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Test
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15.09.2017

DPA d:vice Double Lavalier Kit VIDMK-4060-S Test

Zweikanaliges Interface, AD-Wandler und Preamp mit zwei Lavalier-Mikrofonen

Mobile Recordinglösung für Aufnahmen in höchster Qualität

Die Mikrofone der Firma DPA, Kurzform für Danish Pro Audio, sind mir bisher hauptsächlich als hervorragend klingende Headsets bei Theaterproduktionen begegnet. Darüber hinaus bietet DPA aber auch „normal große“ Mikrofone für alle möglichen Einsatzzwecke an. Mit dem d:vice erweitert die Dänische Firma nun ihr Sortiment um ein zweikanaliges Interface für den mobilen Einsatz von DPA-Mikrofonen an PCs, Macs und iOS-Geräten.

Details

Lieferumfang

Zum Test wurde uns vom Vertrieb das Double Lavalier Kit VIDMK-4060-S zur Verfügung gestellt. Neben dem Interface d:vice besteht dieses aus zwei kleinen Lavalier-Mikrofonen (SC4060-BM) aus der d:screet Serie nebst Klemmen, High Boost Grid und fünf Schaumgummiaufsätzen als Windschutz für beide Kapseln sowie allen notwendigen Kabeln. Das komplette Kit findet gut geschützt Platz in der mitgelieferten Transporttasche.

Die gesamte Elektronik der Vorverstärker, der Wandler sowie des Interfaces ist in einem kreisrunden, hochwertigen, gerade einmal 50 Gramm schweren Gehäuse mit einem Durchmesser von 56 Millimetern untergebracht. Damit passt es in jede Hosentasche. 

Anschlüsse

Die Eingänge für die beiden Mikrofone sowie der Anschluss für die Verbindung zur Außenwelt, über den das d:vice auch mit Strom versorgt wird, sind an der Außenseite bei elf, zwölf und ein Uhr untergebracht.

Wie im Bild zu sehen sind die Mikrofonanschlüsse als MicroDot-Buchsen ausgeführt, Miniaturmikrofone von DPA passen somit ohne Adapter. Zur Verbindung des d:vice mit Mac und PC liegt ein Kabel (Micro USB-B auf USB-A) bei, es ist kein spezieller Treiber notwendig. Die Einstellungen des d:vice werden am Mac über das bereits mit dem Betriebssystem installierte Dienstprogramm Audio-MIDI-Setup vorgenommen. 

Die Kommunikation mit iOS-Geräten geschieht über ein mitgeliefertes Micro-USB-B-auf-Lightning-Kabel. Hier muss vorher die als Treiber fungierende d:vice App aus dem App Store geladen werden. Die eigentliche Aufnahme wird in einem Audioprogramm der Wahl vorgenommen. Laut DPA funktioniert dies mit den meisten Apps von Drittanbietern.

Steuerung mit der App

Die d:vice-App ist sehr übersichtlich aufgebaut. Alle Bedienelemente befinden sich in einem sachlich gehaltenen Bildschirm.

Von oben nach unten finden wir zuerst die detaillierten Aussteuerungsanzeigen der beiden Kanäle, dann vier, vom Benutzer belegbare Presetknöpfe, drei Mode-Schalter und darunter die Pegelsteller für den Aufnahmepegel jeweils mit schaltbarem HiPass-Filter, der bei 80 Hz einsetzt. Den Abschluss bilden ein MON-Schalter, mit dem die Eingänge auf den Kopfhörerausgang geroutet werden können, und ein Schalter mit einem Schlosssymbol.

Dieser letzte Schalter verhindert den Zugriff von anderen Apps auf die Gainregler und HiPass-Filter, sodass diese nur in der d:vice-App verändert werden können. Was fehlt ist ein Pad-Schalter zur Pegelabsenkung bei lauten Signalen.

Bei den drei Modi handelt es sich in der getesteten Version um „Mono“, „Stereo“ und „Dual“. Die neueste Version der App bietet hier statt dem Mono-Mode einen „Sum“-Mode, in dem die Signale beider Eingänge summiert an beiden Ausgängen zur Verfügung stehen.

Die iPad-App bietet die gleichen Features. Aufgrund des größeren Displays mussten die Bedienelemente allerdings neu angeordnet werden. Leider hat sich in der getesteten Version dabei ein Bug eingeschlichen. Während der grüne Bereich der Aussteuerungsanzeige bei der iPhone App bis etwa -12 dB reicht, zeigt die iPad-App für alles über etwa -29 dB bereits rot, wobei die Testaufnahme aber tatsächlich verzerrungsfrei ist. Dieser Bug wurde, laut dem deutschen Vertrieb, bei der aktuell im App-Store verfügbaren Version, der App behoben. Wir konnten dies allerdings nicht testen, da uns das DPA d:vice zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zur Verfügung stand.

Klangformung

Die im getesteten Kit mitgelieferten Lavalier-Mikrofone d:screet SC4060-BM besitzen eine kugelförmige Richtcharakteristik bei grundsätzlich linearem Frequenzgang. Diese Angabe bezieht sich allerdings auf die Kapsel ohne Aufsatz. Ohne diesen Aufsatz namens Grid ist die Kapsel aber auch völlig ungeschützt vor Staub oder Stößen.

Das Standard Grid ist das mitgelieferte Soft Boost Grid DUA6001, welches zu einer Anhebung von 3 dB zwischen 8 kHz und 20 kHz führt. Das zweite, ebenfalls mitgelieferte etwas längere High Boost Grid DUA6002 bewirkt eine Anhebung von 10 dB bei 12 kHz. Dies kann erforderlich sein, wenn das Mikrofon zum Beispiel auf der Brust eines Sprechers angebracht wird.

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