Test
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01.10.2009

Doepfer Dark Energy Test

Astrophysik für den kleinen Geldbeutel

Doepfer ist eine etablierte Größe in der Landschaft deutscher Synthesizer-Hersteller. Bekannt geworden ist das Unternehmen aus Gräfelfing, einem Vorort von München, vor allem durch modulare Synthesizerbausteine, MIDI-Keyboards und -Controller und einige spezialisierte Produkte, die man beim Musikalienhändler um die Ecke eher nicht erwarten würde. So finden sich im Produktsortiment neben Ribbon- und Trautonium-Controller auch diverse OEM-Bausätze für den geneigten Musiker mit Bastel-Ambitionen.

Um so mehr verwundert der jüngste Spross aus diesem Hause. Hinter dem ominösen Namen Dark Energy verbirgt sich ein monophoner Analog-Synth, der ausnahmsweise nicht im altbekannten und eher funktionalen Doepfer-Design daherkommt, sondern schon optisch eher auf den Einsatz außerhalb von Modulschränken und nerdigen Kellerstudios ausgelegt zu sein scheint. Und auch wenn der Dark Energy ursprünglich ein Ableger aus besagter Modular-Serie ist, sticht der kleine Synthesizer vom ersten Moment an doch eindeutig aus der Produktpalette heraus.

 

Das Grundkonzept ist schnell umrissen: Der Dark Energy ist ein monophoner Synthesizer mit voll-analoger Klangerzeugung. Er bietet prinzipiell alle Bausteine Subtraktiver Synthese in einem kompakten Gehäuse, angereichert mit ein paar hilfreichen und zeitgemäßen Features. Klar ist sofort, dass hier Traditionen nicht neu erfunden werden sollen. Vielmehr setzt Doepfer auf Altbewährtes in neuem Gewand – was prinzipiell nicht unbedingt Schlechtes bedeuten muss. Besonders, da sich immer noch viele Heimstudiobesitzer und Laptop-Liveacts die Finger nach dem gewissen Quäntchen Analogsound lecken und der Markt in diesem Preissegment nicht unbedingt gesättigt ist. Und kleine, auch mal laute und sehr eigenständige Soundkästchen sind momentan durchaus angesagt – vom kleinen analogen Synth bis hin zur Drum-Machine tauchen immer wieder Vertreter dieser Gattung auf und finden ihre Liebhaber. Der Dark Energy ist durchaus für den Einsatz innerhalb komplexerer Modular-Setups ausgelegt, immerhin lassen sich an vielen Stellen Steuerspannungen abgreifen und hinzuführen. Aber auch ein USB-Interface zur Kommunikation via (virtueller) MIDI-Schnittstelle ist an Bord und macht das Gerät deshalb auch für Anwender interessant, die weder über ein Modularsystem noch über CV-Interfaces verfügen. Wichtige Modulationswege sind fest verdrahtet und können über kleine Schalter variiert werden. Und auch etwas exklusivere Modulationen sind mithilfe weniger Patchkabel schnell realisiert.

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