Software
Test
10
27.11.2015

EastWest ComposerCloud Test

Sample-Library-Abonnement

Sounds aus der Wolke

Früher war bekanntlich alles besser. Beispielsweise gabe es ja die Zeit, in der Musik, Filme und Software ausschließlich mit „Einmal-Zahlungen“ erworben wurden. Durch Streaming-Dienste hat sich im Consumer-Bereich schon längst einiges geändert und monatliche Abo-Zahlungen sind dort keine Seltenheit. Doch auch im Software-Bereich wechseln mehr und mehr Hersteller zu Abo-Modellen, die ihre Nutzer zu Abonnenten machen sollen. Bisher blieb der Audio-Bereich davon unberührt, doch auch das soll sich nun ändern. 

Mit der ComposerCloud liefert der in Hollywood ansässige Hersteller EastWest seine Sounds aus der Wolke – und zwar alle! Denn in der ComposerCloud befinden sich alle Sample-Librarys, die die Herrschaften von EastWest in ihrem Library-Repertoire der sogenannten „Gold-Versionen“ zu bieten haben. Durch einen monatlichen oder jährlichen Beitrag im Abonnement stehen die Instrumente aus der Komponisten-Wolke zum Download bereit. Erleben wir nach Film- und Musik-Streaming nun auch einen Abo-Wandel in der Audio-Branche? Sind Cloud-Dienste die Zukunft der Software-Instrumente? Und für wen lohnt sich ein Software-Instrument-Abonnement? Lest im Test unsere Erfahrung mit der ComposerCloud.

Details

Was ist die ComposerCloud?

Was bei mehr und mehr Software- und Streaming-Diensten gang und gäbe ist, wird durch die ComposerCloud nun zum ersten Mal auch in Sample-Librarys genutzt. Mit über 9000 virtuellen Instrumenten bietet der Library-Katalog von EastWest eine große Auswahl an hochwertigen Sounds, die durch die ComposerCloud in einer Abo-Mitgliedschaft zum Download bereitstehen. Laut Herstellerangabe wird es in Zukunft auch Sounds und Instrumente geben, die ausschließlich in Verbindung mit einem Abo genutzt werden können.

Die drei Abonnements

Software-Abos wie Microsofts „Office 365“ oder die „Creative Cloud“ von Adobe haben es vorgemacht: Gegen eine regelmäßige Abonnementzahlung, monatlich oder jährlich, darf die Software genutzt werden. Wer die Software nicht mehr benötigt, kündigt das Abo zum Ende der Laufzeit. Oder umgekehrt betrachtet: Wer nicht mehr zahlt, kann die Software auch nicht mehr nutzen.

Die ComposerCloud bietet die drei Arten des Abonnements „Free Trial“, „Student“ und „Full“. Das Full-Abo kostet monatlich € 26,99 beziehungsweise jährlich € 279 und beinhaltet 51 EastWest-Produkte der „Gold-Versionen“ mit über 9000 Instrumenten. Mit der jährlichen „ComposerCloud Plus“ erhält man eine Festplatte, die die Diamond- und Platin-Versionen umfasst, welche für die orchestralen Librarys auch verschiedene Mikrofonpositionen beinhalten. Dieses Paket richtet sich an Orchester-Komponisten. 

Das heruntergestufte Student-Abo hingegen bietet für Studenten und Lehrer nur 7 Produkte, die allerdings frei gewählt werden können. Die Kosten für das Student-Abo belaufen sich auf € 12,99 pro Monat oder € 140,29 pro Jahr. 

Im Free Trial stehen drei frei wählbaren Instrumente für einen Monat kostenlos zur Verfügung. Die Abos sind monatlich ohne weitere Gebühren kündbar, ein Upgrade zu einem höherwertigen Abo ist jederzeit möglich.

Wie funktioniert die ComposerCloud?

Im sogenannten „Installation Center“ von EastWest stehen die virtuellen Instrumente nach Abschluss eines Abos zum Download bereit. Nach einer Aktivierung können diese an einen beliebigen Speicherort auf einer internen oder externen Festplatte heruntergeladen werden. Je nach Monats- oder Jahres-Abo findet online eine monatliche oder jährliche Abgleichung statt, die eine Internetverbindung voraussetzt. Die meisten EastWest-Produkte beinhalten viele Gigabyte große Samples, da können es auch schon mal 83 Gigabyte für einen „Stormdrum 3“-Download sein, wodurch die Downloads je nach Internetverbindung sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Da wirkt es beruhigend zu wissen, dass die Downloads pausiert werden und zu einem späteren Zeitpunkt weiterladen können. Um die Riesen-Downloads zu umgehen, verweist EastWest auf der eigenen Website auf ein Amazon-Angebot des „CCC Gold Hard Drive“, das es für 99 Pfund (aktuell etwa € 140) zu erwerben gibt, das die bisherigen Produkte auf einer Festplatte beinhaltet. Das bedeutet aber natürlich auch, dass man für die zukünftigen, teils Abo-exklusiven Librarys trotzdem um weitere Downloads nicht herumkommt. 

Für wen ist die ComposerCloud geeignet?

Besonders interessant ist die ComposerCloud sicherlich für Komponisten, Arrangeure und Produzenten aus dem Bereich Film- und Game-Musik. Doch auch in einigen Musikgenres werden oft hochwertige Orchester-Sounds und Chöre eingesetzt, wodurch die ComposerCloud natürlich auch für Anwender in diesem Bereich geeignet ist. Durch den verhältnismäßig niedrigen Monatsbeitrag haben nun auch Nutzer mit geringen Budgets den Zugriff auf die international siebzigfach ausgezeichneten Sounds von EastWest, die es vorher nur durch höheren Kapitaleinsatz zu erwerben gab – hochwertiger Sound in Low-Budget-Produktionen!

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare