Gitarre
Test
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08.01.2014

DV Mark Multiamp Test

Topteil für E-Gitarre

Tutto Incluso

Der DV Mark Multiamp im bonedo-Test - Für einen detaillierten bonedo-Test hat uns der italienische Verstärkerbauer DV Mark sein aktuelles Gitarrenverstärker-Flaggschiff überlassen, wobei die Bezeichnung Multiamp bereits erahnen lässt, wohin die Reise geht. Und tatsächlich haben wir es hier nicht mit einem trendigen einkanaligen Topteil mit ein paar Watt Leistung zu tun, nein, die Kollegen aus dem Süden setzen mit ihrer Kreation einigermaßen kompromisslos auf Flexibilität und Leistung. Was allerdings tatsächlich im Trend liegt, ist das moderate Gewicht, mit dem man den vielen Gitarristen entgegenkommt, die leicht zu transportierendes Equipment bevorzugen. 

Mit einer maximalen Monoleistung von 500 Watt hat der Multiamp im Gitarrenverstärker-Poker durchaus Chancen, im Finale um den Top-Scorer ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Aber bekanntlich ist die Ausgangsleistung eines Verstärkers nur eine von vielen Disziplinen, die in unserem Test absolviert werden müssen. Und deshalb wollen wir vor allem wissen, wie es unserem Kandidaten gelingt, sich musikalisch in Szene zu setzen. 

Details

Gehäuse/Optik

Der Multiamp kommt im leichten Stahlblechgewand und hat Adapter mit an Bord, mit deren Hilfe er in ein 19“-Rack geschraubt werden kann. Dort belegt er zwei Höheneinheiten. Seine lediglich 4,3 Kilo Lebendgewicht lassen sich nicht nur absolut entspannt transportieren, sie verraten auch, dass hier wohl kaum Röhrentechnologie am Start ist. Und tatsächlich sorgt hier ein digitaler Soundprozessor für den guten Ton, während die Ausgangsleistung von einer Transistorendstufe generiert wird. Letztere ist in stereo ausgelegt und bringt mit den entsprechenden Boxen folgende Leistung:  

2 x 250 Watt (4Ω)

2 x 150 Watt (8Ω)

2 x 85 Watt (16Ω)

1 x 500 Watt (8Ω)

1 x 300 Watt (16Ω)

Auf der Front findet man links die Eingangsbuchse und nachfolgend alle Einstellmöglichkeiten in Form von sieben roten Reglern. Danach kommt ein großes Display und auf der rechten Hälfte einige Taster, die man zum Bedienen über das Display benötigt. Außerdem sind ein SD-Card Slot, eine 3,5 mm Buchse für einen Kopfhörer und ein großer Power-Switch mit von der Partie. Die Taster machen einen leicht wackeligen Eindruck, man sollte also nicht allzu grob mit ihnen umgehen. Auf der Unterseite sorgen vier Gummifüße für rutschfesten Halt, falls man es vorzieht, den Amp auf eine Box zu stellen. 

Rückseite

Neben dem Ventilator, der relativ geräuscharm arbeitet, gibt es auf der Rückseite des Multiamps eine Reihe von Anschlussmöglichkeiten. In der oberen Reihe sind das drei Ausgänge für Lautsprecherboxen, wobei die beiden Klinkenbuchsen für den Stereo- und der Speakon-Anschluss für den Monobetrieb gedacht sind. Bei Letzterem werden beide Endstufen gebrückt, sodass die geballte Kraft dort anliegt. Wer das Teil also mit Vollgas fahren möchte, sollte sich ein Speakon-Klinkenkabel oder -adapter zulegen, denn so etwas findet man in einem typischen Gitarristenhaushalt üblicherweise eher selten.

In der unteren Reihe ist der Line Out positioniert, einmal mit XLR- (Balanced Out) und einmal mit Klinkenbuchsen (Unbalanced Out) - das Ganze jeweils zweifach, um auch hier den Stereosounds in voller Güte abgreifen zu können. Für die Line-Ausgänge kann selbstverständlich eine Speakersimulation aktiviert werden, damit das Signal für den Direktanschluss an ein Mischpult/Audio-Interface geeignet ist. Falls Brummschleifen entstehen, hat man einen Ground-Lift-Schalter zur Verfügung, und bei Bedarf lässt sich auch der Pegel am Line Out mit -10 oder +4 dB angleichen.  Ein USB-Anschluss ist ebenfalls vorhanden, allerdings lediglich für Servicearbeiten. Aber wer weiß, vielleicht macht ein zukünftiges Update das Gerät auch zum Audio-Interface. Schaun mer mal. 

Ganz rechts liegen die Anschlüsse für den internen Effektloop (Send, Return) und daneben zwei MIDI-Buchsen (IN, THRU) zum Fernsteuern des Multiamp. Was ich vermisse, ist die Möglichkeit, einen simplen Fußschalter zum Weiterschalten der einzelnen Sounds anschließen zu können. Deshalb ist es schon fast zwingend, sich für den Live-Einsatz eine MIDI-Leiste zuzulegen. Wie man diese programmiert wird in der recht knapp gehaltenen Bedienungsanleitung aber nicht erklärt, sodass ein „MIDI-Laie“ durchaus ins Schwitzen kommen könnte. Optimal wäre natürlich eine eigene, genau auf die Bedienung des Multiamps abgestimmt Fußleiste. Der deutsche Vertrieb hat in diesem Bereich aber schon signalisiert, dass sowohl ein spezieller Fußschalter als auch eine ausführliche Beschreibung in Arbeit sind. 

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