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08.03.2016

Denon DJ HP1100 Test

Geschlossener DJ-Kopfhörer

Der neue Primus auf dem Prüfstand

Denon DJ platziert mit dem HP1100 sein Spitzenmodell im Marktsegment der geschlossenen DJ-Kopfhörer. Große Treiber, hohe Pegel und 180-Grad-Doppeldrehgelenke sind nur einige Features, die mein Testkandidat für sich beansprucht. Der Denonsche Klassenprimus - es gibt noch zwei kleinere Modelle namens HP600 und HP800 - geht mit einer UVP von 154,69 Euro an den Start und paddelt somit in Gewässern, in denen Pioneer HDJ-1500 oder der etwas günstigere HDJ-700K, die beide im Test zu gefallen wussten, sich zu Recht ein angestammtes Plätzchen ergattert haben. Ob Denons Flaggschiff ebenbürtig ist oder die Konkurrenz von ihren Plätzen verweisen kann, erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Details

Lieferumfang und Verarbeitung

Ein Punkt, der allzu lang nicht werden wird, denn alles, was man der Kartonage entnehmen kann, ist der HP1100, eine Transporttasche aus weichem Kunstleder sowie ein aufschraubbarer Adapter auf 6,35 Millimeter. Die Verpackung ist leider (wie bei den meisten Herstellern von Kopfhörern üblich) eine Mixtur aus durchdesigntem Hochglanzkarton und weichem Plastik. Ich will mich aber nicht beklagen, hier war Denon früher deutlich aufdringlicher und ganz schön verschwenderisch, was die Verwendung dieses Materials angeht.

Der anthrazit-schwarze Kopfhörer wirkt beim ersten „Touch & Feel“ wuchtig und schwer, aber eben auch ziemlich robust und widerstandsfähig und das trotz der Verwendung des vielen Plastiks. Einen Sturz von der DJ-Kanzel übersteht der Proband mal ganz locker, womöglich ohne Kratzer.

Kopfpolster und Größenadaption

Der Kopfbügel ist zusammen mit der Ummantelung, die aus Kunstleder gefertigt ist, 38 Millimeter breit und im Halb-Oval geformt. Die Polsterung des Bügels übernimmt ein unter dem Kunstleder sitzender, grundsätzlich elastischer, aber dennoch fester Werkstoff, der nirgendwo konkret Erwähnung findet. Es handelt sich hierbei definitiv nicht um Schaumstoff oder ähnliches, da sich die Polsterung hierfür viel zu straff, ja fast schon zu hart anfühlt, wenn man sie mit den Fingern ein wenig eindrückt. Wie sich das am Kopf macht, dazu später mehr. Der Bügel mündet in der Kopfgrößenanpassung, die beidseitig in 12 Stufen gerastert, genügend Spielraum bereitstellt, um selbst den größten Dickkopf glücklich zu stimmen.

Spiralkabel bei DJs sind hoch im Kurs

Das Kabel wird einseitig nach unten aus der linken Muschel geführt, sitzt bombenfest und ist laut Denon DJ von innen liegend zugentlastet. Es kann so ohne Weiteres vom Laien nicht ausgetauscht werden, was bei einem Defekt automatisch in einem Service-Fall resultiert. Das Teil verfügt über einen recht großen Spiralanteil, was bei DJ-Headphones ganz schön in Mode gekommen ist. Zu Recht, wie ich finde, denn so hat man nie das Gefühl, ein zu langes Kabel zu händelt, da es sich ohne Spannung von außen einfach immer wieder zusammenzieht – wirklich praktisch! Da könnte ich mich dran gewöhnen!

Das fest fixierte, vier Millimeter starke Rundkabel mündet in einem geraden Steckverbinder in Form einer vergoldeten 3,5-Millimeter-Klinke. Ein außen liegendes Gewinde nimmt den mitgelieferten, ebenfalls vergoldeten 6,3-Millimeter-Adapter auf, was allemal zu einer betriebssicheren Verbindung gereicht. Der Spiralanteil beginnt von der Muschel aus gemessen bei exakt 75 Zentimetern, was mir sehr praxistauglich erscheint. Die Wendel ist im zusammengezogenen Zustand bloße 34 Zentimeter lang, was zunächst kurz erscheinen mag, doch ich konnte sie mit meinen ausgestreckten Armen (!) nicht bis zu ihren Extrempunkten auseinanderziehen. Auf die Spirale folgen 17 Zentimeter gerades Kabel, das dann klammheimlich in den Stecker mündet. Ganz ausgezogen mag das Kabel gut und gerne drei Meter lang werden. Aber bitte nicht so häufig machen, da es ansonsten irgendwann drei Meter lang bleibt.

Techspecs

Die Ohrnahbeschallung beim HP1100 erledigen zwei 53 Millimeter im Durchmesser betragende dynamische Treiber mit der Bezeichnung „Wide Range“, was wohl direkt auf den großen Übertragungsbereich anspielt, den der Hersteller ohne konkrete Angaben von maximal zulässigen Abweichungen oder über den Versuchsaufbau mit 5 - 33.000 Hertz beziffert. Ebenso wenig aussagekräftig ist der Wert der maximalen Leistungsaufnahme, die man hier mit 3500 Milliwatt angibt, was erst mal ganz schön feist klingt. Doch ohne Angabe des Klirrfaktors macht jene Kenngröße für mich keinen Sinn. Oder ist hier der Grenzwert gemeint, ab dem der Kopfhörer das Zeitliche segnet?

Die Anschlussimpedanz gibt der Hersteller mit 36 Ohm an, sodass man mit einer effektiven Abschirmung bei der genannten möglichen Leistungsaufnahme reichlich Pegel aufs Ohr erwarten darf, sprich: Der HP1100 hat vermutlich einen guten bis sehr guten Wirkungsgrad, was ich später eruieren werden.

Die Membran schwingt vor einer geschlossenen Rückwand, um zum einen eine effektive Abschirmung von Außengeräuschen zu erzielen, zum anderen den nötigen Druck auf das Ohr zu bringen. Aufgrund des großen Treibers sind die Ohrmuscheln derart groß geworden, dass eine ohrumschließende Trageweise in so ziemlich allen Fällen möglich sein sollte. Der Außendurchmesser der Ohrmuscheln beträgt etwa 92 Millimeter, während den Lauschern innen etwa 53 Millimeter Platz zugutekommt. Die Druckkammer (Ohrmuschel von außen bis zum Rand des Ohrpolsters gemessen) ist mit gut 54 Millimetern Tiefe gesegnet und sollte damit genügend Raum für die Entfaltung des Klangs liefern.

Die etwa 22 Millimeter dicken Ohrpolster verbergen sich unter einem sehr anschmiegsamen Lederimitat. Sie sind abnehmbar und somit spielend leicht auszutauschen. So kann man vor allen Dingen aber auch mal einen Blick riskieren.

Die Messung auf meiner Küchenwaage ergibt 380 Gramm ohne Kabel und 440 Gramm mit. Der zweite Wert ist zu vernachlässigen, schließlich wird man wohl nie das Kabel auf dem Kopf tragen, aber der erste Wert ist schon von Belang. Denn 380 Gramm ergeben schon eine stattliche Kopfbeschwerung, die mit gutem Tragekomfort wieder ausgeglichen werden muss, was nicht allen Kopfhörern gleichermaßen gut gelingt.

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