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17.07.2017

Dynaudio LYD-48 Test

Aktiver 3-Wege Monitor

Mit den Dritten hört man besser?

Mit der LYD-48 vergrößert Dynaudio sein Portfolio an bezahlbaren Monitoren – und zwar nach oben. Neben den drei 2-Wege-Nearfields LYD-5, LYD-7 und LYD-8 ist der aktive Nahfeldmonitor nicht nur das aktuell größte Modell in dieser Serie sondern sogar auch ein 3-Wege Monitor.

Die „Kleinen“ hatten wir bereits im Test und für gut bis sehr gut befunden. Mein Favorit war damals die LYD-7, auch, weil die mittelgroße Bassmembran mal wieder den besten Kompromiss aus Tiefgang und Schnelligkeit darstellte, wobei letzteres vor allem den so wichtigen Mitten zugute kam. Der 3-Wege Monitor mit Mitteltöner müsste also eigentlich alles noch besser machen.

Details

Familiensache

Der LYD-48 ist ein aktiver 3-Wege-Near/Midfieldmonitor in Bassreflex-Bauweise. Aktuell ist er das größte Modell der für Audio-Verhltnisee günstigen Serie, zu der auch die 2-Wege Nearfields LYD-5, LYD-7 und LYD-8 gehören. Die Zahl im Namen steht wie gewohnt für die Basstreiber-Größe, was auch bei der LYD-48 nicht anders ist: Der Woofer misst also 8 Zoll, der Mitteltontreiber 4 Zoll und der Tweeter 28 mm. 

Aktives Tri-Amping

Getrennt wird bei 490 Hz und 5,6 kHz, verstärkt mit Class-D und jeweils 80 Watt, 50 Watt und nochmals 50 Watt. Das nennt sich dann Tri-Amping und ist die logische Konsequenz aktiver Trennung.

Der Übertragungsverlauf wurde mit 32 Hz bis 21 kHz beziffert. Die Angabe, bei welchem Abfall gemessen wurde, bleibt der Hersteller uns jedoch schuldig. Schade, bei den kleineren LYDs war Dynaudio noch aussagefreudiger. Das Gleiche gilt für den maximalen Schalldruck, der zwar mit 112 dB für das Paar in einem Meter Abstand beziffert wurde, jedoch keine Angaben zur Verzerrung enthält.

Auch in Schwarz

Neben der Trend-Farbe Weiß gibt es die LYD-48 in schwarzer Vinyl-Folierung. Auf Grund der horizontalen Ausrichtung ist sie außerdem einzeln, als linke oder rechte Box, erhältlich. Eine explizite Center-Box für Surround Aufbauten findet sich nicht. Der Tieftöner gehört laut Dynaudio nach innen, was das Stereo-Dreieck bei gegebener Positionierung durchaus maximiert – unter Umständen maskiert der Woofer so aber auch die Midrange. Wir werden sehen oder besser: hören.

Einwandfrei, hochwertig und pragmatisch verarbeitet sind die LYD-48 aber allemal. Wie sie in Weiß aussieht, kann man sich anhand der bekannten 2-Wege Monitore sicherlich auch vorstellen. Bei Maßen von 369 x 234 x 328 mm BxHxT ist das MDF-Gehäuse mit 10,55 kg pro Stück übrigens recht leicht. Genauer: Sie sind genauso groß wie die LYD-8 dabei aber nur 150g schwerer.

Die Familienzugehörigkeit ist generell gut erkennbar: Dazu gehören die abgeschrägten Gehäusekanten, die gelochten Staubschutz-Kalotten sowie das dreibeinige Schutzgitter des Tweeters, welcher selbst in einem leichten Waveguide sitzt. Der Mitteltöner ist wie der Woofer aus einem MS-Polymer und mit einer Alu-Schwingspule ausgerüstet. Laut Hersteller dient die Perforierung übrigens der Zentrierung der Schwingspule. 

Sehr dezentes Auftreten

Alle Treiber sind mit dem Gehäuse verschraubt und verzichten auf Schnörkel. Neben dem Logo-Schriftzug gibt es sonst keinen weiteren Schmuck. Auf eine front-seitige LED wurde verzichtet. Das einzige Lämpchen gibt es rückseitig zu vermelden und dient der Power-Visualisierung, wobei grün für „On“ und Rot für aktivierten „Stand-By“ (0,5Watt) steht. Die Stand-By Funktion kann abgeschaltet werden.

Gewohnter Rücken kann entzücken

Die Anschlüsse und Filter dürften bekannt sein. Obwohl zur Entzerrung und Trennung ein DSP (96kHz/24Bit) genutzt wird und die Endstufen gepulst werden, stehen die Eingänge dennoch ausschließlich analog zur Verfügung. Es gibt einen symmetrischen XLR Eingang und einen unsymmetrischen RCA (Cinch). Ergänzend steht Sensitivity Switch zur Seite, der drei Pegelanpassung kennt: -6dB, 0dB und +6dB.

Die Filter sind komplexer als man denken mag und damit pragmatisch gestaltet. So gibt es einen Schiebeschalter namens Bass-Extension, der nicht nur die unterste Trennfrequenz manipuliert sondern auch den maximalen Output in Kompensation bzw. zur Vermeidung von Übersteuerung anpasst. Konkret: 0 Hz mit 0 dB, -10 Hz mit -5dB sowie +10Hz mit +5dB. Auf welche Trennfrequenz man sich hier bezieht geht aus der mitgelieferten Dokumentation leider ebenfalls nicht hervor. 

Hinzu gesellt sich ein „Position“-Schieber, der wandnahe Aufstellungen unter 50 cm im Bassbereich ausgleicht. Ebenfalls an Board ist der „Balance“-Regler, welcher eigentlich ein Tilt-EQ ist und drei Settings kennt: Bright (20 Hz -1,5dB, 20kHz +1,5dB), Neutral und Dark (20 Hz +1,5dB, 20 kHz -1,5 dB). 

Der IEC-Kaltgeräteanschluss ist international gehalten und mit 100 bis 240 Volt kompatibel – ohne dass man die Sicherung wechseln müsste. Zum Lieferumfang gehören außerdem drei Stromkabel und ein gedrucktes englische Handbuch.

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