Hersteller_DW Snare_Interm_DW_Design_WH_Snare
Test
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01.11.2015

Praxis

Ein echtes Highlight ist die Abhebung.

Glücklicherweise haben die Entwickler bei DW sich dazu entschlossen, auch bei den günstigeren, in Taiwan produzierten Design Workhorse Snares nicht auf das patentierte „DW Mag Throw Off System“ zu verzichten. Der Strainer hebt und senkt den Snare-Teppich wirklich butterweich – dank des ausgefuchsten, magnet-unterstützten Mechanismus. Ein paar gefühlvolle Umdrehungen am Spannungsrädchen der Abhebung eröffnen großen Spielraum für die Intensität und den Charakter des Raschelns, von furztrocken und direkt bis hin zum schlabbrigen „loose & dirty“ -Sound ist alles möglich. Das „Mag-Throw-Off-System“ wertet die Snare spürbar auf und macht einfach Spaß.

 

Mittlere Stimmung

Für den Check des Stimmumfangs nehme ich mir als erstes die Resonanzfellseite vor und ziehe die Spannung noch ein wenig an, damit eine optimale Ansprache des Teppichs gewährleistet ist. Das Schlagfell hingegen entspanne ich zunächst total, um das durchnummerierte Fell (hilfreich!) dann über Kreuz in eine mittlere Stimmung zu bringen. Das Ergebnis ist ein schöner, klassischer und gut kontrollierbarer Rock-Sound. Messingkessel haben ja typischerweise einen obertonreichen, fast glockigen Klang und viel Power, und das ist auch bei unserem DW Arbeitspferd der Fall. Die Trommel ist erwartungsgemäß laut und knallig, bleibt dabei aber dennoch stets gut beherrschbar. Mit ein wenig Moongel, Gaffa o.ä. lassen sich eventuell störende Obertöne nach gusto vermindern oder auch vollständig eliminieren, was die Snare für ein breites musikalisches Spektrum interessant macht. Die Sensibilität der Teppichansprache ist auffallend gut, auch besonders leise Wirbel am äußeren Rand der Trommel nehmen das Schnarren sehr gut auf, klasse! 

Tiefe Stimmung

Jetzt interessiert mich, wie viel Low End und Bauch in dem 6,5“ tiefen Eimer steckt: Ich stimme das Schlagfell ordentlich runter, was mir die Trommel mit einem sehr voluminösen Klang mit langem, aber keineswegs unangenehmen „Ring“ quittiert. Auch hier lässt sich mit etwas Dämpfung der gewünschte Anteil an Ton schön variieren. Die Snare-Ansprache ist auch in diesem Stimmbereich sehr gut, wenn auch die lose Fellspannung das klassische Wirbeln naturgemäß etwas schwieriger macht. Trotzdem fällt mir auf, dass der Stimmumfang dieser Trommel  nicht übermäßig groß ist, denn trotz fast vollkommen losgedrehter Schrauben ist die tonale Absenkung zwar da, aber nach meinem Eindruck etwas weniger ausgeprägt als bei der einen oder anderen Snare mit denselben Abmessungen. 

Hohe Stimmung

Weiter geht es in die entgegengesetzte Richtung. Nachdem ich mich über die mittlere Stimmung in Richtung „Wo ist der Funk?“ bewege, klingelt das Arbeitspferd in klassischer Hi-Tune-Brass-Manier ins Mikro. Laut und ringy, aber geil. Eine solche Stimmung erfordert auch vom Spieler eine gewisse Disziplin, da die Anschlagposition des Sticks auf dem Fell einen noch größeren Einfluss auf den Klang hat als das bei „zahmerem“ Tuning der Fall ist - je weiter außen man das Instrument anspielt, desto prominenter tritt der „Ring“ in den Vordergrund. Dämpft man in dieser Situation nun wieder ab, sind auch trockene Hip Hop Beats bis hin zu fast elektronisch anmutenden Backbeats möglich. Praxistest: sehr gut bestanden!

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