnet, und kombiniert diese mit einer zweiten Hüllkurve oder einem anderen Signal und steuert dann mit den neu erzeugten Wellenformen Filter oder Effekte. Dabei merkt man nicht, dass die erzeugten Wellenformen von besagter Hüllkurve oder LFO stammen, aber sie verändern  proportional zu Änderungen der eingeführten Steuerspannungen.

Das ‚A Logic‘ funktioniert genauso gut mit Audio an den Eingängen wie das ‚Logic‘. Anstatt Untertöne zu generieren, erhält man hier jedoch eine Art von Waveshaping. Die Ergebnisse klingen auch hier im Audiobereich sehr gut.

Erica Synths Pico SEQS

Das ‚SEQS‘ ist ein 4-fach Sequential Switch, mit dem man vier Quellen auf einen Eingang routen oder eine Quelle auf vier verschiedene Eingänge schicken kann. Dabei werden die Ein- und Ausgänge nicht gemischt, sondern es wird umgeschaltet. Das kann hier mit Steuerspannungen und Audiosignalen geschehen und Erica Synths zeigt hier ein ganz interessantes Konzept für einen einfachen Switch. Es gibt nämlich einen Clock- und einen Steuerspannungseingang, um zwischen den vier verschiedenen Quellen bzw. Ausgängen zu schalten. Liegt eine Clock an, so bestimmt der Steuerspannungseingang die Richtung, in die geschaltet wird, und wenn kein Clocksignal anliegt, wird der Kanal direkt per Steuerspannung ausgewählt. Wenn man das ‚SEQS zum Beispiel mit ganz einfachen Signalen aus einem Clock Divider füttert, bekommt man durch Wechseln der Kanäle interessante Rhythmen, oder man füttert es mit zwei Rhythmen oder Steuersignalen aus einem Sequencer und bekommt so eine dritte Sequenz. Auch umgekehrt ist das ‚SEQS‘ sehr sinnvoll. Man nehme zum Beispiel eine Hüllkurve, welche dann abwechselnd vier verschiedene Funktionen ausführen kann.

FAZIT

Alle drei Logikmodule der Erica Synths Pico Serie haben einen hochwertigen Eindruck hinterlassen und sind besonders sinnvoll im Verbund. Jedoch sind Pico Logic, Pico A Logic und Pico SEQS auch einzeln wunderbare kleine Tools, die jedes System aufwerten und sehr interessante Möglichkeiten für Patches bieten. Die Größe von 3TE ist hier sehr angenehm, da es bei mehreren 2TE-Modulen nebeneinander eng wird und 4TE für diese Funktionalitäten schon etwas verschwenderisch wäre. Die Pico-Logikmodule bringen durch ihre Größe und Funktionalität großen Mehrwert, besonders wenn man noch keine Logik in seinem Modularsystem hat. 

  • PRO
  • praktische Logikmodule in idealer Größe
  • sinnvoll gewählte Funktionen
  • mit Steuer- und Audiosignalen einsetzbar
  • visuelles Feedback über LEDs
  • CONTRA
  • Pico Logic: 3 statt 2 Eingänge pro Kanal hätten die Funktionalität noch erhöht
  • FEATURES: ERICA SYNTHS PICO LOGIC
  • 2 unabhängige Sektionen mit je 2 Inputs und einem Output
  • 8 Logik-Algorithmen pro Sektion
  • interne Verbindung der Eingänge beider Sektionen
  • Modusanzeige über RGB LEDs
  • Output Status LEDs
  • Preis: 80 Euro + MwSt.
  • FEATURES ERICA SYNTHS PICO A LOGIC
  • 2 CV / Audio inputs
  • Gleichzeitige Ausgabe von Summe, Differenz, Maximum und Minimum beider Inputs
  • 4 LEDs zur Kontrolle des Ausgangssignals
  • Preis: 70 Euro + MwSt.
  • FEATURES ERICA SYNTHS PICO SEQS
  • Zahl der Switches: 4
  • CV-Steuerung von Richtung und Länge der Sequenz
  • Externer Clock-Eingang
  • Kanalstatus-LEDs
  • Preis: 70 Euro + MwSt.

Verwandte Artikel

User Kommentare