Test
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11.05.2021

Behringer HS10 und HS20 Test

USB-Headsets

Ultra-günstige Hör-Sprech-Kombinationen in mono und stereo

Durch den pandemiebedingten und möglicherweise sogar anhaltenden Trend zu Homeoffice, Homeschooling und Videokonferenzen stehen Headsets momentan hoch im Kurs. Mit den Modellen HS10 (mono) und HS20 (stereo) hat Behringer zwei sehr kostengünstige Modelle im Angebot, die zudem per USB an den Computer angeschlossen werden. Plastikmüll oder Budget-Tipp? Wir haben beide Headsets getestet!

Details & Praxis

Merkmale und Produkteigenschaften

Die Behringer Headsets HS10 und HS20 sind zwei filigrane Konstruktionen, die mit Ausnahme des schwenkbaren und flexibel positionierbaren Mikrofonarms augenscheinlich aus Plastik bestehen. Einen besonders robusten Eindruck machen beide Headsets nicht unbedingt, bei sachgemäßer Verwendung sollten die Haltbarkeit und die Lebensdauer der Behringer-Headsets aber unproblematisch sein.

Der hervorstechende Unterschied zwischen beiden in China gefertigten Modellen ist die Anzahl der Ohrmuscheln. Das HS10 besitzt nur eine, die je nach Positionierung des Mikrofons wahlweise links oder rechts getragen werden kann. Spätestens ein Blick ins Datenblatt verrät, dass sich beide Headsets in weiteren Punkten unterscheiden. Sie verwenden beispielsweise verschiedene dynamische Mikrofone, was sich beim genauen Hinhören auch klanglich bemerkbar macht. Beiden Modellen gemeinsam hingegen ist das zwei Meter lange Kabel mit USB-Type-A-Stecker zum Anschließen an einen Computer, wodurch das Headset quasi als Audiointerface dient. Bei der Verwendung an meinem MacBook Pro (macOS 10.14.6) waren beide Headsets unmittelbar einsetzbar – Plug&Play, wie vom Hersteller versprochen. Außerdem praktisch: Am Kabel befindet sich jeweils ein Schalter zum Stummschalten des Mikrofons und eine Lautstärkeregelung. Dank des geringen Gewichts empfinde ich beide Headsets übrigens als angenehm zu tragen.

Verwendungszweck

Kommunikation am Computer (in all ihren Varianten) ist eindeutig die Primäranwendung beider Headsets. Ob man nun dem ein- oder zweiohrigen Modell den Vorzug gibt, hängt von der individuellen Anwendungssituation oder persönlichen Präferenzen ab. Doch auch mit dem HS20 (stereo) kann man sich trotz der geschlossenen Bauweise des Kopfhörers noch problemlos mit potentiellen Gesprächspartnern im gleichen Raum verständigen. Während geschlossene Studio- oder Mobilkopfhörer einen hohen Abschottungseffekt haben, so ist dieser bei beiden Walkman-ähnlichen Hörern eigentlich nicht vorhanden. Daher sind die Modelle HS10 und HS20 für den Außeneinsatz und bei lauten Umgebungsgeräuschen eher nicht geeignet. Dafür wurden sie aber auch nicht konzipiert.

Klang

Kopfhörer

Beide Kopfhörer gewährleisten eine hohe Sprachverständlichkeit – Mission erfüllt! Weiterhin klingt eine Musikwiedergabe über den HS20 gar nicht so schlimm, wie ich es befürchtet habe. Auch wenn er erwartungsgemäß in den Bässen und den hohen Frequenzen etwas schwächelt, klingt der HS20 nicht unbedingt schlechter als manch ein klassischer Walkman-Kopfhörer.

Mikrofon

Beim Abhören der Testaufnahmen unter Studiobedingungen (!) fallen durchaus Unterschiede im Klang und im Rauschverhalten zwischen dem HS10 und dem HS20 auf. Während das Mikrofon des HS10 etwas mittiger klingt und dezenter rauscht, klingt die Sprachaufnahme mit dem HS20 etwas brillanter. Zudem ist beim HS20 ein dezentes Brummen ist wahrnehmbar, aber schließlich man will ja keine Klassikaufnahmen mit dem Mikro eines 10-Euro-Headsets durchführen. Gemäß dem Einsatzzweck haben die genannten Unterschiede und Eigenschaften keine große Bedeutung zur Entscheidungsfindung für oder gegen eines der Modelle. Beide Mikrofone ermöglichen eine einwandfreie Sprachverständlichkeit und erfüllen somit ihren Zweck.

Fazit

Preisbezogen (!) kann ich für beide Headsets 4,5 Sterne vergeben, weil sie zu einem sehr günstigen Preis genau das leisten, wofür sie konzipiert wurden. Sowohl abhör- als auch aufnahmeseitig liefern das HS10 und das HS20 eine gute gute Sprachqualität für aktuell omnipräsente Homeofficeanwendungen. Auch das USB-Plug-and-Play verlief im Test vollkommen reibungslos und zuverlässig. Was will man mehr?

  • PRO
  • zweckmäßige Wiedergabeeigenschaften
  • gute Sprachverständlichkeit beider Mikrofone
  • bequemer Tragekomfort
  • zweckdienliche Ausstattung
  • CONTRA
  • Rauschen der Mikrofone
  • Features & Spezifikationen
  • USB Headsets
  • USB Plug&Play
  • USB Type A Stecker
  • Kabel (2m) mit Lautstärkeregler und Mic-On/Off-Schalter
  • schwenkbares omnidirektionales Mikrofon mit Windschutz
  • zusätzliche Ohrpolster
  • HS10
  • Ein-Ohr-Design
  • dynamischer Treiber (27mm)
  • Impedanz 27 Ohm
  • Empfindlichkeit: 92dB (+- 3dB)
  • Übertragungsbereich: 20 bis 20.000Hz
  • Empfindlichkeit (Mic): -40dB (+-3dB) @ 1kHz (0dB= 1V/Pa)
  • Übertragungsbereich (Mic): 30 bis 15.000Hz
  • Preis HS10: € 12,30 (Straßenpreis 10.5.2021)
  • HS20
  • dynamische Treiber (30mm)
  • Impedanz 32 Ohm
  • Empfindlichkeit: 92dB (+- 3dB)
  • Übertragungsbereich: 20 bis 20.000Hz
  • Empfindlichkeit (Mic): -43dB (+-3dB) @ 1kHz (0dB= 1V/Pa)
  • Übertragungsbereich (Mic): 70 bis 10.000Hz
  • Preis HS20: € 12,20 (Straßenpreis 10.5.2021)

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