Test
2
27.08.2020

Praxis

Praktisches Paket

Das DPA 4097 Core Interview Kit ist ein praktisches Paket, welches die wesentlichen Dinge mitbringt. Der Nutzer muss sich nur Gedanken darum machen, wofür er das am Micro Dot anliegende Signal verwenden will. Der Boom-Pole ist in Ordnung und erfüllt seinen Zweck. Er ist weit ausziehbar, kann aber gleichzeitig gut verstaut werden. Ohne die elastische Lagerung der 4097 wäre die Trittschallübertragung sicher ein Problem, denn schon das Anklopfen des Poles erzeugt Geräusche. Sehr hilfreich ist in jedem Fall, dass das „Mikrofon-Gesamtsystem“ mit unter 300 Gramm nicht mehr wiegt als ein handelsübliches Bühnenmikrofon. Somit steht einem langen Tag als Außenberichterstatter nichts mehr im Wege. Zumindest nicht ein hohes Mikrofongewicht.

Sprachverständlichkeit hoch

Klanglich bieten DPA-Mikrofone bekanntlich auch bösesten Zungen kaum Angriffsmöglichkeiten. Nicht umsonst werden sie meist in einem Atemzug mit weiteren High-Endern wie Schoeps, Earthworks, Sanken und Josephson genannt. Das 4097 ist keine Ausnahme (das wäre ja auch erschütternd). Die Spezialisierung des 4097 auf Stimme ist sehr gelungen. Das liegt vor allem daran, dass hier nicht mit dem dicken Filzstift ein Stimmen-Frequenzgang gezogen wurde, sondern das Signal nur leicht und vorsichtig in die richtige Richtung gedrückt wird. Das hat zur Folge, das man in einer Nachbearbeitung niemals dagegen arbeiten wird, aber dennoch das unbearbeitete Signal ohne weitere Veränderung durch EQ und Dynamik nutzen könnte. Selbst der De-Esser wird bei vielen Stimmen nicht benötigt. Dem Signal kommt zugute, dass die 4097-Kapsel mit einer enormen Schnelligkeit arbeitet. Durch die klaren Anstiege bleibt die Sprachverständlichkeit sehr hoch. Ein Test bei windigen Verhältnissen offenbarte die zu erwartende gute Wirkung des Rycote-Windschutzes. Ebenfalls ein Qualitätskriterium ist der Sound abseits der Hauptaufsprechrichtung. Erst bei über 30 Grad beginnt der Klang sich zu ändern. Dies geschieht kontrolliert und vorhersehbar durch Dämpfung der Höhen, dadurch lässt sich das Signal bei Bedarf in der Postproduktion gut mit dem Equalizer bearbeiten.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare