Genre_Metal
Test
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06.02.2009

Digitech GSP 1101 + Control 2 Fußboard Test

Alles drin? Alles dran?

Der Gitarrist in einer Cover-Band hat es heutzutage nicht leicht: Neben authentischen Gitarrenparts und originalgetreuen Soli wird selbstverständlich auch der Sound des Originals verlangt. Und das kann Einen schon ganz schön ins Schwitzen bringen. Zumal dann, wenn das erste Set mit Jazz Standards zum Essen beginnt, dann ein paar Blues Brothers Titel angesagt sind und zwischendrin noch eine Gary-Moore-Ballade mit langem Solo (aber nicht zu laut!!). Im zweiten Set sind dann alle wichtigen Songs der Funk und Disco Ära an der Reihe mit Wah-Wah bis die Wa(h)de schmerzt. Und im dritten werden dann zum Abschluss alle alten Rock-Klassiker für das mittlerweile recht angetrunkene Volk gespielt, das dann gerne auch lauthals mitsingt.

 


Die Zeiten, in denen man als Unterhaltungsmusiker auf Festivitäten und Galas mit einem Cleansound den ganzen Abend ausgekommen ist, weil man nur Walzer, Tango und an der Nordseeküste spielen musst, sind längst vorbei. Der moderne Top 40 Gitarrist muss die Hits der letzten 50 Jahre im Repertoire haben, und vor allem muss der Sound stimmen, denn der hat einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Ginge man die Sache wirklich gewissenhaft an – und solche Exemplare soll es tatsächlich geben –müsste man kontinuierlich ein paar Gitarren und eine Handvoll Amps dabei haben. Und hier fängt es an wehzutun: wer möchte sich schon (auch als gut bezahlter Gala-Gitarrist), das ganze Equipment zulegen und es dann auch noch Wochenende für Wochenende transportieren und auf- und abbauen?! Ganz zu schweigen vom nicht vorhandenen Bühnenplatz und der unkontrollierbaren Lautstärke - laut Murphys Gesetz sitzt die geräuschempfindlichste Person, also meist der Veranstalter selbst, direkt im besten Abstrahlwinkel des Gitarrenamps ...

 

Eine Lösung für diese Problematik finden wir in den Multieffektgeräten, die heute von verschiedenen Herstellern angeboten werden. Dabei ist die Bezeichnung Multieffektgerät für diese Alleskönner eigentlich zu wenig, denn neben vielen Effekten simulieren die Teile auch noch Verstärker und Boxen und bieten so die Möglichkeit, sie direkt an die P.A. anzuschließen - der Verstärker-Fuhrpark kann zuhause bleiben. Das klingt natürlich nach Paradies: Ein Teil mitschleppen, vielleicht noch zwei Gitarren, und alle Sounds sind reproduzierbar. Kein langes Auf- und Abbauen und ganz bequem anreisen, wahlweise mit Bahn oder Bassist. Und genau ein solches Gerät der Firma Digitech liegt inklusive Fußboard vor mir und wartet darauf, auf Top 40 Tauglichkeit geprüft zu werden. Was es kann, wie es klingt, und ob es vielleicht auch für den Nicht-Cover-Mucker interessant sein könnte, das will geklärt sein. Aber jetzt erst mal ganz von vorne!

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