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08.04.2015

Bose L1 Compact Test

Kompakte Line Array Aktiv-PA

Die vermutlich lauteste Praline der Welt

Mit den Line-Array-Stacks L1 Model 1S und Model II ist Bose federführend in der Kleinst-PA-Klasse. Nun möchte die Firma beweisen, dass der gleiche Sound mit noch kompakterem Material zu realisieren ist und präsentiert das Modell L1 Compact. Bose ist bekannt dafür, aus unscheinbaren Lautsprechern unglaublichen Sound mit tief gelegten Bässen zu generieren. Daher erwarte ich die Test-PA mit Spannung, um herauszufinden, ob das System für Musiker genauso geeignet ist wie für Präsentatoren, Referenten oder gar mobile Diskotheken.

Details

Das Modell L1 Compact ist das kleinste aktive Line Array aus dem Hause Bose. Es besteht aus einem Subwoofer inklusive Verstärkerstufe und integriertem Zweikanal-Mischpult sowie einer Mittel-/Hochtonsäule mit sechs Treibern. Diese lässt sich leicht in den Subwoofer einklinken, über die beiden mitgelieferte Hohlsäulen ist auch eine Positionierung in 1,2 oder gar 2 m Höhe möglich. Ebenfalls zum Lieferumfang gehören Schutzhüllen für alle Komponenten. Inklusive Hochtöner wiegt das System gerade einmal 11,2 kg.

Die Treiber im Array sind nach Boses „Spatial Dispersion“-Technologie angeordnet. Damit erhöht sich der Abstrahlradius auf nahezu 180°, was klangliche Brillanz in der Nähe genauso abbilden soll wie in der Distanz. Bei Bose hat man sich bewusst gegen die Veröffentlichung der inneren Werte (Trennfrequenzen, Frequenzverlauf und Verstärkerleistung) entschieden, damit der Käufer die Box nach ihrem Klang und nicht nach theoretischen Zahlen beurteilt. Einzig die Leistungsaufnahme des Trafos von maximal 200 Watt lässt erahnen, dass die Verstärker knapp unter 200 Watt an Leistung zu geben bereit sind.

Das integrierte Zweikanal-Mischpult besitzt einen Mikrofonkanal mit XLR-Eingang. Neben einem Gain-Potentiometer ist ferner ein Hi- und Low-EQ vorhanden. Frequenzangaben und Regelwerte fehlen leider. Ein spezielles Mikrofon-Preset der Bose-eigenen „Tone Match“ Technologie soll dafür sorgen, dass jedes dynamische Mikrofon auf Anhieb gut klingt.

Der zweite Kanal ist mit einem Stereo-Miniklinkenanschluss, einem Stereo-Cinch-Paar und einer regulären Klinkenbuchse (symmetrisch/unsymmetrisch) ausgestattet. Hier können Line-Quellen oder Instrumente (Hi-Z) angeschlossen werden. An der Klinkenbuchse gibt es wiederum einen Schalter für ein Tone-Match-Preset, jetzt für Gitarren und Bässe. Somit sollten Pickups gut klingend und ausreichend vorverstärkt in den Kanal gelangen, was in der Praxis noch zu prüfen wäre. Auf der Rückseite des Standfußes ist neben dem Betriebsschalter und der Netzsteckerbuchse ein Ausgangsterminal mit einer Klinkenbuchse und einem Record-Out in Stereo-Cinch verbaut. Bei Bedarf lässt sich so ein in den Mixer eingespeistes Signal abgreifen und das Konzert mitschneiden. Doch nun auf in den Härtetest.

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