Software Hersteller_Dynaudio
Test
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28.11.2019

Praxis

Ausgepackt und aufgebaut

Der Dynaudio Core Sub ist schwer und ohne Hilfe kaum zu bewegen. Für meine Testzwecke habe ich ihn auf ein solides Rollbrett gepackt und kann das jedem nur empfehlen, sollte er beabsichtigen, die optimale Position zu finden. Griffmulden gibt es weder am Gerät noch an der Holzverpackung: klanglich womöglich durchaus besser, aber gewiss nicht praktisch.

Turm bauen


Die Einkerbungen auf der Oberseite des Subs kenne ich bereits von den Speakern, dort sollen die mitgelieferten Gummifüße eingeklebt werden. Und da die meisten Speaker mehrere Ausrichtungsmöglichkeiten kennen, hat Dynaudio gleich an jede Seite Dellen gemacht. Bei dem Sub gibt es diese Mulden auch, nur hier in etwas abgewandelter Form, da hier die Gummifüße der anderen Speaker und Subs hineingestellt werden sollen – falls man mal ein Array bauen möchte.

Mit Hinblick auf ganz große Kinosysteme ergibt das schon Sinn, denn ein noch schwerer Sub wäre kaum noch zu handeln. Allerdings fehlen mir Möglichkeiten, dem Umfallen eines solchen „Türmchens“ zu begegnen. Man kann sicherlich nicht alles haben und außerdem dürften nur die Wenigsten unter uns in diese Bredouille kommen – ein oder zwei Subs dürften für die meisten Home-Anwender absolut ausreichend sein. Core 59 und Core 47 passen übrigens ebenfalls in die Mulden, allerdings dürfte ein Turm mit nur einen Sub in den meisten Fällen deutlich zu niedrig sein.  

Klang


Alter, was für eine Macht! Obwohl optisch recht dezent gehalten kann man bei vier 9-Zoll-Woofern wahrlich nicht von Understatement sprechen. Und genauso klingt es dann auch, denn der Core Sub drückt mit einer Kraft von unten, es ist ein Fest! Er zeigt keinerlei Ansätze von Dröhnen geschweige denn Porttubulenzen, denn wir erinnern uns: Es gibt ja gar keinen Port, der rasseln könnte! Entschuldigt bitte meine Ausdrucksweise, aber kein Attribut beschreibt den Klang so knapp und passend wie folgendes Wort: furztrocken.

Die Impulsdarstellung ist traumhaft, die Reserven üppig. Gerade bei einer dezenten, „nicht ortbaren“ Einstellung offenbart der Subwoofer seine wahre Schönheit, indem er gerade bei Musik wunderbar nach unten abrundet, indem er aufrundet, wenn man so will. Kickdrums bekommen so das mächtige Live-PA-Feeling mit Druck auf der Brust, ohne dabei aufdringlich zu wirken oder gar aus dem Gesamtkontext zu fallen. Ach, hätte ich doch nur keine Nachbarn …

Das Ganze hab ich natürlich nochmals in meinem Studio verifiziert und dort zur Unterstützung meine PMC MB2s genutzt. Auch hier lies sich tatsächlich noch mehr Bass in den Raum holen, allerdings war mein Raum dann schon sehr nah an seiner Belastungsgrenze und die richtige Position zu finden war recht langwierig. Trotzdem stellte ich mir die träumerische Frage: Wie es wohl im Stereobetrieb mit zwei Units klingen würde?

Features


Die Position-Filter sind auch bei Subbass eindeutig hörbar und eine praktische Ergänzung zu der schieren Kraft. Ein Phase-Switch, feinere Pegelkontrolle und ein analoges Thru ist meines Erachtens nach und in dieser Klasse nicht zwingend notwendig, zumal die meisten User erstens ohnehin ein Setup aus einer Hand nutzen, zweitens das Controlling extern übernehmen und drittens in den meisten Fällen AES3 nutzen werden. Trotzdem hätte eine kleine analoge Stereorandgruppe solche Features wohl dennoch gern gesehen, allerdings kann man dagegenhalten und mutig behaupten: Wer sich für 12.500 Euro Speaker (zwei Core 59 und zwei Subs) gönnt sollte bei den restlichen 2000 Euro für einen vernünftigen Monitorcontroller oder dem entsprechenden Bassmanagement auch nicht mehr knausern.

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