dreadbox
Test
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18.04.2016

Dreadbox Epsilon Test

Filter-Effektpedal

Noise aus der Krachmacherstraße

Der griechische Hersteller Dreadbox stellt neben analogen Synthesizern wie Erebus und Hades auch Eurorack-Module und Effektpedale wie den heutigen Testkandidaten Epsilon her. In Handarbeit im heimischen Athen übrigens. Was ist das Besondere am Filterpedal Dreadbox Epsilon?

Beim Epsilon handelt sich um ein Tief- oder Bandpass-Filterpedal mit Hüllkurve, Envelope Follower, CV/Gate-Anschlüssen und Verzerrer. Ob man das Pedal nun vorrangig zu Füßen von Livemusikern finden wird, möchte ich nicht beschwören. Möglich wäre es natürlich, dank seiner Pedal-Machart. Aber auch im von elektronischen Instrumenten dominierten Studio oder auf dem Tisch des Electronic Live Act dürfte das Epsilon eine gute Figur machen. Nicht zuletzt, weil es auch mit CV/Gate Anschlüssen ausgestattet ist, richtet sich das Pedal auch an die Elektro-Analogfraktion. Und natürlich ist ein Analogfilter mit Envelope Follower auch für die klassische Bodentreter-Nutzerschaft der Gitarristen und Bassisten interessant. Welche Sounds man dem Dreadbox Epsilon entlocken kann, haben wir im Test herausgefunden.

Details

Das Gehäuse besteht aus dickem, lackiertem Blech, die Seitenteile sind aus hellem Holz gefertigt. Die Konstruktion sieht schick aus, sie wirkt hochwertig und unkaputtbar. Mit seiner Größe von 14,7 x 11,6 x 5,8 cm ist das Pedal ein größerer Bodentreter, der dennoch auch auf dem einen oder anderen Pedalboard noch Platz finden dürfte.

Auf der Oberfläche befinden sich vier Miniklinkenbuchsen, die Steuerspannungen ausgeben oder empfangen können. Darunter sind Drehregler für Cutoff und Resonanz des 12dB-Filters sowie ein Auswahlhebel für den Low- oder Bandpass-Mode platziert. Gleich rechts daneben findet man zwei Potis für Gain und Volume sowie einen Auswahlhebel für Lo oder Hi Gain. Darunter die Hüllkurvenarmaturen in Gestalt von drei Drehreglern: Attack, Release und Depth. Rechts davon liegt das Poti „Sense“, mit dem man die Empfindlichkeit des Envelope Followers einstellt. 

Mit dem Trittschalter „FX“ links unten lässt sich der gesamte Effektweg des Epsilon umgehen, sodass nur das Originalsignal am Ausgang hörbar ist. True Bypass also. Mit dem zweiten Schalter „Gate“ unten rechts kann man manuell bzw. per pedes die Hüllkurve auslösen.

Im folgenden Beispiel leite ich Akkorde eines Roland Juno in den Epsilon hinein. Die Akkorde werden jedoch erst hörbar, wenn ich den Gate-Schalter des Epsilon betätige und das (ganz geschlossene Filter) sich kurz öffnet. Die Hüllkurve wirkt mit voller Intensität. Ganz leise hört man den Juno jedoch (leider) immer durchkommen, auch wenn keine Gate-Befehle ausgelöst werden.

Auf der Rückseite findet man einen Audioeingang (Klinke mono), einen Audioausgang (Klinke mono) und eine Stromversorgungsbuchse für ein 9V-Netzteil, das nicht mitgeliefert wird. Batteriebetrieb bietet das Epsilon nicht, man muss sich also selbst ein passendes Netzteil besorgen. Dreadbox empfiehlt ein gängiges "Boss-Style" Netzteil.

Der Lieferumfang fällt ohnehin spartanisch aus (obwohl Athener!): kein Netzteil, kein Handbuch, keine Patchkabel … Ein knapp gehaltenes, englisches Erklär-PDF kann man sich immerhin von der Dreadbox Webseite herunter laden. 

CV/Gate-Anschlüsse

Die CV-Eingänge VCF und G In ermöglichen die Nutzung von externen Steuerspannungen als Modulationsquellen. Über „VCF“ lässt sich die Filtereckfrequenz von einem externen CV-Gerät modulieren, über „G In“ kann Epsilon eine Clock zur Steuerung des Envelope Followers empfangen. Der Ausgang ENV erlaubt es, die Hüllkurve des Epsilon zur Modulation externer Geräte einzusetzen. Hier wird die Steuerspannung der Hüllkurve ausgegeben. G Out liefert das Gate-Signal des Envelope Followers als Steuerspannung.

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