Bass
Test
7
22.05.2017

Praxis

Der Eich T900 ist ein "Plug and Play"-Amp im besten Sinn, und das bezieht sich nicht nur auf das einfache Setup, sondern auch auf den Sound des handlichen Tops. Kommen wir direkt zur Sache und hören uns den T900 anhand einiger Audiosamples an. Für die Aufnahme ging das Signal ohne Umwege vom Di-Out des Amps in mein Apogee-Interface, um mit Logic Pro X aufgenommen zu werden.

Im ersten Clip hört ihr den T900 ohne irgendwelche Anpassungen mit dem Equalizer. Das handliche Topteil produziert einen ungeheuer fetten und warmen Sound mit sehr offenen und geschmeidigen Höhen. Insgesamt löst der Amp äußerst detailreich auf, und der Sound erscheint absolut klar und transparent. Positiv finde ich zudem die knackige Ansprache - der T900 fühlt sich ungemein direkt an und reagiert blitzschnell auf die Dynamik des Spielers. Ich habe mich mit dem kräftigen und klaren Grundsound des T900 auf Anhieb wohlgefühlt!

In einigen Situationen sind leichte Anpassungen an die Raumverhältnisse oder die Musikrichtung natürlich unabdinglich, und hier kommt man mit dem absolut simpel zu bedienenden Taste-Regler des T900 schon ziemlich weit. Die Wirkung des Features könnt ihr im anschließenden Clip hören. Ausgehend von der Mittelstellung drehe ich den Taste-Regler zunächst nach rechts in Richtung "Rich" und anschließend über den kompletten Reglerweg zurück in Richtung "Dry".

Nach rechts gedreht wird der Sound zwar deutlich voller und milder in den Höhen, mein Bass klingt dabei jedoch niemals undifferenziert oder dröhnig. Wer auf vintage-mäßige Sounds steht, kommt hier wirklich schnell ans Ziel, ohne den Grundsound des Basses allzu stark zu verfremden. In die andere Richtung gedreht wird der Sound deutlich schlanker und knackiger: Hochmitten- und Höhenanteile im Sound treten in den Vordergrund und sorgen für einen drahtigen, sehr durchsetzungsstarken und gut ortbaren Sound.

Mit dem "Dry"-Bereich des Taste-Reglers konnte ich einen zu mächtigen, dröhnenden Basssound in schwierigen Raumverhältnissen oftmals mit nur einem Handgriff wieder in die Spur bekommen. So einfach der Taste-Regler in der Bedienung ist, so effektiv ist er in seiner Wirkung - ein wirklich super umgesetztes Feature!

Für gezieltere Eingriffe hat der T900 einen Vierband-Equalizer mit Reglern für Bässe, Tiefmitten, Hochmitten und Höhen an Bord. Die Wirkungsweise der Filter könnt ihr in den nachfolgenden Audiobeispielen hören. Für den Slapsound habe ich sowohl die Bässe als auch die Höhen stark geboostet und die Hochmitten für den typischen Scoop-Effekt leicht abgesenkt. Einen warmen und vintage-mäßigeren Sound konnte ich im Handumdrehen mit einer leichten Anhebung der Bässe und Tiefmitten und einer gleichzeitigen Absenkung des Höhenbereichs aus dem Eich T900 locken.

Die Ergebnisse sprechen für sich - jeder Regler des Equalizer liefert für die Praxis absolut relevante Resultate. Die einzelnen Bänder lassen sich sehr feinfühlig steuern und der Sound bleibt bei vernünftiger Anwendung stets transparent.

In Sachen Sound liefert der Eich T900 also eine überzeugende Performance - nicht anders sieht das beim Thema "Leistung" aus. Die Leistungsangabe von 900 Watt erscheint mir mit Blick auf die brachiale Lautstärke, die der handliche Amps absolut souverän erreichen kann, sehr realistisch zu sein. Ich kann mir jedenfalls kaum ein Einsatzgebiet vorstellen, bei dem man sich mit dem T900 und einem passenden Boxenbesteck untermotorisiert fühlen könnte.

Für Bassisten, die den T900 auch als nebengeräuschfreien Übe-Amp zu Hause einsetzen wollen, sei abschließend noch erwähnt, dass der Lüfter zwar sofort nach dem Einschalten seinen Dienst aufnimmt. Das leichte Surren ist allerdings wirklich kaum wahrnehmbar.

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