Test
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29.10.2016

Praxis

Um den Mixfader-Einsatz vorzubereiten, installiert man zunächst die dazugehörige Utility-App auf seinem iOS- oder Android-Smartphone/Tablet oder einem Mac, mit aktiviertem Bluetooth versteht sich. Eine blau leuchtende LED bestätigt nach dem Einschalten des Flachbahnreglers seine Bereitschaft zum „Pairing“. Erkennt die App den Controller, bittet sie um eine Registrierung und überträgt sämtliche Bewegungen am Fader auf das Display in Echtzeit.

Außerdem hält das simpel gehaltene Programm einige wichtige Infos parat: den aktuellen Akkustatus, die Gesamtzahl der bisherigen Crossfades und Ladezyklen sowie die kompatiblen Apps. Zudem lässt sich der Mixfader hier auch kalibrieren. Unter MIDI-Protokoll entscheide ich, ob ich den Mixfader lieber als Pitch oder im Reverse-Modus (Hamster) einsetzen möchte. Da der Mixfader aus dem gleichen Haus stammt wie die Apps edjing Mix, Pro und Scratch, versteht er sich mit diesen auf Anhieb. Connection-Button betätigen und los geht’s. 

edjing Mix und edjing Pro

Bei edjing Mix und Pro beschränkt sich der Mixfader (noch) ausschließlich auf seine Überblendfunktion. In edjing Scratch hingegen übernimmt er wahlweise auch den Pitch-, Lautstärke- oder Intensitätsregler (für Effekte wie Phaser oder Echo). Die unterschiedlichen Funktionen können auf bis zu sieben verschiedene, gleichzeitig aktive Mixfader verteilt werden. Haptisch ist das sinnvoll, finanziell eher nicht.

Mit dem auf bis zu rekordverdächtige 0,1 Millimeter einstellbaren Cut-In zerstückelt der Testkandidat Sounds als Transformer messerscharf. Die Latenz von 5 Millisekunden zwischen Fader und App spürt man kaum, sodass Cuts quasi in Echtzeit gelingen. Dabei liegt der Fader dank der schmalen Kappe sehr gut in der Hand und gleitet leicht über die Bahn. Dank der gummierten Unterseite hält er seine Position selbst bei heftigen Schlägen gegen das Fader-Ende.

Arbeite ich mit den virtuellen Tellern der edjing Scratch-App, spüre ich jedoch Latenzen. Schnelle Bewegungen mit dem Finger werden akustisch verspätet umgesetzt. Scratch-Cuts, die wie beim Chirp eine sehr hohe Genauigkeit und Synchronität zwischen den Bewegungen am Teller und Mixfader voraussetzen, gelingen nicht präzise. Anders ist dies, wenn ich edjing Scratch im DVS-Modus betreibe und die Scratch-Moves mit einem angeschlossenen USB-Turntable praktiziere. Letztlich habe ich damit ein sehr kompaktes Setup, mit dem ich einfach, schnell und ohne große Umwege Cuts auf dem Sofa performen kann. Einen Mixer vermisse ich dabei nicht. Mit Programmen wie Traktor, Serato DJ und Virtual DJ versteht sich der Mixfader ebenso, vorausgesetzt sie sind auf einem Apple Mac installiert, begründet in der momentanen Exklusivität der dazu erforderliche Mixfader-Companion App für OSX.

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