Gitarre Hersteller_Danelectro
Test
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25.10.2018

Praxis

Am Gurt zeigt unser Testmodell eine deutliche Kopflastigkeit, was bei der Korpuskonstruktion in Verbindung mit der verlängerten Mensur nicht wirklich verwundert, sich aber zumindest für mein Empfinden nach ein paar Minuten an der Schulter schon ein wenig bemerkbar macht. Im Sitzen fällt dieser Umstand dann allerdings wortwörtlich nicht weiter ins Gewicht.
In Sachen Bespielbarkeit und Verarbeitung gibt es ansonsten Positives zu berichten. Der gut verarbeitete Hals liegt angenehm in der Hand. Dabei ist die Saitenlage nicht allzu flach, erlaubt aber dennoch ein angenehmes Spielgefühl ohne lästiges Schnarren. Klar braucht es bei bei einer solchen gitarrenbedingten Mensur immer einen Moment der Umgewöhnung. Für mich fühlt sich das Instrument im ersten Moment dabei ähnlich wie mein Short-Scale-Bass an.

Aus musikalischer Sicht ist es dann absolut interessant, wie typische Gitarrenfiguren in der Stimmung einen ganz neuen Anstrich bekommen und bei mir sofort für einen regelrechten Kreativschub sorgen. Dazu gleich noch mehr. Gestimmt habe ich die Gitarre übrigens eine Quarte tiefer. Auf der tiefsten erklingt also ein H.
Auch hier war für die Cleansounds ein Ibanez TSA15 verantwortlich und für die Crunch- und Distortionsounds ein Engl Gigmaster 15 Topteil. Der 1x12 Celestion G12 Greenback Speaker wurde von einem SM 57 abgenommen, ein Focusrite ISA Preamp schickt das Signal anschließend per Motu-Interface an den Rechner geschickt.

Hören wir uns erst einmal die fünf möglichen Pickupkonfigurationen im Clean-Channel an. Ich beginne dabei mit dem Hals-Pickup. Nachdem wir alle drei Standardpositionen gehört haben, aktiviere ich den Coil-Split und spiele erneut die Mittelposition, gefolgt von der Stegposition.

Die Pickups geben sich, wie schon bei der zuvor getesteten 59XT mit derselben Tonabnehmerbestückung, mit einem frischen und durchsetzungsfähigen Ton zu erkennen. Eine treffende Umschreibung für den Grundsound des Instruments dürfte dabei wohl "drahtig" lauten. Der Sound wirkt also absolut straff und lässt sich durch die verschiedenen Schalterstellungen sehr schön nuancieren. Der mittige Sound des Steg-Humbuckers harmoniert ebenfalls bestens mit diesem klanglichen Ansatz. Insgesamt könnte die Elektronik allerdings etwas besser abgeschirmt sein.

Ich gehe zurück in die Mittelposition, der Humbucker ist dabei gesplittet. Sehr schön, wie voluminös hier die Akkorde zum Tragen kommen und sich mithilfe des Tremolos ausschmücken lassen, das übrigens bei moderater Betätigung recht stimmstabil arbeitet.

Auch wenn der P90 am Hals ziemlich frisch daherkommt, lässt sich mit etwas zurückgedrehtem Tone-Poti ein recht runder und plastischer Sound erzeugen, bei dem das folgende Jazz-Comping gut zur Geltung kommt.

Wir befinden uns nun in Crunch-Gefilden und wollen uns zunächst erneut alle möglichen Pickup-Konfigurationen anhören.

Auch hier gibt unsere Baritongitarre eine überzeugende Vorstellung und sorgt bei mir für jede Menge Inspiration, gepaart mit großer Spielfreude. Hören wir uns gleich noch zwei weitere Beispiel im Crunch-Setting an.

Zu guter Letzt mache ich noch etwas mehr Dampf und steige für dieses Beispiel wieder auf den Ibanez TSA um, aktiviere hier allerdings den integrierten Tubescreamer und bringe den Amp damit in einen recht satten Overdrive-Bereich. Möchte man trotzdem noch transparente Sounds erhalten, sollte man es bei so tiefen Stimmungen mit der Verzerrung nicht übertreiben.

Ansonsten kann auch in diesem Setting der grundlegend frische und drahtige Sound der Gitarre überzeugen. Wir hören erst einige unterschiedliche Pickup-Sounds, abschließend gebe ich ein etwas härteres Riff zum Besten.

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